Diabetes: Trends, Risiken und Chancen

Es gibt immer mehr Diabetiker, besonders bei jüngeren Menschen.

Der aus dem Altgriechischen stammende Begriff Diabetes mellitus bedeutet „honigsüßer Durchfluss“: Fließt erhöhter Zucker (ab etwa 160 bis 180 mg/dl) über die „Nierenschwelle“, ist Zucker im Harn nachweisbar – und auch zu schmecken. In der Antike wurde Diabetes durch Abschmecken des Urins festgestellt.

Typ-1-Diabetes: Die Bauchspeicheldrüse stellt allmählich die körpereigene Insulinproduktion ein. Therapie: Diese Menschen müssen Insulin spritzen, da sie kein Insulin haben.

Typ-2-Diabetes: Die Bauchspeicheldrüse hält noch längere Zeit eine verzögert einsetzende Insulinproduktion aufrecht. Das Insulin kann aber in den Zellen nicht richtig wirken (Insulinresistenz). In den ersten Lebensjahrzehnten kann die Bauchspeicheldrüse dies durch Produktion hoher Insulinmengen kompensieren. Wenn die produzierte Insulinmenge nicht mehr ausreicht, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, ist Diabetes mellitus Typ 2 entstanden.

Patienten immer jünger: Typ-2-Diabetes galt früher als „Altersdiabetes“. Heute treten in absoluten Zahlen dramatische Zuwächse bei Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen auf. Die wesentliche Therapie beim Diabetes Typ 2: gesunde Ernährung, Abspecken, vor allem regelmäßige körperliche Bewegung. Auch Medikamente können zur Verbesserung des Zuckerstoffwechsels beitragen.

Bald zehn Millionen: Rund 95 Prozent aller Diabetiker gehören zu Typ 2. Zurzeit wird mit bis zu 8 Millionen Zuckerkranken gerechnet, Dunkelziffer inklusive. Bis zum Jahr 2010 wird ein Anstieg auf zehn Millionen Betroffene im Lande erwartet.

Folgeschäden: Schlecht eingestellter Blutzucker kann auf Dauer zu lebensbedrohlichen Folgekrankheiten führen. Erst Schäden an den kleinen Blutgefäßen – vor allem der Nieren und der Netzhaut. Spätere Folgen: Nierenversagen, Erblinden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nervenschäden, eventuell Amputation von Gliedmaßen.

Prognose: Diabetiker, denen es gelingt, den Blutzuckerspiegel weitgehend normal zu halten, etwa auch mithilfe von Blutzu­ckermessgeräten, haben weniger Spät­­folgen zu befürchten und annähernd die gleiche Lebenserwartung wie Gesunde.

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