Blu Ray Player Test

Knapp 160 Euro kostet der billigste gute Blu-ray-Spieler, etwas über 200 das billigste 3D-Modell. Sie spielen nicht nur Videos, sondern erschließen auch das Internet – in Grenzen.

Einfach nur Videos gucken war gestern. Heute gibt es Blu-ray (BD). Schenkt man den Werbeaussagen der Geräteanbieter Glauben, spielen Blu-ray-Spieler nicht nur fein aufgelöste HD-Videos (High Definition). Sie sind darüber hinaus noch universelle Multimedia­maschinen, die dreidimensionales Video­vergnügen schaffen und das Internet ins Wohn­zimmer holen. CD- und DVD-Player werden dadurch über­flüssig, die mit dem namen­gebenden blauen Laser bestückten Spieler können auch Bild und Ton herkömm­licher CDs und DVDs wiedergeben.

3D-Fernseher und -Blu-ray-Spieler: Fernsehen in 3D

Im Test konnten 13 Blu-ray-Spieler zeigen, ob sie die Vorschuss­lorbeeren zu Recht tragen. Eines haben sie auf jeden Fall spielend bewiesen: Die Bild­qualität bei der Wieder­gabe von hoch­auflösenden Videos von einer Blu-ray-Disk ist bei allen Modellen tadellos. Auch der dazu­gehörige Filmton konnte die Juroren durchweg begeistern.

Billiggeräte mit Spitzen­leistungen

Blu Ray Player Test

Zum Greifen nah: Sieben Blu-ray-Spieler bieten eine gute dreidimensionale Wieder­gabe. Sinn ergibt das allerdings erst mit einem 3D-Fernseher und Brille.

Das macht die Auswahl für alle einfach, die mit ihrem Gerät lediglich Blu-ray-Videos wiedergeben wollen. Dafür bietet sich schon das billigste Gerät des Tests an: Der Toshiba BDX2100KE erreichte ein knappes Sehr gut im Prüf­punkt Bild und Ton und kostet lediglich 157 Euro. Und wer räumliche Bilder wiedergeben möchte, muss auch nicht viel tiefer in die Tasche greifen. 55 Euro mehr kostet der billigste 3D-fähige Spieler mit ansprechenden Leistungen, der Samsung BD-C5900.

Gute HD-Bilder von der DVD

Blu Ray Player Test

Sicht­bare Unterschiede: Links das Bild in HD (hoch­aufgelöst) ist detailreicher als das rechte Bild, hoch­gerechnet aus dem Stan­dard­format SD.

Sicht­bare Unterschiede: Links das Bild in HD (hoch­aufgelöst) ist detailreicher als das rechte Bild, hoch­gerechnet aus dem Stan­dard­format SD.

Nicht ganz so eindeutig sind die Ergeb­nisse, wenn DVDs über einen HDTV-Bild­schirm wiederge­geben werden sollen. DVDs liefern keine HDTV-Bilder. Doch alle Blu-ray-Spieler können die geringere DVD-Auflösung auf HD-Maßstäbe umrechnen. Und das lohnt sich. Durch das „Upscaling“ (Hoch­rechnen) gewinnen die Videos an Bild­qualität. Bei unserem Sehtest spiegelt sich das in durchweg guten Noten wieder. Vier Geräten – Philips BDP5100, Pioneer BDP-330 und den beiden Samsung-Modellen – bescheinigten unsere Prüf­ingenieure „eine etwas bessere Leistung“. Deren Bilder scheinen zwar etwas unschärfer zu sein, wirken dafür aber auch weicher und sind deshalb eine Nuance ansehnlicher als bei den anderen Modellen. Auch HDTV-taugliche Fernsehgeräte oder Beamer können Stan­dard­video­material hoch­rechnen, sodass das Bild feiner aufgelöst erscheint als bei Stan­dard­auflösung. Über diese Funk­tion werden beispiels­weise die Bild­signale herkömm­licher DVD-Spieler oder alter Video­rekorder für HD-Fernseher tauglich gemacht. Bei dem Blu-ray-Spieler hat der Nutzer nun die Wahl, ob er den „Upscaler“ des Zuspielers oder des Fernseh­apparats nutzt.

Tipp: Probieren Sie auch die Upscale-Funk­tion an Ihrem Fernseh­apparat aus und entscheiden Sie selbst, welches Bild Ihnen besser gefällt. Es kann durch­aus sein, dass die Elektronik in neueren Fernsehgeräten den besseren Job macht.

Ein anderes Bild zeigt sich bei der Foto­wieder­gabe. Alle getesteten Blu-ray-Spieler können auf Scheiben – auf CD, DVD oder BD – gebrannte oder in einem USB-Stick gespeicherte Jpeg-Fotos über den ange­schlossenen Bild­schirm oder Beamer wiedergeben. Allerdings gibt es hier merk­bare Qualitäts­unterschiede.

