Bilder digitalisieren Fotos neu beleben

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Papierbilder, Dias, Negative lassen sich für den Computer fit machen. Womit aber am besten – mit Flachbett- oder Diascanner, Kameraaufsatz oder Dienstleister?

Bilder digitalisieren Testergebnisse für 7 Digitalisieren von Fotos 2010

Kistenweise Dias, Schuhkartons voller Abzüge und Negative: So schlummern zahllose Urlaubs- und Familienbilder unbeachtet in Kellern und auf Dachböden vor sich hin. Und selbst wenn alte Fotos liebevoll gerahmt oder in Alben eingeordnet sind, kann es Gründe geben, ihnen neues, digitales Leben einzuhauchen: Weil man sie im Internet veröffentlichen oder zu neuen Fotobüchern zusammenstellen möchte, weil man sie als Motiv für selbstgestaltete Einladungskarten nutzen oder den Farbstich alter Abzüge korrigieren will.

Das Digitalisieren von Bildern heißt auch „scannen“ (vom englischen „to scan“ für absuchen, einlesen). Wir stellen verschiedene Geräte vor, mit denen Fotos, Dias oder Negative auf den Rechner zu bekommen sind. Exemplarisch haben wir außerdem zwei Dienstleister geprüft, die ihren Kunden diese Arbeit abnehmen (siehe „Scannen als Dienstleistung“).

Scannen oder scannen lassen?

Fotos selbst zu digitalisieren macht Arbeit, die Geräte kosten Geld und nehmen Platz weg. Manch einer wird das Ganze lieber einem Dienstleister überlassen. Die beiden, die wir geprüft haben, liefern ordentliche Qualität zu bezahlbaren Preisen. Trotzdem scannen viele lieber selbst, sei es, weil sie das als Teil ihres Fotohobbys betrachten, oder weil sie ihre privaten Fotos nicht aus der Hand geben möchten.

Welche Arten von Scannern gibt es?

Wir haben zwei Typen von Scannern geprüft: Dia- und Flachbettscanner. Diascanner sind auf Dias, zwei von ihnen auch auf Negative spezialisiert. Bei den Geräten von Plustek und Rollei legt der Nutzer gerahmte Dias oder Filmstreifen zum Einlesen in einen speziellen Halter und zieht diesen von Hand Bild für Bild durch den Scanner. Der Reflecta dagegen scannt Dias automatisch gleich magazinweise ein. Das funktioniert mit Diamagazinen der Typen CS, LKM, Paximat und Universal. Ungerahmte Filmstreifen scannt das Gerät nicht.

Vielseitiger, aber platzraubender als typische Diascanner sind die Flachbettscanner im Test: Neben Dias und Negativen lesen sie auch Papierbilder ein. Die werden wie bei einem Fotokopierer auf eine Glasfläche gelegt und von unten beleuchtet und abgetastet. Durchsichtige Vorlagen wie Dia- oder Negativfilme werden von einer Durchlichteinheit von oben beleuchtet.

Was ist ein Diaduplikator?

Mit dem Soligor-Diaduplikator lassen sich Dias und Negative mit einer Digitalkamera abfotografieren. Der Adapter wird vorn auf das Objektiv geschraubt. Das Gerät ist für Objektive mit einem 52-Millimeter-Filtergewinde ausgelegt, Adapterringe für 37, 49, 55, 58 und 62 Millimeter liegen bei. Welche Brennweite das Objektiv haben muss, hängt von der Kamera ab: Bei Kameras mit Vollformat-Sensor soll sie 100 Millimeter betragen, bei APS-C-Kameras 67 Millimeter, bei Four Thirds 50 Millimeter.

Wie gut sind die Scan-Ergebnisse?

Insgesamt liefern die Flachbettscanner von Canon und Epson die beste Bildqualität. Auch die Diascanner von Plustek und Reflecta, bei Dias auch der Rollei schaffen bei optimierten Voreinstellungen „gute“ Bilder. Beim Diaduplikator hängt die Qualität von der Kamera ab. Bessere als „befriedigende“ Ergebnisse haben wir aber auch mit einer hochwertigen Kamera nicht erreicht.

