Wer einen günstigen Flug buchen will, muss nicht Dutzende Anbieter abgrasen. Das erledigen Meta-Suchmaschinen im Internet. Wir haben sieben gecheckt.

Rund 50 000 Nutzer suchen täglich beim Preisvergleich billigflieger.de nach einem günstigen Flug, Hotel oder Mietwagen. Der Leipziger Anbieter ist nach eigener Aussage Marktführer unter den Flugpreisvergleichen. Er ist eine Meta-Suchmaschine, das heißt: In kurzer Zeit durchforstet er sowohl die Angebote von Fluggesellschaften als auch die von wichtigen Reiseportalen wie Expedia. Ebookers oder Opodo. Dem Nutzer wird das preiswerteste Angebot angezeigt – verspricht billigflieger.de zumindest. „Wer sich nur in Reiseportalen oder bei Fluggesellschaften umsieht, zahlt durchschnittlich 54 Prozent mehr“, erklärt Marcel Radzei, Gründer dieser Seite.

Unerwünschtes wegklicken

Wir haben uns sieben Preisvergleiche genauer angesehen und in einer Stichprobe von zehn Flugabfragen überprüft, wer wirklich Schnäppchen herausfischt. Gewertet wurden nur die Flüge, die beim entsprechenden Anbieter zum angegebenen Preis tatsächlich gebucht werden konnten.

Die Preisvergleichsseiten selbst verkaufen keine Flüge. Mit einem Klick auf das günstigste Angebot wird der Kunde auf die Seite einer Airline oder eines Reiseportals weitergeleitet, wo er den Flug buchen kann. Der Anbieter travel-iq.de verbindet die Weiterleitung mit nützlichen Tipps wie:

  • Bitte Anzahl der Gepäckstücke prüfen, da diese bei Easyjet kostenpflichtig sind.
  • Achtung: Bei Reisen mit Kleinkindern muss am Schalter eingecheckt werden, was zusätzliche Kosten verursacht (Ryanair).
  • Eine kostenpflichtige Reiseversicherung ist vorausgewählt. Bitte vergessen Sie nicht, diese auf Wunsch zu entfernen.

Auf vielen Reiseportalen sind in der Tat Voreinstellungen gespeichert, um dem Kunden eine Versicherung unterzujubeln, die er vielleicht gar nicht braucht. Für Flugbuchungen ist das gesetzlich verboten. Das Verbot sollte aber nicht nur für Airlines, sondern für alle Flugverkäufer gelten. Dieser Meinung ist auch der Verbraucherzentrale Bundesverband, vzbv, der fünf Anbieter deshalb abgemahnt hat: fly.de, ebookers.de, expedia.de, opodo.de und travel24.de. Gegen fluege.de wurde bereits ein Ordnungsgeldverfahren eingeleitet. In unserer Stichprobe fanden wir neben den abgemahnten Unternehmen noch lastminute.de und cheapfares.de, die Versicherungen voreinstellen.

Tipp: Sehen Sie sich die Buchungsmaske genau an und deaktivieren Sie Posten, die Sie nicht wünschen.

Mehr als 260 Euro gespart

Mithilfe der Preissuchmaschinen können Flugreisende viel Geld sparen. Allerdings sollten sie immer mehrere heranziehen, denn jede sucht nur bei einer begrenzten Zahl von Anbietern. In der Trefferliste befindet sich nicht immer das beste Angebot. Beispiel: Frankfurt – Bangkok im Februar. Das günstigste Angebot für diesen Flug hatte Emirates mit einem Zwischenstopp in Dubai für rund 590 Euro. Nur zwei Preissuchmaschinen – skyscanner.de, travel-iq.de – haben diesen Flug direkt bei der Airline gefunden, zwei weitere – swoodoo.de, billigflieger.de – bei Expedia, wo er 10 Euro teurer war. Mit rund 650 und 700 Euro waren die günstigsten Angebote von billiger-reisen.de und kayak.com deutlich teurer. Und ganze 262 Euro draufzahlen musste, wer die Preise für den Bangkok-Flug nur bei kinkaa.de verglichen hatte. Bei dieser Suchmaschine war Thai Airways über lturfly.de mit 851 Euro das preiswerteste Angebot. Ohne Vergleich hätte der Flug freilich auch über 1 000 Euro kosten können.

Billigflieger extra checken

Ein Preisvergleich lohnt sich immer, selbst auf den weniger treffsicheren Seiten. Die besten Ergebnisse in unserer Stichprobe erzielten billigflieger.de, swoodoo.com, skyscanner.de, travel-iq.de und kayak.com.

Während bei kinkaa.de die Tops, das heißt günstige Flugpreise, noch überwo­gen, lieferte billiger-reisen.de in der Mehrzahl Flops. Diese Seite bietet außer dem Preis keine weitere Sortiermöglichkeit, und die Ergebnisse müssen meist noch auf Verfügbarkeit geprüft werden. Außerdem wurde billiger-reisen.de verdächtig oft bei traveltopia.de fündig. Doch die dort gefundenen Top-Angebote waren oft gar keine.

Tipp: Wer auf ausgesprochene Billigflüge wert legt, sollte noch direkt bei den Airlines suchen. Denn sie werden von den Meta-Suchmaschinen oft nicht erfasst.

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