Billige Flugreisen Test

Wer von Deutschland nach Barcelona fliegen will, kann das für 33 Euro tun. Oder für 1 400 Euro. Der eine fliegt billig mit einem Billigflieger wie etwa easyjet. Der andere reist teuer mit einer nationalen Fluggesellschaft wie zum Beispiel Iberia. Bei diesem Preisunterschied muss es auch Qualitätsunterschiede geben. Das glauben jedenfalls Flugreisende, die keinen Fuß in Billigflieger setzen. Weit gefehlt - so das Fazit der Stiftung Warentest nach einem Test von zehn Billigairlines und fünf nationalen Linienfluggesellschaften.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Billigflüge

10 Billige, 5 Nationale

Täglich durchqueren 25 000 Flugzeuge den europäischen Luftraum. Tendenz steigend. Die große Nachfrage hängt unter anderem mit den günstigen Angeboten der Billigflieger zusammen. Vor über zehn Jahren machte die irische Fluggesellschaft Ryanair als Billigairline den renommierten Fluggesellschaften wie Lufthansa und British Airways Konkurrenz. Mittlerweile gehen weitere Billigairliner auf Kundenfang. Stiftung Warentest hat Reisetester mitfliegen lassen bei Air Berlin, DBA, Condor, Hapag-Lloyd Express, easyjet, Germanwings, Ryanair, Germania Express, Volareweb und V-Bird. Die letzten beiden Billigairlines fliegen nicht mehr. Auch nationale Fluggesellschaften waren im Test dabei: Lufthansa, British Airways, TAP Air Portugal, Alitalia und Iberia.

Ryanair und easyjet sind die billigsten

Ryanair und easyjet sind in puncto Preis kaum zu unterbieten. Unter 883 im Internet recherchierten Preisen boten diese Airlines meist die billigsten Flüge an. Ryanair verlangt durchschnittlich 109, easyjet 112 Euro. Die teuersten Billigflieger sind Condor mit einem Durchschnittspreis von 189 Euro und Germania Express mit 195 Euro für Hin- und Rückflug. Die Preiserhebung hat allerdings auch ergeben: Die Super-Billig-Preise, wie sie die Billigflieger in der Werbung versprechen, gibts ganz selten. Generell gilt: Je früher gebucht, desto mehr gespart. Ein Ryanair-Flug von Karlsruhe nach Barcelona/Girona kostete drei Monate vor Abflug 32,51 Euro. Eine Woche vorm Start sinds dagegen 350,51 Euro - mehr als das Zehnfache.

Air Berlin und Condor mit gutem Service

Nahe liegende Vermutung: Fluggesellschaften mit billigen Flügen bieten weniger Service. Das stimmt nicht immer. Im Gegenteil: Air Berlin und Condor überzeugten sogar mehr als die nationalen Fluggesellschaften. Wer also auf Service Wert legt, kann trotzdem bei Billigfliegern buchen. Dennoch: Viele Billigflieger reduzieren ihre Ausgaben natürlich dadurch, dass sie als Service nur das Notwendigste bieten. Beispiel Ryanair: Passagiere müssen meist zu Fuß zum Flugzeug gehen, sitzen im Flieger nicht besonders komfortabel und das Essen und Trinken an Bord ist recht teuer - ein Sandwich kostet fünf, ein Bier vier Euro.

Schlecht für die Umwelt

Aufgrund der günstigen Preise und der hohen Verfügbarkeit sind Flugzeuge mittlerweile sogar eine Alternative zu Bahn- und Autofahrten. Allerdings nur finanziell. Diese Entwicklung geht erheblich zu Lasten der Umwelt. In 10 bis 15 Jahren bewegen sich täglich möglicherweise 50 000 Flugzeuge über Europa - so eine Einschätzung der EU-Kommission. Vor dieser Entwicklung warnt die Umweltorganisation Germanwatch. Laut einer unveröffentlichten Untersuchung belasten Flugzeuge das Klima doppelt so stark wie bisher angenommen. Der Anteil des Luftverkehrs am Treibhauseffekt beträgt fast neun Prozent.

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