Wolf-M. Catenhusen: Grußwort

Vortrag von Wolf-M. Catenhusen, Staatssekretär Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), auf der „Bilanztagung Bildungstests“ am 4. November 2005 in Berlin.

Lieber Herr Dr. Brinkmann, meine Damen und Herren,

ich denke, es ist der richtige Zeitpunkt, nach mehr als drei Jahren eine erste Bilanz des Projekts Weiterbildungstests der Stiftung Warentest zu ziehen. Ich freue mich sehr, dass ich auch bei diesem Event dabei sein kann und aus meiner Sicht die Erwartungen an das Projekt Weiterbildungstests darstellen kann.

Es ist keine Frage, dass wir in Deutschland ein leistungsfähiges und innovatives Forschungs- und Bildungssystem brauchen. Bildung ist der Schlüssel zum Arbeitsmarkt, Bildung ist die Voraussetzung für eine ausreichende Anzahl von Fachkräften, für die Entfaltung aller Begabung und für die Persönlichkeitswicklung.

Perspektivwechsel in der Bildungspolitik

Es ist keine Frage, dass wir gerade in den letzten Jahren auch in der Bildungspolitik eine Reihe von Perspektivwechseln erlebt haben, die sicherlich in ihren Auswirkungen weit über die aktuellen Diskussionen hinausreichen. Wir haben endlich gelernt, dass Bildungspolitik output-orientiert vorgehen muss. Auch Investitionen in Aus- und Weiterbildung müssen sich daran messen lassen, was ihr realer Beitrag für die Bildungskarriere jüngerer oder auch erwachsener Menschen darstellt. Wir waren häufig froh, dass wir die Bildungseinrichtungen hatten. Wir haben aber nicht genug auf die geschaut, die dann als Absolventen von Bildungseinrichtungen auch einen Bildungsstand erreicht haben. Natürlich steht in Verbindung damit auch die Frage der Qualität und gerade im Weiterbildungsbereich auch die Frage nach der stärkeren Nachfrageorientierung, d. h. Weiterbildungsstrukturen in Deutschland müssen für diejenigen, die Weiterbildung nachfragen, transparenter sein. Sie müssen stärkere Orientierung auch auf Qualitätsfragen bekommen. Damit hilft man auch Bildungsbeteiligungen zu stabilisieren und zu stärken, aber auch dem Einzelnen oder Unternehmen die Entscheidung zu erleichtern, in ihre Bildung oder in die Bildung von Beschäftigten zu investieren.

Zahl der Nachwuchskräfte in Deutschland sinkt

Die demographische Entwicklung in Deutschland macht eine stärker präventiv orientierte Bildungspolitik notwendig. Sie wissen, dass ab dem Jahr 2010 die Zahl junger Nachwuchskräfte in Deutschland kontinuierlich sinken wird. Waren im Jahr 2000 noch gut zwei Drittel der Bevölkerung unter 50 Jahre alt, wird es im Jahr 2030 nur noch gut die Hälfte sein. Das sind natürlich unglaubliche neue Perspektiven gerade für den Weiterbildungsmarkt. Im Jahr 2010 – so schätzt man – werden 80 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Qualifikation haben, die älter als zehn Jahre ist. Gleichzeitig wird der Prozess nicht langsamer werden, in dem durch neue Technologien, durch neues Wissen in der Wissenschaft der Bedarf an neuem Wissen immer deutlicher wird. Das bedeutet, dass der Produktionsfaktor „Wissen“ und damit einhergehend ein qualitätsorientiertes und zukunftsfähiges nationales Aus- und Weiterbildungssystem zum zentralen Standortfaktor geworden sind.

Ein zukunftsorientiertes Bildungsangebot

Und wenn man etwa an die Erweiterung der Europäischen Union denkt, dürfen wir auch nicht auf zu hohem Ross sitzen, denn wir haben es jetzt mit neuen in der EU kooperierenden Nachbarn zu tun, die selbst auch über ein durchaus hochqualifiziertes Aus- und Weiterbildungssystem verfügen, so dass die Konkurrenzsituation sich heute auch auf Qualifikation bezieht – deshalb auch die Dynamik der Zusammenarbeit in der Europäischen Union, etwa im Bereich des Lebenslangen Lernens. Deshalb muss gerade für Deutschland gelten: Nur ein gezieltes, zukunftsorientiertes Bildungsangebot und die Aktivierung aller vorhandenen Qualifikationspotenziale kann dazu beitragen, dass sich der bereits heute abzeichnende Fachkräftemangel mindert bzw. aufgehoben wird.

