Blei im Trinkwasser Meldung

Trinkwasser hat in Deutschland meist eine prima Qualität. Doch wo es noch durch alte Leitungen aus Blei strömt, droht Gefahr für kleine Kinder.

Gute Nachricht für die Bewohner von Altbauten, in denen das Wasser noch durch Bleirohre fließt: Ab Ende November gilt ein niedrigerer Grenzwert. Statt der bislang erlaubten 40 Mikrogramm Blei darf ein Liter Trinkwasser dann maximal 25 enthalten. Die Trinkwasserverordnung erhöht so den Druck auf Hausbesitzer, die alten Leitungen endlich auszutauschen.

Auch kleine Mengen schädlich

Blei im Trinkwasser Meldung

Ein erhöhtes Risiko, dass Bleileitungen das Trinkwasser belasten, besteht in den rötlich dargestellten Regionen. In den blau markierten Gegenden ist die Gefahr allenfalls gering.

Die Bleimengen, die sich aus den Rohren ins Wasser lösen, sind zwar gering (ein Mikrogramm ist ein Millionstel Gramm), aber aus toxikologischer Sicht Besorgnis erregend. Selbst kleinste Mengen können das Nervensystem beeinträchtigen („Blei macht dumm“). Gefährdet sind Schwangere und kleine Kinder. So ergab eine Studie aus den USA mit 172 Kindern im Alter von drei und fünf Jahren, dass der Intelligenzquotient (IQ) mit zunehmender Bleibelastung sinkt. Ein zehnfach erhöhter Bleigehalt im Blut hatte im Durchschnitt einen um 7,4 Punkte reduzierten IQ zur Folge.

Wo die Hausinstallation aus Blei besteht, können die Bewohner die Belastung verringern, indem sie das abgestandene Wasser („Stagnationswasser“) vorm Trinken oder Kochen ablaufen lassen. Doch Experten misstrauen dieser Methode: Wie lange die Armatur geöffnet sein sollte, lässt sich nur schwer abschätzen. Außerdem können jederzeit Bleiverbindungen, die als Partikel an den Rohrwandungen haften, vom durchströmenden Wasser mitgerissen werden. Hermann Dieter vom Umweltbundesamt warnt deshalb vor allem Familien mit Kleinkindern: „Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung sollte man niemals Stagnationswasser und schon gar nicht Wasser aus Bleileitungen verwenden.“ Das Problem: Viele Verbraucher wissen nicht, ob Blei ihr Trinkwasser belastet. So erkennen Sie gefährliche Leitungen:

  • Recherchieren: Wenn Sie in einem alten Gebäude wohnen, sollten Sie beim Eigentümer und zusätzlich beim Wasserversorgungsunternehmen nachfragen, ob die Hausinstallation oder die Hausan­schluss­lei­tung noch aus Blei sind.
  • Selbst prüfen: Im Unterschied zu Kupfer- und Stahlleitungen sind Bleirohre oft leicht gebogen. Die Rohrverbindungen wirken wulstig. Beim Draufklopfen mit einem Schraubenzieher klingen Bleirohre dumpf. Ihre graue Oberfläche ist zudem relativ weich: Wird sie mit dem Schraubenzieher etwas eingeritzt, schimmert die beschädigte Stelle silbrig.
  • Untersuchen: In allen Zweifelsfällen sorgt unsere Trinkwasseranalyse für Klarheit. Sie hilft sogar, versteckte Schwermetallquellen aufzuspüren – etwa wenn Bleirohre unter Putz liegen.
  • Aktiv werden: Sind Bleileitungen vorhanden, gilt: Raus damit! Wenn der Hausbesitzer zögern sollte, können Gesundheitsamt oder Mieterverein helfen. Erfreulich: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau fördert auch die Erneuerung alter Sanitärinstallationen.
  • Ablaufen lassen: Blei steckt nicht nur in alten Rohren, sondern auch in den Messinglegierungen moderner Armaturen. Also immer etwa ein Glas ablaufen lassen, bevor Sie das Wasser zum Trinken verwenden.

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