Schul­bildung: Nur Schulgeld für Privatschulen absetz­bar

Bildungs­kosten Special

Schulgeld für Privatschulen können Eltern absetzen.

Das teure Deutsch­buch, die Klassen­fahrt nach London oder das tägliche Pausenbrötchen aus der Schulcafeteria. Rund um die Schul­bildung ihrer Kinder müssen Eltern oft ins Portemonnaie greifen. Aber bringt das auch Steuer­vorteile? Schließ­lich ist die Ausbildung der Kinder ein wichtiges Gut für die Gesell­schaft.

Kinder­geld deckt Bildungs­kosten

Die Antwort auf diese Frage lautet Jein. Kosten für Schulbücher, Klassen­fahrten und Pausenverpflegung können Eltern nicht gesondert steuerlich absetzen. Für solche Aufwendungen erhalten sie Kinder­geld oder Kinder­frei­beträge.

Eltern bekommen nur eines: Kinder­geld oder Kinder­frei­beträge. Das Kinder­geld wird quasi als steuerfreie Voraus­zahlung auf die Kinder­frei­beträge geleistet. Das Finanz­amt prüft dann bei der Steuererklärung, ob Kinder­geld oder Frei­beträge eine höhere Steuerersparnis bringen.

Nach­hilfe zählt nur in Sonderfällen

Auch Nach­hilfe­stunden sind in der Regel nicht gesondert absetz­bar. Es gibt jedoch Ausnahmen: Leidet das Kind an einer Lese- und Recht­schreib­schwäche, können Nach­hilfe­stunden als Behand­lungs­kosten zählen und als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Eine weitere Ausnahme ist ein beruflicher Umzug. Hat das Kind Probleme, den Lern­anschluss zu finden, und braucht deswegen in der ersten Zeit Nach­hilfe­unter­richt, können Eltern die Kosten dafür als Werbungs­kosten absetzen.

Schulgeld für Privatschulen

Zusätzlich absetz­bar ist Schulgeld, das Eltern etwa an eine Privatschule zahlen. Pro Kind können sie 30 Prozent des gezahlten Schulgelds, aber höchs­tens 5 000 Euro im Jahr als Sonder­ausgaben geltend machen. Abzugs­fähig ist der Teil, der für die Durch­führung des Lehr­betriebs nötig ist. Entfällt ein Teil des Schulgeldes auf Unterbringung und Verpflegung – etwa in einem Internat –, muss dieser abge­zogen werden.

Abschluss muss anerkannt sein

Der Sonder­ausgaben­abzug für das Schulgeld gilt auch, wenn das Kind voll­jährig ist, aber noch Anspruch auf Kinder­geld oder Kinder­frei­beträge besteht. Schulgeld für Hoch­schulen oder Fach­hoch­schulen können Eltern nicht als Sonder­ausgaben angeben. Die Schule muss nämlich zu einem allgemein- oder berufs­bildenden Abschluss führen. Dieser muss einem staatlichen Abschluss – etwa Abitur – entsprechen oder vom Schul­ministerium des Bundes­landes anerkannt sein.

Es reicht, wenn die Schule auf den Abschluss vorbereitet

Nach einem aktuellen Urteil des Bundes­finanzhofs (Az. X R 26/15) reicht es aus, wenn die Schule auf einen solchen Abschluss nur vorbereitet, die Prüfung dann aber in einer anderen Einrichtung erfolgt. Geklagt hatte ein Ehepaar aus Bayern, dessen Tochter eine Privatschule besuchte und dort auf das Abitur lernte. Die Abiturprüfung fand an einem öffent­lichen Gymnasium statt. Das Finanz­amt erkannte die Schulgeldzah­lungen nicht an, da für die Privatschule ein Anerkennungs­bescheid des Kultus­ministeriums fehlte. Die Richter am Bundes­finanzhof gaben dem Ehepaar aber recht. Ein solcher Anerkennungs­bescheid sei nicht nötig. Es reiche aus, wenn die Schule auf einen genannten Schul­abschluss vorbereite. Eltern müssen nun selbst darlegen, dass diese Bedingung erfüllt ist. Dabei sollten sie mit der Schule zusammen­arbeiten.

Auch Auslands­schulen zählen

Für ausländische Schulen ist Schulgeld abzugs­fähig, wenn die Schule im EU- oder EWR-Raum liegt und zu einem beschriebenen Abschluss führt. In allen anderen Ländern zählen nur deutsche Auslands­schulen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 8 Nutzer finden das hilfreich.