Das Sterben auf dem Strommarkt geht weiter. Nach Ares und Riva stellt nun auch best energy sein Angebot ein. Die Tochter der Berliner Bewag lieferte Billigstrom bundesweit - seit Februar 2000. Nun ist Schluss: Das Unternehmen arbeitete nicht rentabel. Die verbliebenen Kunden müssen in den nächsten Wochen zu anderen Anbietern wechseln. test.de gibt Tipps.

Das Licht bleibt an

Dunkelheit brauchen die best energy-Kunden nicht zu fürchten. Wer nach der Kündigung nicht aktiv wird, landet automatisch bei seinem regionalen Stromversorger. In Berlin ist das die Bewag. Die regionalen Versorger sind zur Stromlieferung verpflichtet, wenn der Kunde keinen anderen Auftrag erteilt. Wer sich auf diese „Automatik“ verlässt, landet aber nicht unbedingt im günstigsten Tarif. Besser: Verbrauch ermitteln und den passenden Tarif aussuchen. Viele Stromversorger bieten im Internet Vergleichsrechner an. Unabhängige Preisdatenbanken ermöglichen den Vergleich verschiedener Anbieter.

Strom ist teuer

Viel sparen lässt sich allerdings nicht. Strom ist heute 10 bis 20 Prozent teurer als vor der Marktöffnung im November 1999. Große Stromkonzerne beherrschen den Markt. Es gibt kaum Wettbewerb. Beim Telefonieren ist das anders: Hier spielen auch kleine Anbieter gegen die großen auf. Eine Regulierungsbehörde überwacht die Preise der Telekom und sichert damit den Wettbewerb. Ab Juli 2004 soll es auch für den Strommarkt eine Regulierungsbehörde geben. Zu spät, meinen viele Experten. Die billigsten Anbieter sind bereits Pleite.

Tipps zum Wechsel

Wer von der best energy-Kündigung betroffen ist, sollte folgende Tipps beachten:

  • Zählerstand. Lesen Sie den Stromzähler ab. So vermeiden Sie Ungenauigkeiten bei der Schlussabrechnung.
  • Aktiv werden. Der regionale Netzbetreiber muss Sie zu seinen allgemeinen Tarifen versorgen. Allerdings ist er nicht dazu verpflichtet, Ihnen seinen günstigsten Tarif anzubieten. Prüfen Sie Ihren Stromverbrauch und fragen Sie gezielt nach den günstigsten Preisen.
  • Vertrag. Meiden Sie Verträge mit langer Laufzeit. Sonst hängen Sie im Vertrag fest, wenn Sie wieder wechseln wollen.
  • Wechsel. Planen Sie etwa sechs bis acht Wochen für den erneuten Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter ein. Die Umstellung erfolgt im Allgemeinen nur zum Ersten eines Monats.
  • Streitfälle. In Streitfällen hilft die Rechtsberatung der Verbraucherzentrale.

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