Bluthochdruck Meldung

Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover untersuchen in einer Studie die Impfung gegen Bluthochdruck. Innerhalb von zwölf Wochen erhalten Patienten mit leichtem oder mittelschwerem Bluthochdruck insgesamt fünfmal eine Impfdosis. Die Forscher wollen wissen, ob geimpfte Patienten weniger Blutdruckmedikamente ein­nehmen müssen oder ob sie sogar auf sie verzichten können. Es handelt sich also nicht um eine vorbeugende Impfung für Gesunde. Der Impfstoff regt die Bildung von Antikörpern an, die gegen Angiotensin II gerichtet sind – dieses Eiweiß treibt den Blutdruck in die Höhe.

Seit Ende vergangenen Jahres wurde auf internationalen Kongressen über erste Erfolge einer solchen Impfung berichtet. Inzwischen wurde jedoch bekannt, dass die Wirkung nach einigen Monaten wieder nachlässt, die Impfung also wiederholt werden muss. In der deutschen Studie wird nun geprüft, ob eine höhere Dosis den Blutdruck dauerhaft senken kann. Mit Ergebnissen ist erst Ende 2009 zu rechnen. Und: Die langfristigen Auswirkungen der Impfung – zum Beispiel auf das Immunsystem – sind ungewiss.

Der Nutzen von Prävention ist hingegen seit langem bekannt. Viele Patienten mit leichtem Hochdruck haben es selbst in der Hand, von Medikamenten unabhängiger zu werden. Darauf wiesen kürzlich auch Wissenschaftler auf dem Hypertoniekongress in Berlin hin. Wenn Hochdruckkranke ihren Lebensstil ändern, zum Beispiel auf das Rauchen verzichten, leichter essen, sich mehr bewegen und Übergewicht abbauen, können sie ihren Blutdruck verringern. Mehr als 16 Millionen Deutsche leiden an überhöhtem Blutdruck. In der Generation „60 plus“ sind davon 40 von 100 Menschen betroffen.

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