Bioenergiefonds sind eine relativ junge Geldanlage mit hohen Renditechancen. Das liegt vor allem an der staatlichen Förderung für Biostrom. Die über einen Zeitraum von 20 Jahren garantierten Vergütungen können vermutlich sogar einige Planungsfehler der häufig erst kurz im Markt tätigen Initiatoren kompensieren. Finanztest hat sich sechs Bioenergiefonds genauer angesehen und erklärt, welches Engagement aussichtsreich ist und was Anleger vor einer Investition beachten sollten.

Staatlich geförderter Biostrom

Biogasanlagen gelten als die Energielieferanten der Zukunft. Die Produktion von Gas, Wärme und Strom aus Gülle und nachwachsenden Rohstoffen wird stark gefördert, um Alternativen für Atomstrom, Erdöl und Gas aus Russland zu schaffen. Für erzeugten Biostrom garantiert der Staat eine Grundvergütung. Zusätzlich gibt es nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Boni für die Verwendung nachwachsender Rohstoffe, die Nutzung von Abwärme aus der Stromerzeugung und für den Einsatz neuester Technik. Anlagenbetreiber können so 20 Jahre lang bis zu 20 Cent pro Kilowattstunde für den erzeugten Strom erhalten, wenn sie 2006 alle Boni bekommen. Zusätzlich gibt es noch Investitionshilfen für den Bau von Biogasanlagen.

Biogasmarkt lockt Investoren

Der Markt für Biogas läuft gut. Das lockt auch Investitionsgesellschaften an. Sie legen geschlossene Fonds auf, um privates Geld für den Bau von Biogasanlagen zu werben. Anleger können sich mit Summen zwischen 5 000 und 50 000 Euro für zehn und mehr Jahre an Biofonds beteiligen. Hinzu kommt eine Gebühr von meist 5 Prozent. Reicht das Geld zur Finanzierung eines Projekts aus, wird der Fonds geschlossen. Anleger können dann keine Anteile mehr erwerben.

Risiken und Renditekiller

Bei allen Fonds sind Anleger an Gewinnen und Verlusten beteiligt. Das kann im schlechtesten Fall dazu führen, dass Anleger ihre gesamte Einlage verlieren. Hauptproblem: Der Markt für Biogasanlagen ist noch recht jung. Kaum ein Anleger kann deshalb eine aussagekräftige Leistungsbilanz vorlegen. Einige Anbieter haben zudem nur wenig Erfahrung mit der Verwaltung solcher Fonds. Dadurch entstehen Risiken. Planungsfehler wie zum Beispiel falsch kalkulierte Ausgaben für Technik, Betrieb und Wartung der Biogasanlagen sind nicht ausgeschlossen. Auch die Kosten für die nachwachsenden Rohstoffe, die Gülle und die Verarbeitung von Reststoffen und Dünger können zu niedrig angesetzt worden sein. Da die garantierte Vergütung für die Stromeinspeisung jedoch sehr hoch ist, sollten im Großen und Ganzen seriös kalkulierte Fonds mit vernünftigen Rückstellungen auch einige Planungsfehler kompensieren können.

Sechs Biofonds im Check

Finanztest hat sechs Bioenergiefonds genauer untersucht:

  • Der Anbieter des MTV III Bioenergiefonds spricht von jährlich mehr als 10 Prozent Rendite, da der ins Netz eingespeiste Strom 20 Jahre lang garantiert vergütet wird. Die einmaligen und laufenden Kosten des Fonds sind im Vergleich mit anderen geschlossenen Fonds sehr hoch. Trotz einer vermutlich eher etwas unter 10 Prozent liegenden Rendite, ist der Fonds attraktiv.
  • Das gilt auch für den Biogasfonds Cash Cow II. Zwar sind auch hier vor allem die einmaligen Kosten für Anleger, denen 35 Prozent von ihrer Einlage abgezogen wird, sehr hoch. Doch das dürfte durch die für 20 Jahre garantierte Stromvergütung, die für alle Anlagen fast 19 Cent je Kilowattstunde ausmacht, kompensiert werden.
  • Die Europäische Bio-Raffinerie GmbH & Co. KG stellt mit 17,6 Prozent die höchste Rendite in Aussicht. Das Unternehmen will in eine Bioraffinerie mit Labor und zugehörigen Immobilien investieren, die stärkehaltige Saaten zur Energiegewinnung nutzen. Das Konzept macht zwar einen guten Eindruck. Jedoch schreckt die „Alleinherrschaft“ von Waldemar Neumüller ab. Er ist Patentinhaber, Lizenzgeber und -nehmer, Initiator, Platzierungsgarant und Geschäftsführer des Fonds.
  • Nicht überzeugt hat der Fonds Deutsche Biomassekraftwerk I. Dieser ist aus dem gescheiterten Fonds Star Hotel Alanya/Türkei hervorgegangen. Kosten aus diesem Fonds sind in den Biofonds übergegangen – das schmälert die Gewinnchancen unnötig.
  • Die hohen einmaligen Kosten des Metacon Kraftwerk-Fonds Nr. 1 von 43,6 Prozent der Beteiligungssumme schrecken eher ab.
  • Hohe laufende Kosten von 8,72 Prozent pro Jahr hat der Fonds Biomasse-Heizkraftwerk Taufkirchen/Vils GmbH & Co. KG. Finanztest erhielt zudem keine Antworten auf gestellte Fragen.

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