Torf in den Topf?

Blumenerde Test

Torfabbau belastet oft Natur und Umwelt.

Mehr Importe: „Baltischen Hochmoor-Torf / Qualitäts-Weißtorf“ aus großflächigem Abbau preist die Werbung eines Großhändlers im Internet an. Je begrenzter die Torfressourcen in Deutschland, desto wichtiger wird der Import aus dem Baltikum. Während hierzulande der Naturschutz dem Torfabbau immer öfter im Wege steht, dominiert dort im Zweifelsfall Devisenhunger.

Ökosystem Moor ade?

Wertvolle Feuchtgebiete: Meist werden zwar Landwirtschaftsflächen für den Torfabbau genutzt, aber wenn Flächen entwässert werden, ist das ein Problem, warnen Naturschützer. Nicht nur die Landschaft leidet, sondern auch Tiere und Pflanzen in den Ökosystemen. Zum Beispiel Libellen, Schmetterlinge oder Sonnentau.

Begrenzte Ressourcen: Natürlich ist es möglich, entwässerte Feuchtgebiete später zu renaturieren. Aber erstens bedroht der zwischenzeitliche Abbau die Flora und Fauna. Zweitens sind die Maßnahmen sehr teuer. Drittens schwinden die Ressourcen unwiederbringlich. Torf ist ein sehr langsam nachwach­sender Rohstoff. Viele Moore wachsen jährlich nur millimeterweise. Es kann also Jahrtausende dauern, bis ein Moor tatsächlich wiederhergestellt ist. Viertens: Die Entwässerungsmaßnahmen können dazu führen, dass im Torf gebundener Kohlenstoff freigesetzt wird – ein Problem für den Klimaschutz.

Torf ist ersetzbar

Sinnvolle Alternativen: Die Suche nach Torfersatzstoffen ist wichtiger denn je. Holzfasern, Baumrinden, Komposte oder Fasern der Kokosnuss fallen sowieso an und können in Blumenerden recycelt werden. Für einige Zwecke ist Torf zwar unersetzbar, etwa für medizinische Moorbäder oder für hochwertige gärtnerische Profi-Kultursubstrate (zum Beispiel Anzuchterden). Aber für Hobbygärten gibt es Alternativen. Hier grünt es meist auch prima ohne Torf. Vorausgesetzt, man ist vernünftig und lässt etwa die Schnaps­idee fallen, auf kalkhaltigem Boden partout säureliebende Moorbeetpflanzen in den Vorgarten zu zaubern.

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