Mit ihrer Reform der EU-Öko-Verordnung rüttelt die EU-Kommis­sion an bisherigen Regeln für Biolebens­mittel – und bringt die deutsche Biobranche gegen sich auf. Ein Streit­punkt: Für Bioprodukte sollen künftig nicht allgemein geltende Schwellen­werte für Rück­stände gelten, sondern biospezi­fische Grenz­werte, die sich an der Baby­kost-Richt­linie orientieren. Den Plänen zufolge wäre ein Produkt dann nicht mehr Bio, wenn es pro Kilogramm mehr als 0,01 Milligramm eines für Biolebens­mittel nicht zugelassenen Stoffs enthält. Laut dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ist das nicht praktikabel. „Biobauern achten in der gesamten Produktion darauf, dass es nicht zu Verunreinigungen kommt. Aber sie arbeiten nicht unter einer Glocke“, so Joyce Moewius vom BÖLW. „In Zukunft würden sie bestraft werden für Verunreinigungen vom Nach­barfeld.“ Auch die Bundes­regierung sieht die Pläne als Schwächung der Biobauern an und arbeitet an Gegen­entwürfen.

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