Entscheidend für die Bildqualität ist die verwendete Scan-Auflösung: Höher aufgelöste Scans erfassen mehr Details der Vorlage als niedrig aufgelöste, brauchen aber länger und nehmen mehr Speicherplatz ein. Wir haben die Bildqualität mit zwei Einstellungen geprüft: einmal mit der auf hohes Tempo ausgerichteten Voreinstellung (häufig „Quick Scan“ oder ähnlich betitelt) und einmal in einer automatisch auf hohe Bildqualität optimierten Variante.

Ergebnis: Die Schnellscans sind für anspruchsvollere Anwendungen meist wenig brauchbar. Nur der Canon liefert auch hier von allen Vorlagen ordentliche Bilder.

Mit welcher Auflösung scannen?

Die sinnvollste Auflösung hängt von der Vorlage ab und davon, was man mit der digitalisierten Version machen will. Wer einen Fotoabzug am Rechner bearbeiten und in gleicher Größe wieder ausdrucken will, scannt ihn in der Auflösung, mit der er ihn drucken will, also mindestens mit 300, besser 600 dpi (Dots per Inch, siehe Glossar). Dias oder Negative enthalten die gleiche Bildinformation auf viel kleinerer Fläche. Sie scannt man mit einer höheren Auflö­sung – mindestens mit 1 200 dpi. Mehr als 4 200 dpi bringen aber wenig: Die Dateien werden einfach zu groß, der Qualitätsgewinn ist zu gering.

In welchem Format speichern?

Unkomprimiert brauchen Bilddateien aus dem Scanner sehr viel Speicherplatz, komprimierte deutlich weniger. Wie viel Platz sich sparen lässt und wie stark die Bildqualität leidet, hängt vom Format ab. Das Tiff-Format verwendet Kompressionsverfahren ohne Qualitätsverlust. Das auch bei Digitalkameras verbreitete Jpeg-Format ist dagegen verlustbehaftet, komprimiert die Bilddaten je nach gewählter Qualitätsstufe aber deutlich stärker. Selbst in der höchsten Qualitätsstufe braucht ein Bild, das im Tiff-Format 25 Megabyte groß ist, im Jpeg-Format nur etwa 6 Megabyte Speicher. Die Datenkompression wird bei jedem Speichervorgang erneut durchlaufen – der Qualitätsverlust summiert sich.

Tipp: Überschreiben Sie bei Jpegs deshalb nie die Originaldatei, sondern speichern Sie das Bild nach dem Bearbeiten als neue Datei.

Wie lange dauert das Scannen?

Bei den meisten Scannern hängt die Scandauer extrem von der gewählten Auflösung ab. So braucht der Plustek für ein Negativ im Schnellmodus nur etwa 20 Sekunden, in hoher Auflösung dagegen über eine Viertelstunde. Nur der Reflecta braucht auch für ein schnell gescanntes Dia über eine Minute. Dafür arbeitet das Gerät aber vollkommen selbsttätig, wenn es einmal seinen Scan-Auftrag erhalten hat. Ein Sonderfall ist der Rollei: Er tastet die Vorlage nicht zeilenweise ab, sondern „fotografiert“ das ganze Bild auf einmal. So braucht er auch für hochaufgelöste Scans nur Sekunden.

Wie gut sind die Geräte zu bedienen?

Will man große Mengen von Dias scannen, ist die automatische Arbeitsweise des Reflecta kaum zu schlagen. Der Rollei arbeitet als Einziger im Test unabhängig vom Computer: Bilder speichert er auf SD-Karten, wie sie auch Digitalkameras nutzen. Doch die Bedienung könnte besser sein: Das kleine Display lässt sich nicht weit genug nach hinten kippen, um bequem damit arbeiten zu können. Und Negativstreifen lassen sich wie beim Plustek nur etwas fummelig einlegen. Das ist beim Flachbettscanner von Epson praktischer. Er kann Bilder von zwei Negativstreifen gleichzeitig scannen. Beim Canon ist das Scannen von Dias und Negativen dagegen eher mühsam: Das Gerät ist besonders flach und dank USB-Stromversorgung auch für den mobilen Einsatz mit Notebook geeignet. Dafür ist die Durchlichteinheit aber nicht wie bei den beiden anderen Flachbettscannern in den Deckel eingebaut, sondern muss separat angeschlossen und per Hand bei jedem Scan von Bild zu Bild gesetzt werden. Außerdem scannt der Canon Dias nur ungerahmt.