Natürlich müssen auch neue Arbeitsplätze hinzukommen. Dann helfen eine hochwertige Ausbildung möglichst vieler sowie eine kontinuierliche Weiterbildung bei der aktiven Bewältigung des Strukturwandels, der Sicherung der Innovationsfähigkeit der Gesellschaft und Befähigung aller Menschen, sich auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft zu behaupten und die Gesellschaft mitgestalten zu können.

Teilnahme an Weiterbildungen ist rückläufig

Natürlich ist gerade im Kontext der älter werdenden Gesellschaft die Notwendigkeit auch unsere Strukturen zukunftsorientiert im Bereich des Lebenslangen Lernens weiter zu entwickeln von strategischer Bedeutung. Das brauchen wir auch dringend, um den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken und um Ausgrenzung zu vermeiden. Deshalb ist es keine Frage, dass gerade in den letzten Jahren non-formales und informelles Lernen und daraus resultierende Kompetenzen und deren Anerkennung spürbar an Bedeutung gewonnen haben – nicht nur in Deutschland, das lässt sich europaweit, sogar weltweit in allen hochentwickelten Industriestaaten beobachten. Wir sind natürlich aktuell auch damit konfrontiert, dass trotz dieser strategischen Bedeutungssteigerung, der Notwendigkeit von Weiterbildung und Lebenslangen Lernens in Deutschland die Beteiligung an Weiterbildung rückläufig ist, wie eine repräsentative Umfrage des Berichtssystems Weiterbildung gezeigt hat.

Qualität sichern in der Weiterbildung

Eines der wichtigsten Themen in der Weiterbildungspolitik der letzten Jahre war – und ist auch heute noch – die Entwicklung von Qualitätssicherungs- und Qualitätsmanagementsystemen der Weiterbildung. Der Begriff „Qualitätssicherung“ ist mittlerweile auch in diesem Bereich zum festen Bestandteil geworden. Neben internationalen Qualitätsmanagementstandards wie ISO oder EFQM sind weitere Qualitätssicherungssysteme für die Weiterbildung entwickelt worden, die auch vom BMBF und dem Europäischen Sozialfonds gefördert werden, wie z. B. LQW 2 – eine Investition, die wir vor allem deshalb getätigt haben, damit die Breite der kleineren Weiterbildungsanbieter auch echte Marktzugangschancen behält. Denn ISO ist nicht unbedingt das ideale Instrument, auch finanziell betrachtet. Wir haben also auch ein bisschen die Konkurrenz auf dem Markt belebt.

Modellvorhaben mit Zukunftsperspektiven

Daneben wurde das Instrument der Weiterbildungstests bei der Stiftung Warentest entwickelt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sah und sieht in diesem Vorhaben ein Modellvorhaben, das Zukunftsperspektiven hat und von dem wir über die Tests selbst hinaus auch Impulse auf die Weiterentwicklung von Strukturen in den Weiterbildungsangeboten erwarten. Deshalb fördern wir die Weiterbildungstests der Stiftung Warentest mit Unterstützung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds seit 2002. Hinzu kommt die Prüfung von Fernunterrichtsmaterial nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz. Sie haben ja darauf hingewiesen, dass das aber in einem eigenen System erfolgt, ich denke, auch ganz erfolgreich, wenn auch vielleicht nicht unbedingt immer mit einem minimalen Aufwand an Bürokratie. Mit der umfangreichen Qualitätsinitiative zur Weiterbildung haben wir gerade mit dem Projekt bei der Stiftung Warentest für europäische Verhältnisse Neuland betreten. Ich möchte an dieser Stelle dem Vorstand der Stiftung Warentest ausdrücklich für das große Engagement in der Sache, für die konstruktive Zusammenarbeit an diesem gemeinsamen Pilotprojekt danken. Ich möchte auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung Weiterbildungstests danken, die sich mit viel Engagement und Mut dieser Aufgabe gestellt haben. Darüber habe ich mir selbst bei einigen Gesprächen am Rande anderer Veranstaltungen ein persönliches Bild machen können.

