Torf: Bedrohte Moore, gefähr­dete Umwelt

Blumen­erde Test

Torf­abbau. Lebens­räume werden zerstört und Treib­hausgase freigesetzt.

Klimakiller. Wo Blumen­erde drauf­steht, ist meist Torf drin. Torf ist ein fossiler Rohstoff, der in Jahr­tausenden unter Luft­abschluss aus unvoll­ständig zersetzten pflanzlichen Substanzen entstanden ist. Er wird durch Trockenlegung und Abbau von Mooren gewonnen. „Durch den Abbau“, warnt das Umwelt­bundes­amt (UBA), „werden Lebens­räume zerstört und große Mengen an Treib­hausgas freigesetzt.“ Trotz ihres geringen welt­weiten Flächen­anteils von nur 3 Prozent, so das UBA, speichern Moore etwa ein Drittel des gesamten im Boden gebundenen Kohlen­stoffs.

Zwei Moor­typen. Nieder­moore werden von Grund­wasser gespeist und entstehen bei der Verlandung von Seen und Wasser­läufen. Sie sind meist nähr­stoff­reich und oft stark zersetzt. Hoch­moore sind Regen­wasser­moore. Sie stehen nicht mit dem Grund­wasser in Verbindung, sind sehr nähr­stoff­arm. Je nach Alter ist der Torf schwach bis mäßig (Weiß­torf) oder mäßig bis stark (Schwarz­torf) zersetzt.

Zu viel Torf. Deutsche Frei­zeitgärt­nerverbuddeln jähr­lich etwa 2,5 Millionen Kubik­meter Torf, derzeit über­wiegend aus Deutsch­land. Hier sind zwar die wenigen noch intakten Hoch­moore gesichert. Torf wird aber auf bereits für die land­wirt­schaftliche Nutzung trockengelegten Flächen abge­baut. Vor allem im Profibereich wird auch Torf aus den baltischen Staaten verwendet. Dort gibt es riesige bereits entwässerte Moor­gebiete. Aus ökologischen Gründen sollten Moorflächen jedoch möglichst renaturiert werden.

Torf­freie Blumen­erde. Es geht auch ohne Torf. Umwelt­freundliche Alternativen sind Erden aus Rindenhumus, Holz- und Kokosmaterialien, Grün­gutkompost oder Xylit, einem Neben­produkt des Braunkohle­abbaus.

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