Trotz Warn­schild müssen Besucher nicht mit bissigen Hunden rechnen.

Wer trotz des Schildes „Durch­gang verboten“ auf ein Grund­stück geht, muss nicht mit einem bissigen Hund rechnen. Das stellte das Amts­gericht Augs­burg klar. Es entschied: Ein Hundehalter muss 1 800 Euro an eine Frau zahlen, die von seinem Hund gebissen worden war (Az. 19 C 2923/17).

Hundehalter haften auch ohne eigene Schuld

Bei Hunden gilt die Gefähr­dungs­haftung. Halter müssen selbst dann zahlen, wenn sie keine Schuld trifft. Den Geschädigten kann allenfalls eine Mitschuld treffen. Dafür reichen Warn­schilder oft nicht.

Selbst „Vorsicht, bissiger Hund“ reicht nicht

„Durch­gang verboten“ stelle nicht klar, dass es einen bissigen Hund gebe, so das Gericht. Ähnlich urteilte das Ober­landes­gericht Stutt­gart beim Schild „Hier wache ich“, das einen Dalmatiner zeigte (Az. 1 U 38/10). Dem Bundes­gerichts­hof reichte selbst „Vorsicht, bissiger Hund“ und „Warnung vor dem Hund“ nicht. Ein Besucher hatte die Haustür geöffnet. Dann griffen ihn zwei Rott­weiler an. Der Mann musste nicht damit rechnen, dass bissige Hunde trotz seines angekündigten Besuchs frei herum­laufen (Az. VI ZR 238/04).

Dieser Artikel ist hilfreich. 9 Nutzer finden das hilfreich.