Heimkino in hochauflösender Topqualität gibt es schon für 168 Euro. Nervig ist jedoch die träge Reaktion vieler Blu-ray-Spieler.

Kinogefühl im Wohnzimmer wird immer erschwinglicher. Die getesteten Spieler für den hochauflösenden DVD-Nachfolger, die Blu-ray-Scheibe, kosten im Schnitt nur noch 250 Euro. Vor einem Jahr musste man noch mehr als das Doppelte ausgeben. Der „gute“ Philips BDP3000 ist deutlich unter 200 Euro zu haben. Doch für Blu-ray-Filme muss auch ein Fernseher mit hoher Auflösung her (High Definition, HD).

Bildauflösung: Fünfmal so hoch

Optimal sind Fernseher mit mindestens einem Meter Bilddiagonale und Full-HD-Auflösung (1 920 x 1 080 Bildpunkte). Dann offenbart sich wirklich die Schärfe und die Detailfülle eines Blu-ray-Films. Bei kleineren Bilddiagonalen oder deutlich mehr als drei Meter Sitzabstand kommt die hohe Bildauflö­sung dagegen kaum zur Geltung. Verglichen mit dem Standardfernsehen oder mit einer DVD ist die Blu-ray fünfmal so hoch aufgelöst. Die Blu-ray-Scheiben kosten etwa 5 bis 10 Euro mehr als DVDs.

Tipp: Wer nicht gern nah am Fernseher sitzt oder wer sein altes Röhrengerät behalten möchte, kommt auch mit einem „guten“ DVD-Spieler aus. Filme werden noch jahrelang in beiden Formaten erscheinen.

Alle neun getesteten Blu-ray-Spieler und die nach denselben Kriterien als Player geprüfte Spielekonsole Sony Playstation 3 Slim lieferten beim Abspielen der hochauflösenden Filme ein „sehr gutes“ Bild. Auch beim Ton gab es ausnahmslos Bestnoten.

Blu-ray-Spieler: Auch für CD und  DVD

Blu-ray-Player spielen auch Musik-CDs und DVDs ab. Bei DVD-Videos rechnen sie das niedrig aufgelöste Bild hoch, sodass es am hochauflösenden Fernseher etwas schärfer erscheint als bei Standardauflösung. Mit Blu-ray-Bildern sind hochskalierte Videos aber nicht zu vergleichen.

Erstaunlich ist, dass die meisten Blu-ray-Spieler beim Hochrechnen sogar eine etwas bessere Qualität erzielen als ihre vier zum Vergleich mitgetesteten, auf DVD spezialisierten Kollegen. Aktuelle DVD-Spieler verfügen nämlich ebenfalls über einen HDMI-Anschluss, mit dem das hochge­rechnete Bildsignal und der Ton in Digitalqualität zum HD-Fernseher oder AV-Verstär­ker (Audio-Video) übertragen werden können.

Tipp: Verwenden Sie auch am DVD-Spieler wenn möglich den HDMI-Anschluss, nicht die Scart-Buchse oder die oft mitgelieferten Cinch-Kabel (Composite). Über Scart und Cinch wird das Bild nur in Standardauflösung übertragen. Ärgerlich, dass keinem der Spieler ein HDMI-Kabel beiliegt.

Start: Schnarchige Scheibendreher

Bevor der Filmabend starten kann, ist erst einmal Geduld gefragt. Das Einschalten dauert. Fast eine halbe Minute muss der Filmfreund warten, bis Panasonics DMP-BD80, der Pioneer BDP-120 und der Sharp BD-HP22S betriebsbereit sind. Vom Schließen der Schublade bis zur Wiedergabe dauert es teilweise noch länger: Die 52 Sekunden, die der Pioneer beim Erkennen der Scheibe auf sich warten lässt, sind für eine kleine Kaffeepause gut zu nutzen.

Selbst zum Auswerfen einer Disc genehmigen sich viele Spieler 6 bis 8 Gedenksekunden – der Panasonic DMP-BD60 sogar fast eine halbe Minute. Die besonders langsamen Blu-ray-Kandidaten von Panasonic, Pioneer, Sharp und Sony haben im Menü aber zuschaltbare Schnellstart-Modi („Quick Start“). Sie verkürzen die Einschaltzeit auf 4 bis 5 Sekunden. Doch den schnellen Start erkauft sich der Nutzer durch einen erheblich höheren Stromverbrauch im Standby von bis zu 12 Watt. Dadurch entstehen jährliche Mehrkosten von mindestens 7,50 Euro – bei den Panasonic-Playern. Beim Sharp verursacht der Quick Start sogar fast 20 Euro zusätzliche Stromkosten im Jahr. Ohne Quick Start liegt der durchschnittliche Standbyverbrauch eines Players unter 1 Euro pro Jahr.

Verspielt: Einer für alles

Die meisten Blu-ray-Player eignen sich als „Allesspieler“, denn sie können neben Filmscheiben auch CDs mit Musik, MP3-Dateien und Fotos wiedergeben. Fast alle haben auch eine oder zwei USB-Buchsen zum Anschluss von Speichersticks oder Festplatten – auch dar­über lassen sich dann Mediendateien zu Gehör oder auf den Bildschirm bringen. Hinter einer Klappe an Panasonics DMP-BD60 und BD80 findet sich sogar ein Einschub für SD-Speicherkarten. Fotos von der Digicam oder Videos von AVCHD-Camcordern können der Verwandtschaft so ohne lästiges Verkabeln präsentiert werden.

Als CD-Spieler: Schlechter Ersatz

Der erste Ton einer Musik-CD erklingt bei den Blu-ray-Spielern von Panasonic, Pioneer und Sharp erst nach rund 20 Sekunden. Nur der Philips BDP3000 und die beiden Geräte von Samsung haben Zugriffszeiten knapp unter 10 Sekunden – immer noch deutlich langsamer als viele CD-Spieler. Abstriche auch bei der Bedienung: Der Titel lässt sich nur beim LG BD370 sowie bei den Samsungs am Gerät selbst wechseln. Immerhin haben bis auf die Playstation alle Geräte ein Display. Die Spielekonsole ist über den mitgelieferten drahtlosen Gamecontroller zu steuern. Er lässt sich „gut“ bedienen, ist als Fernbedienung aber gewöhnungsbedürftig. Wer die Konsole als Player nutzen möchte, sollte die für etwa 30 Euro erhält­liche Funkfernbedienung einkalkulieren. Größter Nachteil der PS3 Slim ist ihr hoher Stromverbrauch: Der Mehrverbrauch gegenüber einem Blu-ray-Spieler schlägt im Jahr mit 10 Euro zu Buche, wenn man täglich einen zweistündigen Blu-ray-Film ansieht. Dabei verbraucht sie schon fast ein Drittel weniger Strom als die alte PS3.

Vernetzt: Youtube am Fernseher

Die PS3 Slim und alle getesteten Blu-ray-Spieler finden über ein Netzwerkkabel Anschluss ans Internet. Mit einigen Blu-ray-Discs lassen sich so Multimedia-Inhalte wie Spiele auf den Fernsehschirm bringen. „BD Live“ nennt sich diese Funktion. Nur wenige Filme unterstützen das aber bislang.

Einige Geräte spielen Youtube-Videos ab, die Panasonics auch die Onlinevideos der Tagesschau. Das Bild ist mäßig, das Auf­rufen über die Fernbedienung fummelig. Computerfans dürften am Samsung BD-P3600 und der Playstation Freude haben: Die können drahtlos Musik, Filme und Fotos vom PC ins Wohnzimmer holen.

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