Was tun?: Tipps

Erkennen Bleileitungen sind im Gegensatz zu Kupfer- oder Stahlrohren meist nicht ganz gerade. Statt Winkelstücken sind weite Bögen verlegt. Die Lötstellen wirken wulstig, geschraubte Verbindungen gibt es nicht.

Prüfen Ein Ritz mit dem Schraubenzieher in die weiche Oberfläche lässt das graue Metall silbern glänzen. Beim Anklopfen klingt es dumpf.

Recherchieren Liegen die Leitungen unter Putz, lässt sich ihr Material nur dort bestimmen, wo sie aus der Wand kommen, zum Beispiel an der Wasseruhr. Aber: Gefährliche Mischins­tal­la­tionen sind so oft nicht erkennbar. Im Zweifelsfall den Vermieter fragen. Der Wasserversorger gibt Auskunft über das Material der Hausanschlussleitung von der Straße zum Haus.

Analysieren Eine endgültige Klärung kann oft nur eine Analyse bringen. Einzelne Versorger bieten die Untersuchung sogar kostenlos an. Zum Beispiel die Hamburger Wasserwerke für Haushalte mit Schwangeren und Kindern bis zum ersten Lebensjahr.

Austauschen Werden Bleileitungen festgestellt, sollten sie immer schnellstmöglich entfernt werden. Den Wechsel der Hausanschlussleitung übernimmt der Wasserversorger. Ab Grundstücksgrenze oder Wasserzähler – je nach Ort unterschiedlich geregelt – ist der Hauseigentümer verantwortlich: siehe Tipps zur Finanzierung.

Nachhaken Viele Vermieter zeigen sich bei nachgewiesener Bleibelastung einsichtig und handeln. Falls nicht: Mieterverein konsultieren und Gesundheitsamt informieren.

Schützen Wasser, das mehr als eine Stunde lang in Bleirohren steht (Stagnationswasser), sollten Sie nicht zum Trinken oder Kochen verwenden, sondern ablaufen lassen – je länger und entfernter die betroffenen Rohrabschnitte, desto mehr. Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder dürfen Wasser aus Bleileitungen gar nicht trinken, sondern müssen auf geeignetes Flaschenwasser umsteigen. Wasserfilter bieten keinen ausreichenden Schutz.

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