Billigflieger Special

Billigflieger befinden sich wieder im Aufwind. Wer frühzeitig bei ihnen bucht, fliegt günstig – vor allem nur mit Handgepäck. Gepäck- und Verwaltungs­kosten können den Preis allerdings in die Höhe treiben. Das gilt insbesondere für Ryanair. test bringt Tipps und einen kurzen Preischeck.

Wieder im Aufwind

Trotz Aschewolke und Streiks können die Billigairlines das Geschäftsjahr 2010 als Erfolg verbuchen. Nach einem tiefen Einbruch im Frühjahr 2009 befindet sich die Branche wieder im Aufwind, meldet der Low Cost Monitor, den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) herausgibt. Im Sommer 2010 gab es in Deutschland danach 17 Niedrigpreis-Fluggesellschaften, die rund 5  400 Flüge angeboten haben. Das waren fast 6 Prozent mehr als im Jahr davor. Billigflieger haben einen Marktanteil von rund 35 Prozent.

Preise von vier Airlines verglichen

Billigflieger Special

Auch wenn die Aufpreispolitik vieler Gesellschaften nervt, kann man immer noch sehr günstig durch Europa düsen. Vor allem diejenigen, die ihr Ticket frühzeitig buchen. Unser Preisvergleich von vier großen Fluggesellschaften zeigt: Ein einfacher Flug inklusive aller Aufschläge einschließlich Koffer drei Monate im Voraus gebucht kostet im Durchschnitt nur 40 bis 60 Euro. Wer nur mit Handgepäck reist, kann mit Ryanair, easyjet und germanwings sogar noch deutlich günstiger abheben.

Selbst die Luftverkehrssteuer, für die auf Europastrecken ab Deutschland meist 8 Euro aufgeschlagen werden, wirkt sich vorerst kaum preistreibend aus, wie die Preise bei Buchung drei Monate im Voraus zeigen (sieheTabelle). Sie erfassen einen Abflugtermin im Januar. Zu den Ferienterminen können die Preise für touristische Ziele allerdings deutlich anziehen. Immer aber gilt: Wer kurzfristig bucht, zahlt drauf.

Auffällig ist, dass die Preisunterschiede zwischen den Airlines bei etwa gleichen Bedingungen nicht sehr groß sind. Vor allem ist von den Superschnäppchen von Ryanair nicht mehr viel zu sehen.

Der Abstand zu den anderen Fluggesellschaften schrumpft sogar auf wenige Euro, wenn man statt des 15-Kilogramm-Koffers den üblichen mit 20 Kilogramm zugrunde legt. Dann erhöht sich der Ryanair-Durchschnittspreis jeweils noch einmal um 10 Euro.

25 Euro für 20-Kilo-Koffer bei Ryanair

Ryanair und easyjet befördern nur ein Handgepäckstück kostenlos. Gibt der Fluggast Gepäck auf, verlangt easyjet 11 Euro, Ryanair 15 Euro bei 15 Kilogramm Gewicht und 25 Euro bei 20 Kilo – wenn der Kunde das Gepäck bei der Buchung im Internet angemeldet hat. Gibt er den Koffer erst am Flughafen an, muss er wesentlich mehr zahlen. Bei airberlin ist ein Koffer im Preis enthalten. Auch sonst bietet die Airline mehr Service als die Konkurrenten.

Bei Umbuchung Geld oft weg

Kann der Kunde den gebuchten Billigflug nicht antreten, ist das Geld meist futsch. Steuern und Gebühren muss die Airline zwar zurückzahlen, die Rückforderung gestaltet sich aber oft aufwendig. Und viel bleibt nicht übrig, denn die Fluggesellschaften verlangen dafür Gebühren von ebenfalls 5,50 bis 36 Euro (siehe Meldung: Fluggastrechte). Für Umbuchungen kassieren sie Gebühren zwischen 30 und 36 Euro, hinzu kommt noch die Differenz zum neuen Flugpreis. Bei airberlin, easyjet und germanwings kann der Kunde das Ticket gegen 25 bis 35 Euro Gebühr auf eine andere Person übertragen. Bei Ryanair ist das grundsätzlich auch möglich, doch die Iren wissen es zu verhindern: mit einer völlig überzogenen Gebühr von 100 Euro.

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