Bildungskosten Meldung

Ausgaben für die Erstausbildung sollen keine Werbungskosten sein. Der Gesetzgeber hebelt Urteile des Bundesfinanzhofs aus.

Änderung. Kosten für die erste Berufsausbildung sollen nur noch Sonderausgaben sein und keine vorab entstandenen Werbungskosten. Das hat der Bundestag beschlossen. Jetzt muss nur noch der Bundesrat der Änderung zustimmen. Der Abzug als Sonderausgaben soll ab 2012 von 4 000 auf 6 000 Euro steigen.

Folgen. Der Gesetzgeber hebelt damit zahlreiche für Steuerzahler günstige Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) aus. Von den BFH-Urteilen haben nun nur noch die Kläger etwas (siehe Meldung „Ausbildungskosten sind Werbungskosten“). Für alle anderen führt die Neuregelung dazu, dass sie Bildungskosten bis zum ersten Berufsabschluss nicht mehr als Werbungskosten mit künftigen Einkünften verrechnen dürfen. Die Kosten mindern als Sonderausgaben nur die Steuerlast im selben Jahr. Davon haben die meisten Studenten nichts, weil sie wegen ihrer geringen Einnahmen häufig gar keine Steuern zahlen müssen.

Streit. Ob es verfassungskonform ist, dass die Gesetzesänderung sogar rückwirkend gilt, wird sicher bald die Gerichte beschäftigen. Sobald Klagen beim Bundesfinanzhof anhängig sind, können sich alle in das Verfahren einklinken. Allerdings dürften noch Jahre bis zur Entscheidung vergehen, wenn der Streit bis zum Bundesverfassungsgericht geht.

Tipp Für Bildungskosten nach Ihrem ersten vollwertigen Abschluss wie dem Bachelor lohnt es sich aber, alle Belege für die Steuererklärung zu sammeln, zum Beispiel für Fachbücher, Computer, Schreibtisch, Bücherregal und andere Arbeitsmittel. Denn diese Ausgaben zählen weiterhin als vorweggenommene Werbungskosten.

Ausnahmen. Werkstudenten oder Azubis, die für ihr Lehrlingsgeld Lohnsteuer zahlen müssen, dürfen auch für die erste Ausbildung Werbungskosten beim Finanzamt geltend machen.

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