Kopf­hörer – die Technik

Auf dem Markt sind Kopf­hörer in drei Bauformen. Hier lesen Sie, welche Vorzüge und welche Nachteile die Bauarten haben.

Die Bauformen

Over-Ear-Kopf­hörer – um das Ohr herum

Bluetooth-Kopf­hörer im Test Test

Schwer. Große Akkus treiben Lauf­zeit und Gewicht nach oben.

Schall­schutz. Schon die Ohrpolster dämpfen Umge­bungs­lärm – eine elektronische Geräusch­dämpfung erledigt bei vielen Modellen den Rest.

On-Ear-Kopf­hörer – auf dem Ohr

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Mitreisend. Ohraufliegende Kopf­hörer sind etwas kleiner als die ohrumschließenden Modelle und passen deshalb besser ins Reisege­päck.

Warm. Die aufliegenden Polster können für heiße Ohren sorgen.

In-Ear-Kopf­hörer – im Ohr

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Mini. In-Ohr-Hörer sind klein und leicht. Die Elektronik steckt bei komplett kabellosen Modellen meist in den Hörern, bei Modellen mit aktiver Geräusch­dämpfung meist in einem Nackenbügel und bei Bluetooth-Kopf­hörern mit Kabel zwischen rechten und linkem Hörer meist in der Bedien­einheit.

Ohrpass­stücke. Sind sie zu groß oder zu klein, klingen Bässe dünn, dringen Umge­bungs­geräusche durch und und können die kleinen Stöpsel schlimms­tenfalls aus den Ohren fallen. Deshalb vor dem Kauf möglichst ausprobieren - mit unterschiedlich großen Ohrpass­stücken und bei Bewegung.

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Geräusch­reduzierende Kopf­hörer

Kopf­hörer dämpfen Geräusche aktiv und passiv. Passive Dämpfung ermöglichen bei In-Ohr-Modellen pass­genau sitzende Ohrs­töpsel aus Silikon oder Schaum­stoff. Sie verschließen den Gehörgang, peppen tiefe Töne auf und sperren Außen­geräusche aus. Die Ohrpolster der Bügel­kopf­hörer wirken genauso. Für ungestörten Musikgenuss sollten sie möglichst dick sein, das Ohr ganz umschließen und eng anliegen. Diese passive Geräusch­dämpfung dämpft hohe und unstetige Stör­geräusche. Aktive Geräusch­dämpfung, eng­lisch Active Noise Cancelling (ANC), schützt am besten vor stetigen und tiefen Geräusche wie Fahr­geräuschen im Zug. Bei un­regel­mäßigem und hoch­frequentem Lärm stößt die Technik an ihre Grenzen, da sie hoch­frequente und nicht vorhersehbare Schall­wellen nicht so gut und schnell berechnen kann wie tieffrequente, regel­mäßige Geräusche.

Mikrofon und Gegen­schall

Und so funk­tioniert aktive Geräusch­dämpfung: Mikrofone an den Kopf­hörern erfassen Umge­bungs­geräusche, Verstärker in den Hörmuscheln erzeugen einen Gegen­schall, der Lärm aufheben soll. Trifft der Gegen­schall etwas verspätet und nicht mit dem richtigen Pegel aufs Trommelfell, entsteht das für ANC-Kopf­hörer typische leichte Rauschen. Bei einigen Modellen ist es aber nahezu unhör­bar. Unsere Noten für den Rausch­pegel bei aktiver Reduktion und Probehören in ruhiger Umge­bung führen zum richtigen Kopf­hörer. Insgesamt erlaubt es eine gute aktive Dämpfung, Musik auch mit moderater Laut­stärke zu genießen – das schont das Gehör. Im Straßenverkehr sind Kopf­hörer, die stark gegen Außen­geräusche abschotten, allerdings tabu – dort erhöhen sie das Unfall­risiko.