Die Idee lag in der Luft

Herr Dr. Brinkmann hat bereits darauf hingewiesen: Die Idee, Weiterbildung bei der Stiftung Warentest zu testen, lag schon länger in der Luft. Sie wurde bereits Anfang der 90er Jahre diskutiert, nachdem die Stiftung ja schon selbst einige Bereiche wie Sprachreisen oder EDV-Kurse getestet hatte. Aber den politischen Impuls hat eine Struktur gegeben, die in vielen Bereichen nicht so rühmlich öffentlich wahrgenommen worden ist, nämlich das Bündnis für Arbeit.

Gerade im Bündnis für Arbeit haben wir in den Fragen der Aus- und Weiterbildung eine ungewöhnlich intensive Zusammenarbeit zwischen Politik und Sozialpartnern gepflegt. Deshalb sind auch viele Empfehlungen aus dem Bereich Aus- und Weiterbildung des damaligen Bündnisses für Arbeit in sehr konstruktive Anregungen etwa im Bereich der Weiterbildung im IT-Bereich unter Bezahlung der Sozialpartner eingeflossen. Dort gab es einen ganz starken Rückhalt für den Diskussionsbeitrag unseres Hauses. Diskutiert wurde auch die Frage der Qualitätssicherung im Weiterbildungsbereich mit Strukturen, wie sie die Stiftung Warentest in ihren Prüfverfahren ja schon seit Jahrzehnten angewandt hat.

Durchführung von bis zu 20 Tests jährlich

Ich denke, dass dieser politische, auch gesellschaftliche Rückhalt dann auch zu entsprechendem Widerhall in der Fachwelt geführt hat. Und nachdem 2001 und 2002 nur zunächst probeweise zwei Einzeltests gefördert und in einer Machbarkeitsstudie Konzepte für umfassendere Untersuchungen vorgelegt worden waren, gab es dann eine Grundsatzentscheidung zunächst für eine erste dreijährige Phase mit sechs Millionen Euro, um die neue Abteilung „Weiterbildungstests“ bei der Stiftung Warentest in die Lage zu versetzen, jährlich bis zu 20 Tests durchzuführen.

Seitdem hat die Stiftung knapp 50 Tests, Reports und Marktübersichten veröffentlicht, darunter etwa zur Existenzgründungsqualifizierung – bei der Vorstellung dieser ersten Ergebnisse war ich damals auch persönlich dabei – Bewerbungstrainings, elektronische Lern- und Informationssysteme sowie Fach- und Führungskräftetrainings.

Weiterbildungstests bis Ende 2007 verlängert

Wir haben dann im Sommer diesen Jahres entschieden, die Tests für weitere zwei Jahre, also bis Ende 2007, fortzusetzen. Damals, unter etwas anderen Zeitannahmen, sollte eine strategische Neuentscheidung über diesen Bereich der Markttests nach einer Bundestagswahl Ende 2006 vorgenommen werden. Aufgrund der Erfahrungen, die heute hier ausgewertet werden, wird in den nächsten zwei bis drei Jahren noch eine strategische Entscheidung notwendig werden.

Die Frage ist, was wir aus diesen Erfahrungen lernen können und in welcher Weise die Vorgehensweisen, die Tests und auch die Institutionen der Stiftung Warentest in bestimmten Sektoren des Bildungssystems eine dauerhafte Aufgabe der Qualitätssicherung übernehmen können oder ob vielleicht die Impulse aus diesem Stiftungsbereich, aus diesen Untersuchungen so stark sind, dass es zu einem selbstreinigenden Prozess der Qualitätssicherung in den heute von Stiftung Warentest geprüften Institutionen kommt. Wir wissen aus anderen Marktbereichen, dass es nicht falsch ist, dass die Stiftung Warentest zu einer dauerhaften Einrichtung geworden ist. Als Konsument weiß ich, warum ich bei jeder Generation von Spülmaschinen immer auch die Tests der Stiftung Warentest ansehe. Deshalb kann ich mir persönlich schwer vorstellen, dass im Jahr 2007 die Impulse, die Stiftung Warentest durch ihre Bildungstests geben kann, schon erschöpft sein könnten. Neben den Weiterbildungsprodukten wurden auch Untersuchungen zur Information bzw. Beratung mit dem Ziel der beruflichen Weiterbildung oder Orientierung durchgeführt. Trotz dieser umfangreichen Untersuchungen konnten viele Themenfelder bisher noch nicht einbezogen wurden, wie z. B. die europäische Dimension, die eine immer größere Rolle spielt.

