Billighotels Test

Karges Zimmer, schmutziges Bad, mieser Service – Billig-Hotels und Hostels genießen nicht immer den besten Ruf. Zu Unrecht, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt. Die Hälfte der Häuser schneidet gut ab. Im Test: 14 Budget-Hotels, Hostels und Herbergen.

Billige Betten boomen

In Zeiten der Krise gilt: Geiz ist geil – auch in Sachen Übernachten. In Luxushotels bleiben die Betten leer, günstige Herbergen punkten. Vor allem, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Das zeigt der aktuelle Test der Stiftung Warentest von 14 Billig-Herbergen. Sieben von ihnen sind insgesamt gut. In Sachen Komfort, Ausstattung und Sauberkeit gibt es kaum etwas auszusetzen.

Frühstück vom Feinsten bei Ibis

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Allen voran Anbieter Ibis. Das Budget-Hotel beweist: Schlicht ist nicht gleich schlecht. Hier übernachteten die Tester gern. Freundlich, gemütlich, einladend urteilten sie über die Zimmer. Mit zehn Euro ist das Frühstück zwar relativ teuer, aber auch besser als in anderen Billig-Hotels. Am Buffet hat der Gast die Qual der Wahl zwischen Vollkornbrot, drei Sorten Brötchen, Aufschnitt, verschiedenen Salaten und reichlich Obst. Sogar Bio-Produkte gab es für die Tester.

Ungemütlich und eng im Formule 1

Ibis ist eine Marke der Accor-Gruppe, dem größten Hotelkonzern Europas. Dazu gehört auch das Hotel Formule 1. Im Test bildet die Kette das Schlusslicht. Meist liegen die Häuser am Stadtrand, die Zimmer sind ungemütlich, die Toiletten auf dem Flur und außerdem eng. Ein Tester fühlte sich unwillkürlich an Dixi-Klos auf Volksfesten erinnert. Vorteil des Hotel Formule 1: Mit Preisen ab 27 Euro sind die Zimmer unschlagbar günstig. Vor allem, da bis zu zwei Erwachsene und ein Kind darin übernachten können.

Höherer Preis, mehr Komfort

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Die Besserplatzierten Ibis, Express by Holiday Inn und Motel One kosten fast doppelt so viel pro Nacht. Dafür sind die Zimmer freundlich und modern. Motel One sticht heraus. Hier kann sich der Gast über Regenschwallduschen, Granitwaschtische und Flachbildfernseher freuen. Fast wie in einer Edelunterkunft, wäre da nicht der Mangel an elementaren Dingen: Einen Schrank und ein Telefon sucht der Gast vergeblich.

Herbergen: Nicht mehr nur für Jugendliche

Einst als spartanische Unterkunft für die „wanderfrohe Jugend Deutschlands“ gegründet, stehen Jugendherbergen heute jedem offen. So unterschiedlich wie die Klientel ist die Qualität der drei Häuser im Test. Während die Herberge in Köln-Deutz schon Hotelniveau hat, gibt es im Münchner Haus noch Klassenfahrtfeeling: Je nach Zimmer schläft der Gast in Stockbetten und duscht im Gemeinschaftsbad. Im Vergleich zu Budget-Hotels sind die Jugendherbergen im Test allerdings kaum günstiger. Das Einzelzimmer kostet je nach Haus zwischen 27 und 42 Euro. Dazu kommt die Mitgliedsgebühr für das Deutsche Jugendherbergswerk. Für Familien und Erwachsene ab 27 Jahren beträgt sie 21 Euro im Jahr. Jüngere zahlen 12,50 Euro.

CVJM München nur für Verheiratete

Ähnlich günstig wie Billig-Hotels sind die Häuser des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM). Er unterhält Jugendgästehäuser und Hotels. Alle arbeiten selbstständig. Entsprechend unterschiedlich ist der Standard in den einzelnen Häusern. Im CVJM Düsseldorf gibt es im komfortablen Einzelzimmer WLan, gratis Mineralwasser und sogar Schoko-Täfelchen auf dem Kopfkissen. Im CVJM München dagegen muss der Gast samt Koffer in einigen Zimmern auf knapp sechs Quadratmetern zwischen Schrank, Bett und Waschbecken rangieren. Eins aber haben die Häuser gemeinsam: Die Atmosphäre ist sehr christlich, die Hausordnung zuweilen auch. Ein Beispiel: Wer im CVJM München ein Doppelzimmer will, muss miteinander verheiratet sein.

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