Was leistet die Software?

Anders als beim Test zum Digitalisieren von Tonträgern (test 2/2010) liegt im aktuellen Test allen Scannern außer dem Rollei Software sowohl für Windows als auch für Mac OS X bei. Die Scan-Programme führen den Nutzer mehr oder weniger übersichtlich durch den Scan-Prozess. Recht unübersichtlich ist der Scan-Dialog von HP. Und wenn der Nutzer darin die nötigen Einstellungen vorgenommen hat, muss er auf „Beenden“ klicken, um den Scan-Vorgang zu starten – das ist wenig intuitiv. Neben den Gerätetreibern liegen den Scannern auch Bildbearbeitungsprogramme bei. So liefern Epson und Reflecta das beliebte Programm Photoshop Elements von Adobe mit. Dem Plustek liegt die recht aufwendige Scansoftware Silverfast Ai bei.

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Gelöschter Nutzer am 11.04.2021 um 21:14 Uhr
Warum kein Test zu Digitalisierungsdienstleistern?

Digitalisierung ist in aller Munde. Auch Privatpersonen befassen sich immer mehr damit, Fotos, Dias, Negative, Filme, Musik zu digitalisieren. Und machen auf diese Weise mal mehr und mal weniger positive Erfahrungen. Auf jeden Fall muss viel Zeit investiert werden, um gute Ergebnisse zu erzielen. Wer die Zeit nicht hat, braucht Digitalisierungsdienstleister. Und die gibt es in großen Mengen und mit großen qualitativen Unterschieden. Hier gäbe es meines Erachtens ein hervorragendes Betätigungsfeld für die Stiftung Warentest. Warum also nicht einen Dienstleistervergleich anbieten? Die unzähligen Privatpersonen und Stiftung-Warentest-Leser, die sich mit der Digitalisierung ihrer persönlichen Schätze herumschlagen, da bin ich mir sicher, würden es Ihnen danken!

Scharo1602 am 01.03.2021 um 16:52 Uhr
Dienstleister Digitalisierung von Fotos, Dias etc.

Die Stiftung Warentest sollte wirklich mal dringend die Dienstleister zur Digitalisierung von Fotos, Dias etc. unter die Lupe nehmen. Anscheinend existiert hier noch kein richtiger Vergleich (obiger ist elf Jahre alt).

Manfredneu2019 am 16.01.2021 um 10:22 Uhr
Dienstleister Digitalisierung Test notwendig

Kann mich nur Harro 2012 anschließen, dass die Stiftung Warentest dringend einmal die Dienstleister für Digitalisierung von Dias etc. vergleichend prüfen sollte.

Anna_HB am 09.03.2018 um 16:40 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Schleichwerbung

haro2012 am 13.01.2018 um 10:15 Uhr
Dias und Negative digitalisieren

Ich hatte mir voriges Jahr einen mittelmäßigen Scanner ausgeliehen. Nach 2 Tagen hatte ich es aufgegeben. Die Qualität fand ich einfach nicht gut und es war auch sehr zeitaufwendig.
Weil ich auch so einige Dias mit so einigen Kratzer habe, auch viele Dias mit starken Blaustich behaftet sind, hatte mich der Artikel von Ananas123 (obwohl dieser schon etwas älter ist) inspiriert bei fotofab anzurufen. Ich wurde zu deren neuen Internetseite fotovital.de verwiesen.
Die Bearbeitungszeit war etwas länger als erwartet, aber dafür war das Ergebnis der Wahnsinn, einfach Spitzenklasse.
Ich bin so begeistert von deren Qualität, dass ich das hier mal mitteilen möchte.
Vielleicht ein Anstoß an test.de mal einen breit angelegten Test von mehreren Dienstleistern zu machen.