Birnen aus der Türkei Meldung

Das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg warnt vor dem Verzehr von Birnen aus der Türkei. Die Lebensmittelüberwachung untersuchte acht Proben. Alle waren mit dem Insektizid Amitraz belastet. Eine Probe überschritt den Grenzwert sogar um das 1 500-fache. Gefährlich vor allem für Kleinkinder. test.de klärt auf.

Nur türkische Birnen betroffen

Die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg untersuchte Birnen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Die Behörden analysierten insgesamt 45 Proben aus verschiedenen Ländern. Acht davon aus der Türkei. Alle untersuchten Birnen aus der Türkei waren mit Amitraz belastet. Ein Wirkstoff gegen Insekten. Die Lebensmittelchemiker fanden in den Birnen 0,2 bis 15,7 Milligramm Amitraz pro Kilogramm Birnen. Bis zu 1500-mal mehr als zugelassen. Die vorgeschriebene Höchstmenge liegt bei nur 0,1 Milligramm pro Kilogramm. Auch der festgelegte Wert für die akute Referenzdosis (ARfD) wurde in allen Proben aus der Türkei deutlich überschritten. Birnen aus anderen Ländern waren ohne Tadel.

Kleinkinder in Gefahr

Das Insektizid Amitraz ist in der EU seit Anfang 2008 verboten. Die untersuchten Birnen aus der Türkei enthielten so viel Amitraz, dass eine Gesundheitsgefährdung von Kleinkindern nicht ausgeschlossen werden kann, teilte das Ministerium am Montag in Stuttgart mit. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung kann Amitraz in Einzelfällen zu Schläfrigkeit, Desorientiertheit, Sprachstörungen und zur Senkung von Pulsfrequenz und Blutdruck führen. Die Behörden in Baden-Württemberg warnen deshalb dringend vor dem Verzehr türkischer Birnen.

Birnen zum Teil schon verkauft

Die Stuttgarter Behörden konnten die giftigen Birnen teilweise noch aus dem Handel nehmen, zum Teil waren sie aber schon verkauft. Die Behörden leiteten ein Strafverfahren ein und meldeten den Giftfund an das europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel (RASFF). „Der aktuelle Fall mit seinen extremen Höchstmengenüberschreitungen kann nicht ohne Konsequenzen bleiben“, sagte Baden-Württembergs Minister für Ernährung und ländlichen Raum, Peter Hauk (CDU). Er fordert eine EU-weite Einfuhrbeschränkung für Birnen aus der Türkei, da eine Gefährdung für die Gesundheit nicht ausgeschlossen werden könne. Die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg wird die Überprüfung von Birnen fortsetzen.

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