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So kommt die Musik zum Bluetooth-Kopf­hörer

Die Funk­technik Bluetooth komprimiert Musik, das verschlechtert theoretisch den Klang. In der Praxis klingen die geprüften Kopf­hörer über Bluetooth jedoch nicht schlechter als über ein Audio­kabel. Die marginalen Klang­einbußen der Funk­über­tragung bringen sie gar nicht zu Gehör. Zum Mitdiskutieren hier die Fakten.

SBC – hier wird die Musik zweimal umge­wandelt

Bluetooth-Geräte verkehren streng nach Protokoll miteinander. Es heißt Advanced Audio Distribution Profile, kurz A2DP, und setzt ein Codec genanntes Verfahren zum Codieren und Decodieren von Audio­daten voraus (mindestens SBC). Smartphones wandeln Musik mit SBC zweimal um: Erst entpacken sie die meist schon – etwa in mp3 – komprimierte Musik. Im zweiten Schritt komprimieren sie die Musik neu – dann leidet der Klang. Vorteil SBC: Das Protokoll ist Teil des Betriebs­systems aller Smartphones mit Bluetooth-Audio.

Mit Lizenz wird der Klang noch besser

A2DP über­trägt Musik auch unver­fälscht. Dafür müssen sowohl Sender als auch Empfänger einen der Codecs AAC, aptX oder mp3 direkt unterstützen. Diese Codecs sind für Anbieter von Smartphones und Bluetooth-Geräten aber nicht kostenlos. Es fallen Lizenz­gebühren an. Insbesondere aptX soll nahezu CD-Qualität bieten, mit wenig Rauschen und klarer Höhen­wieder­gabe. Ein Garant für guten Klang sind diese Codecs aber nicht. Einige Kopf­hörer mit aptX klingen nur befriedigend – und einige Modelle ohne ihn gut. Die Qualität des Kopf­hörers bestimmt den Klang mehr als der Über­tragungs­stan­dard.

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Bedienung – das ist anders bei Bluetooth

Paarung heißt die erst­malige Verbindung zweier Bluetooth-Geräte. Sie startet meist nach einem langen Druck auf die Ein/Aus-Taste des Kopf­hörers. Anschließend erscheint im Bluetooth-Menü des Smartphones die Bezeichnung des Kopf­hörers. Mit einem Fingertipp darauf koppelt der Nutzer beide Geräte.

Verbindung. Sind zwei Bluetooth-Geräte gepaart, sollten sie sich auto­matisch verbinden, wenn bei beiden Bluetooth aktiv ist.

Steuerung. Bei vielen Kopf­hörern sind die Außen­seiten der Hörer berührungs­empfindlich. Finger­gesten lösen Steuerbefehle wie lauter/leiser aus oder akti­vieren die Frei­sprech­einrichtung für Telefonat über das verbundene Smartphone. Das geschieht beim Zurecht­rücken des Hörers leicht unbe­absichtigt.

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Staub- und Wasser­schutz bei Kopf­hörern

Zwei Drittel der Kopf­hörer in unserem jüngsten Test von Bluetooth In-Ohr-Kopf­hörer (11/2018) mit und ohne Kabel zwischen den Hörern sind laut Anbietern vor Wasser oder Staub geschützt. Wie weit der Schutz reichen soll, verrät ein Code mit zwei Ziffern hinter den Buch­staben IP. Ziffer eins bezeichnet den Staub­schutz­grad, Ziffer zwei den Wasser­schutz­grad. Bei beiden Werten gilt: Je höher desto besser. „X“ steht für „keine Angabe“.

Diese Schutz­klassen bieten die Kopf­hörer des aktuellen Tests

IPX4: Geschützt vor Spritz­wasser von allen Seiten.

IP54: Staub- und Spritz­wasser­schutz.

IPX5: Geschützt vor Wasser­strahl aus beliebigem Winkel.

IP56: Geschützt vor Staub sowie starkem Wasser­strahl.

IPX7: Geschützt vor Eindringen von Wasser bei zeitweiligem Untertauchen.

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