Tipps

Erkennen. Sie erkennen Bleileitungen daran, dass sie im Gegensatz zu Kupfer- oder Stahlrohren meist nicht ganz gerade verlegt sind. Es gibt keine Winkelstücke, dafür weite Bögen. Die Lötstellen wirken wulstig, geschraubte Verbindungen gibt es nicht.

Prüfen. Schöpfen Sie Verdacht, verschaffen Sie sich wie folgt Gewissheit: Ziehen Sie mit einem harten Gegenstand, etwa einem Schraubenzieher, über das Rohr. Ist die Oberfläche weich, entsteht ein leichter Ritz und glänzt das graue Metall an dieser Stelle silbern, können Sie fast sicher sein, dass es sich um Blei handelt. Zusätzliche Gewissheit bringt eine Klopfprobe: Bleirohre klingen dumpf.

Recherchieren. Wenn die Leitungen unter Putz liegen, können Sie ihr Material nur dort bestimmen, wo sie aus der Wand kommen, zum Beispiel an der Wasseruhr. Aber: Gefährliche Mischins­tal­la­tionen lassen sich so oft nicht erkennen. Im Zweifelsfall fragen Sie den Vermieter. Der Wasserversorger gibt Auskunft über das Material der Hausanschlussleitung von der Straße zum Haus.

Analysieren. Endgültige Klärung kann oft nur eine Analyse bringen. Einzelne Versorger bieten die Untersuchung sogar kostenlos an. Zum Beispiel die Hamburger Wasserwerke für Haushalte mit Schwangeren und Kindern bis zum ersten Lebensjahr.

Austauschen. Sind die Trinkwasserleitungen tatsächlich aus Blei, sollten sie immer schnellstmöglich entfernt werden. Den Wechsel der Hausanschlussleitung übernimmt der Wasserversorger. Ab Grundstücksgrenze oder Wasserzähler – je nach Ort unterschiedlich geregelt – ist der Hauseigentümer verantwortlich:

Finanzierung. Für den Austausch von Bleirohren stehen Hauseigentümern Fördermittel aus dem Wohnraumfinanzierungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung. Für Modernisierung und Instandhaltung privater Wohngebäude werden insgesamt acht Milliarden Euro bereitgestellt. Kredite bis zu 100 000 Euro mit Laufzeiten von maximal 20 Jahren sind möglich. Antragsformulare gibt es bei Banken.

Nachhaken. Viele Vermieter zeigen sich bei nachgewiesener Bleibelastung einsichtig und handeln. Falls nicht: Konsultieren Sie den Mieterverein und informieren Sie das Gesundheitsamt.

Schützen. Wasser, das mehr als eine Stunde lang in Bleirohren steht (Stagnationswasser), sollten Sie nicht zum Trinken oder Kochen verwenden, sondern ablaufen lassen – je länger und entfernter die betroffenen Rohrabschnitte, desto mehr. Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder dürfen Wasser aus Bleileitungen gar nicht trinken, sondern müssen auf geeignetes Flaschenwasser umsteigen. Wasserfilter bieten keinen ausreichenden Schutz.

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