Billigflieger Ryanair Meldung

Ryanair nimmt einen Fluggast nur nach Zahlung von weiteren 150 Euro mit. Das Ticket hatte der Gast auf seinen Rufnamen Heinz gebucht, laut Pass heißt er „Heinrich“. Ein Gericht verurteilte die Airline zur Rückzahlung.

Ryanair verweigert Check-In

Billigflieger Ryanair Meldung

Seitdem Heinrich Peters denken kann, wird er Heinz genannt. Selbst seine Eltern nennen ihn Heinz. Heinz verwenden viele als Kurzform von Heinrich. Peters arbeitet als Bürovorsteher in einer Notarkanzlei in Nettetal/Niederrhein. Als er mit seinen Arbeitskollegen im Rahmen eines Betriebsausflugs mit Ryanair nach Venedig fliegen möchte, wird ihm der Zutritt zur Maschine jedoch verweigert. Das Problem: Sein Vorname im Pass stimmt nicht überein mit dem bei der Flugbuchung angegebenen Namen. Bei der Online-Buchung weist die Internetseite von Ryanair zwar ausdrücklich daraufhin, dass der Name des Fluggastes „mit dem Namen im Reisepass bzw. einem anerkannten Reisedokument übereinstimmen“ muss. Aber die Kanzlei-Sekretärin, die die Flüge gebucht hatte, kannte Heinz Peters nur unter diesem Namen.

Gebühr soll Weiterverkauf von Tickets verhindern

Erst als Heinz Peters am Flughafen 150 Euro für die Umschreibung des Tickets zahlt, darf er mitfliegen. Auf Anfrage von test.de rechtfertigt Ryanair die Gebühr: „Die Änderungsgebühr bei Namensänderung dient dazu, den unzulässigen Weiterkauf günstig gebuchter Tickets zu unterbinden“, sagt Daniel de Carvalho, Pressesprecher von Ryanair. Diese Unternehmenspolitik mag ihre Berechtigung haben. Im Fall von Heinz Peters lag aber offenkundig kein Missbrauch vor, sondern für jeden erkennbar ein Versehen. Dennoch beharrten die Ryanair-Mitarbeiter am Schalter auf die Zahlung von 150 Euro.

Ryanair muss Gebühr zurückzahlen

Heinz Peters fand sich damit nicht ab. Er zahlte zwar zunächst. Nach Rückkehr aus Venedig reichte er jedoch Klage beim Amtsgericht Geldern ein. „150 Euro Änderungsgebühr bei einem 10-Euro-Ticket halte ich für stark überhöht“, sagt Peters. Bevor es allerdings zu einer Gerichtsverhandlung kam, erkannte Ryanair den Anspruch von Peters an. Das Amtsgericht verurteilte Ryanair im Rahmen eines Anerkenntnisurteils zur Rückzahlung des Geldes (Az. 4 C 331/11). Wegen des Anerkenntnisses von Ryanair befasste sich das Amtsgericht nicht mit der Frage, ob die Änderungsgebühr tatsächlich rechtlich in Ordnung ist, sondern urteilte so wie von Heinz Peters beantragt.

Sprecher: „Erstattung Zeichen des Guten Willens“

Ryanair-Sprecher de Carvalho sieht den Fehler nach wie vor auf der Seite von Heinz Peters. Die Erstattung der Gebühr sei ein „Zeichen des guten Willens“ gewesen. Möglicherweise wollte Ryanair mit dem Anerkenntnis aber auch eine rechtliche Diskussion über die Angemessenheit der Änderungsgebühr vor Gericht vermeiden.

Apropos Angemessenheit: Laut aktuellen Geschäftsbedingungen von Ryanair kostet die Änderung des Namens am Flughafen inzwischen übrigens 160 Euro.

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