Klimaschutz und Fliegen: Steigende Klimagase

Klimakiller: Der Flugverkehr ist in den letzten Jahren rasant gewachsen und damit auch der Ausstoß klimaschädlicher Abgase. Denn bei der Verbrennung des Flugzeugtreibstoffs Kerosin entstehen neben Kohlendi­oxid, das in erster Linie für den Treibhauseffekt verantwortlich gemacht wird, unter anderem noch Ozon, Ruß und Wasserdampf. Schon im Jahr 2000 lag der gesamte Treibstoffverbrauch der Luftfahrt bei 169 Millionen Tonnen. Daraus resultiert ein Kohlendioxidausstoß von 532 Millionen Tonnen. Doch die Klimawirksamkeit des Luftverkehrs dürfte nach neuesten Erkenntnissen drei- bis fünfmal so groß sein wie die allein durch Kohlendioxid verursachte.

Gegenmaßnahmen: Ab 2012 soll der Flugverkehr in das Europäische Emissionshandelssystem einbezogen werden. Wenn Fluglinien mehr Emissionen verursachen, als ihnen Zertifikate zugestanden werden, müssten sie Emissionszertifikate hinzukaufen. Zunächst soll die Emissionsobergrenze (cap) bei 97 Prozent des Durchschnitts der Emissionen der Jahre 2004 bis 2006 liegen. Ab 2013 ist eine Absenkung auf 95 Prozent vorgesehen. Ab 2012 sollen 15 Prozent der Zertifikate versteigert werden. Die Luftfahrtverbände setzen auf eine Reduzierung des Treibstoffverbrauchs und die Einführung des einheitlichen europäischen Luftraums, der Kerosineinsparungen von bis zu zwölf Prozent ermöglichen soll. Denn nach Meinung von Experten könnte dadurch jeder Flug um rund 50 Kilometer verkürzt werden.

Passagiere: Sie können bei jedem Flug einen Emissionsausgleich für die verursachten Klimagase bezahlen. Die Anbieter von Ausgleichsprojekten, zum Beispiel Atmosfair oder Myclimate, investieren das Geld in Solar-, Wasserkraft- oder Biomasseprojekte, die etwa die gleiche Menge Kohlendioxid einsparen. Bei einigen Airlines kann man den Emissionsausgleich online gleich mitbuchen.

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