Diskussion, Leitung Dr. Günther Rosenberger: Reichweite und Schwerpunkte von Weiterbildungstests

Plenumsdiskussion unter Leitung von Dr. Günther Rosenberger, Verbraucherzentrale Bundesverband, auf der „Bilanztagung Bildungstests“ am 4. November 2005 in Berlin.

Fragen zu Reichweite und Schwerpunkten der Weiterbildungstests prägten die Plenumsdiskussion am Vormittag, die Dr. Günther Rosenberger vom Bundesverband der Verbraucherzentralen leitete. Auf dem Podium waren außerdem BMBF-Staatssekretär Wolf-M. Catenhusen vertreten, von der Stiftung Warentest Dr. Werner Brinkmann und Dr. Walther Kösters sowie Dr. Elisabeth M. Krekel vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Deutlich wurde, dass bei einem inhaltlich und formal sehr breiten Spektrum an Weiterbildungen, darunter Umschulungen, Aufstiegsweiterbildungen und Anpassungsqualifikationen, jeder Test ein eigenes Untersuchungsdesign benötige. Nur so könne er auch aussagekräftig sein. Allgemein gültige Messkonzepte eignen sich deshalb nur bedingt. Weniger die Erarbeitung sektorenspezifischer oder übergreifender Standards stehe derzeit im Vordergrund der Bildungstests als vielmehr die Aufklärung des Verbrauchers, der eine Orientierungshilfe in einem konkreten Fall sucht. Aussagen dazu, ob der besuchte Kurs tatsächlich später im beruflichen Alltag zum Tragen komme, entziehen sich der Stiftung Warentest. Vielmehr können nur der Verbraucher selber oder der Betrieb Aussagen zum Transfer machen.

Von der Projektbeschreibung sind die Bildungstests zwar derzeit inhaltlich auf die offene berufliche Weiterbildung beschränkt, dennoch wurde von Teilnehmern eine vereinzelte Hinwendung zu halbberuflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeiten im Pflegebereich oder Integrationskursen von Zuwanderern gewünscht. Auftragszertifizierungen jedoch widersprechen den Aufgaben der Stiftung Warentest und sind ausgeschlossen.

Auch künftig werden sich Bildungsuntersuchungen – anders als etliche andere Untersuchungen der Stiftung Warentest – nicht durch Verkaufserlöse finanzieren lassen. Dazu ist der Aufwand der einzelnen Tests zu hoch.

Auf großes Interesse stieß auch die Frage, inwieweit die konkreten Resultate aus drei Jahren Weiterbildungstests schon Schlussfolgerungen für Qualitätskriterien allgemeiner Art ermöglichen. Einig waren sich jedoch die Teilnehmer, dass es mit den Ergebnissen von ca. 50 Tests zu früh ist. Vielmehr könne man aber im Hinblick auf die Entwicklung dieser Zielsetzung überlegen, in welchen Bereichen man Stichproben verdichten könne, um vielleicht zu bestimmten sektorenbezogenen übergreifenden Qualitätskriterien zu kommen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2481 Nutzer finden das hilfreich.