Samsung mit mäßiger Fotoqualität

Die beiden Samsung-Spieler stellen die Jpeg-Bilder von Digitalkameras deutlich kontrastärmer und unschärfer dar als alle anderen Geräte im Test. Auch das LG BX580 zeigte zumindest bei einem der drei Prüffotos leichte Schwächen, wenn auch bei weitem nicht so deutliche wie die beiden Samsung-Spieler. Bestens für die Foto­wieder­gabe eignen sich die Spieler von Philips, Sony und Toshiba.

Für eine bessere Fotoschau

Noch eines muss vor der „Diaschau“ beachtet werden: Es gibt Blu-ray-Spieler – im Test von LG und der Onkyo –, die nicht alle Fotos aus einer Digitalkamera verarbeiten können. Die betroffenen Geräte konnten hoch­aufgelöste Bilder (14 Megapixel, zirka 5 Megabyte) nicht über­tragen.

Tipps: Wenn Sie die Auflösung der Kamera nicht deutlich nied­riger einstellen wollen, rechnen Sie die Bilder vor der Wieder­gabe am Blu-ray-Spieler mit einem Bild­bearbeitungs­programm auf eine geringere Auflösung herunter. Selbst wenn Ihr Blu-ray-Spieler hoch­aufgelöste Fotos bild­schirmgerecht aufbereiten kann, empfiehlt es sich, für eine „Diaschau“ Fotos mit der Bild­schirm­auflösung (1 920 x 1 080 Bild­punkte) zu speichern. Das spart dem Blu-ray-Spieler viel Rechnerei und verbessert – weil nicht gerechnet werden muss – möglicher­weise die Bild­qualität.

Video­clips und Musik können auch DVD-Spieler wiedergeben. Was die Blu-ray-Modelle von solchen reinen Spielern unterscheidet, ist neben den hoch­aufgelösten und dreidimensionalen Bildern die Netz­werk­fähig­keit. An den Router ange­schlossen kann man sich so auch mit dem Internet verbinden. Bei allen getesteten Geräten ist das über das Netz­werk­kabel möglich. Sieben Modelle lassen sich auch per Funk ganz ohne Kabelsalat vernetzen (Lan: Local Area Network, WLan: Wireless Lan). Bei vier weiteren Geräten ist WLan nach­rüst­bar.

Schmalspur-Internet im Angebot

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Verbunden: Im Internet dank Lan-Anschluss. Der HDMI-Ausgang ermöglicht es, Bild und Ton ohne Qualitäts­verluste auf HDTV-Fernseher zu über­tragen.

Verbunden: Im Internet dank Lan-Anschluss. Der HDMI-Ausgang ermöglicht es, Bild und Ton ohne Qualitäts­verluste auf HDTV-Fernseher zu über­tragen.

Über die Netz­werk­verbindung kann der Nutzer dann Internet­dienste erreichen. Der Philips BDP7500 ermöglicht sogar einen weit­gehend uneinge­schränkten Internet­zugang. Die Navigation mittels Fernbedienung und vor allem die Text­eingabe sind jedoch wenig komfortabel. Manche Internet­seiten zeigt der Philips nicht an, weil sie das sogenannte Java-Script nutzen. Dafür ist er nicht vorbereitet.

Alle anderen Modelle bieten zumindest „BD Live“. Das ist ein spezieller Internet­dienst, über den zusätzlich zum Bonusmaterial auf Blu-ray-Scheiben Multimedia-Inhalte wie Spiele, Film­vorschau und andere Informationen angeboten werden. Außerdem können bis auf den billigeren Philips, den Onkyo und den Toshiba die netz­werk­fähigen Blu-ray-Spieler auf ein beschränktes, vom Anbieter ausgewähltes und aufbereitetes Internet­angebot zugreifen: von den Nach­richten­seiten der Tages­schau bis hin zu Video­clip­seiten wie Youtube. Auch das Land­karten­programm Google Maps, Internetfotoalben wie Picasa und wetter.de sind im Angebot. Samsung bietet einen „App-Store“, aus dem Nutzer bislang unentgeltlich Video­spiele laden können.

Nachteil dieser Internetanbindung: Die Lade­zeiten sind lang, die Hand­habung über die Fernbedienung umständlich und die Darstellung insbesondere von kleinen Schriften ist nicht immer gut lesbar. So stellen diese Angebote kaum eine Alternative zum internet­fähigen Computer dar.

Hand­habung nur bei Sony gut

Etwas enttäuschend fielen die Ergeb­nisse im Hand­habungs­test aus. Lediglich den beiden Sony-Spielern können wir eine gute Hand­habung bescheinigen, und das auch nur knapp. Denn die Bedienung am Gerät ist auch hier schwach. Der Pioneer-Spieler erreicht wegen träger Navigation und unüber­sicht­licher Menüs nur ein Ausreichend. Ein weiterer Nachteil dieses Modells ist das Lüfter­geräusch, das wir auch beim LG BX580 fest­gestellt haben. Ein vermeid­bares Ärgernis bei modernen Multimediageräten.

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