Wer eine Erst­ausbildung abge­schlossen hat und später studiert, kann die Studien­kosten als Werbungs­kosten absetzen. Erhält derjenige ein Stipendium, kann das Finanz­amt die Werbungs­kosten kürzen. Allerdings darf es nicht das volle Stipendium anrechnen, sondern nur einen Teil – maximal 30 Prozent. Das setzte ein Stipendiat, der Betriebs­wirt­schaft studierte und als Veranstaltungs­kaufmann tätig war, vor dem Finanzge­richt Köln durch (Az.1 K 1246/16).

Der Mann erhielt 6 750 Euro Stipendium im Jahr. Um den vollen Betrag wollte das Finanz­amt seine 10 000 Euro Studien­kosten mindern, also nur 3 250 Euro anerkennen. Das Gericht sah das anders und erkannte 7 975 Euro an: 10 000 Euro minus 2 025 Euro (30 Prozent von 6 750 Euro), also 4 725 Euro mehr.

Tipp: Ob auch die Studien­kosten im Erst­studium als Werbungs­kosten etwa für Heim­fahrten, Unter­kunfts­kosten wegen doppelter Haus­halts­führung, Fach­literatur und Kurs­gebühren zählen und nicht nur begrenzt als Sonder­ausgaben, prüft derzeit das Bundes­verfassungs­gericht (Az. 2 BvL 23/14).

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