Fort­bildung: Steuern sparen, wenn der Chef nicht zahlt

Bildungs­kosten Special

Studieren Rentner nur zum Spaß ohne Erwerbs­absichten, gibt es für sie keine Steuer­vorteile.

Wer mitten im Berufs­leben steht, hat noch lange nicht ausgelernt. In vielen Berufen ist eine regel­mäßige Weiterbildung unumgäng­lich. Über­nimmt der Arbeit­geber die Kosten nicht oder nur zum Teil, sind sie steuerlich absetz­bar. Arbeitnehmer und auch Selbst­ständige können Fort­bildungs­kosten als Werbungs­kosten oder Betriebs­ausgaben in der Steuererklärung geltend machen.

Sprach­kurs für den Urlaub zählt nicht

Wichtig ist, dass es sich um eine berufliche Fort­bildung handelt. Ein Sprach­kurs in der Abend­schule zählt nur, wenn der Teilnehmer die erlernte Sprache für seinen Job benötigt. Lernt er hingegen für den nächsten Urlaub im Ausland, ist kein Abzug möglich. Gleiches gilt für Fort­bildungen im Ehren­amt. Kosten, die der Arbeit­geber über­nimmt, lassen sich ebenfalls nicht absetzen.

Für Arbeitnehmer gilt eine Pauschale

Alle Ausgaben rund um den Job werden für Arbeitnehmer mit einer Pauschale von 1 000 Euro abge­golten. Dazu zählen auch die Fort­bildungs­kosten. Kommen Arbeitnehmer durch ihre Aufwendungen für Weiterbildungen über diese Grenze, zählen die tatsäch­lichen Ausgaben. Für Selbst­ständige gibt es die Pauschale nicht. Für sie lohnt es sich auch unter­halb der Grenze von 1 000 Euro, die Kosten anzu­geben.

Auch Arbeits­lose sparen Steuern

Wer gerade in Eltern­zeit ist und einen Lehr­gang nutzt, um im Job zu bleiben, kann ebenfalls Werbungs­kosten angeben. Gleiches gilt für Umschulungs- und Weiterbildungs­maßnahmen während einer Arbeits­losig­keit.

Hin- und Rückweg sind absetz­bar

Neben den Gebühren für Fort­bildung oder Prüfung geben Teilnehmer die Fahrt­kosten zur Bildungs­einrichtung an. Anders als beim Arbeitsweg zählt nicht nur die Entfernungs­pauschale. Für eine Fahrt mit dem Pkw sind also 30 Cent pro Kilo­meter für Hin- und Rück­fahrt möglich. Bei der Fahrt mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln gelten die tatsäch­lichen Kosten für das Ticket.

Steuer­abzug für Verpflegung

In den ersten drei Monaten einer beruflichen Fort­bildung nutzen Steuerzahler außerdem die Verpflegungs­pauschale. Für Tage, an denen sie länger als acht Stunden von zu Hause weg sind, geben sie 12 Euro an. Findet eine Fort­bildung mit Über­nachtung statt, sind es sogar 24 Euro pro Tag. Für An- und Abreis­etage kommen für die Verpflegung jeweils 12 Euro hinzu. Kosten für Über­nachtungen sind zusätzlich nach Rechnungs­betrag absetz­bar. Ist ein Anteil für Verpflegung – etwa Frühstück oder Mittag­essen – enthalten, wird er abge­zogen. Wird die Bildungs­stätte weniger als drei Tage pro Woche besucht, entfällt die Befristung auf drei Monate.

Lehr­bücher, Software und Co

Genauso wie Arbeits­mittel sind auch Lern­mittel für berufliche Weiterbildungen wie Lehr­bücher, Kopien und Lernsoftware abzugs­fähig. Bis zu einem Preis von 487,90 Euro (952 Euro ab der Steuererklärung für 2018) inklusive Mehr­wert­steuer lassen sich Lern­mittel sofort abschreiben. Sind einzelne Dinge teurer, werden sie über mehrere Jahre abge­schrieben.

Kredit­kosten für teure Fort­bildung

Handelt es sich um eine kost­spielige Fort­bildung, für die der Teilnehmer einen Kredit aufnimmt, kann er die Zinsen als Werbungs­kosten geltend machen. Für Gebühren gilt das Gleiche. Die Kreditrück­zahlung selbst bringt aber keine Vergüns­tigung.

Dieser Artikel ist hilfreich. 6 Nutzer finden das hilfreich.