Bisherige Tests bilden Stichproben

Was wollen wir nun mit den vergleichenden Tests erreichen? Der offene Markt der beruflichen Weiterbildung umfasst pro Jahr etwa 400 000 Angebote von über 20 000 Anbietern. Die Tests in dem bisherigen Umfang können natürlich nur Stichproben bilden. Von einer repräsentativen Markterfassung kann heute keine Rede sein. Das wird angesichts der Regionalisierung, also stark regionalisierter Tests, vielleicht auch nicht in allen Bereichen sinnvoll sein.

Trotz der Verbesserung durch das ebenfalls vom BMBF geförderte „Info-web Weiterbildung“ ist der Weiterbildungsmarkt für viele Nachfrager noch immer nicht hinreichend transparent. Das belegt auch das Berichtssystem Weiterbildung. Sowohl die Transparenz verfügbarer Angebote und Anbieter als auch Fragen nach der Qualität von Angeboten spielen aber für Weiterbildungsinteressierte eine große Rolle. Das ist von strategischer Bedeutung auch für die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland.

Transparenz für die Verbraucher schaffen

Das Besondere an Weiterbildungstests, wie sie die Stiftung Warentest durchführt, ist, dass sie sich aus Verbrauchersicht an Verbraucher richtet. Wir wollen also die Nachfragersouveränität stärken. Die Tests sind den Verbrauchern eine nützliche Hilfe bei der Wahl des richtigen Bildungsanbieters oder -angebots. Durch ergänzende Marktrecherchen und die redaktionelle Aufbereitung der Tests in den Zeitschriften test bzw. Finanztest und im Internetauftritt der Stiftung wird insbesondere dem Transparenzziel noch weiter Rechnung getragen. Wir wollten und wollen damit also einerseits für den Verbraucher mehr Transparenz im Weiterbildungsmarkt schaffen, andererseits aber zu Qualitätsverbesserung auf der Anbieterseite beitragen. Denn auch die Anbieter gewinnen mit der Qualitätssicht aus Lernerperspektive für ihre Qualitätsbemühungen wichtige Informationen. Das ist auch mein persönlicher Eindruck aus einigen konkreten Einsichten in die Arbeit der Stiftung, dass die Dynamik, die die Entwicklung und Durchführung dieser Tests und die Qualitätsmaßstäbe, die solche Tests setzen, aus der Sicht der Verbraucher natürlich auch bei den Anbietern zu sehr spannenden Reflexionsprozessen und auch zu Qualitätssicherungsentscheidungen und Diskussionen führen. Ich denke, das ist aus Verbrauchersicht erarbeitet, aber was solche Tests bei den Anbietern auslösen, ist eine Frage, die sicherlich im Rahmen dieser Tagung eine zentrale Rolle spielen wird.

Großes Interesse bei Anbietern und Verbrauchern

Ein weiteres wichtiges Instrument sind die so genannten Checklisten, die von der Stiftung Warentest zu bestimmten Themen herausgegeben werden. Auf diese Weise ergänzen Weiterbildungstests, Marktübersichten und Checklisten ideal andere Instrumente der Qualitätssicherung, wie etwa Qualitätsringe oder Zertifizierung.

Nachdem seit Mai 2003 Weiterbildungstests veröffentlicht werden, Reaktionen von Verbrauchern, Multiplikatoren und Anbietern vorliegen und die bisherigen methodischen Erfahrungen der Stiftung ausgewertet werden konnten, können wir heute wirklich aus Sicht des BMBF sagen, dass die Tests sicherlich aufwändig sind, aber verlässlich und gut durchführbar. Sie stoßen bei Verbrauchern und insbesondere bei Fachleuten mittlerweile auf großes Interesse und werden auch von den Anbietern konstruktiv aufgenommen.

Deshalb denke ich, meine Damen und Herren, kann man heute schon sagen: Mit der Arbeit der Stiftung Warentest verfügt Deutschland über ein international spannendes und herausragendes Modell dafür, wie Markttransparenz, Verbraucherschutz und Qualitätsentwicklung nachhaltig gefördert werden können. Dieses Vorreitermodell der Verbraucherinformation gilt es, auf den dynamischen Bildungs- und Weiterbildungsmarkt zu übertragen.

Stellenwert der Bildungstests in Zukunft?

Es geht heute darum, aktuelle Ergebnisse zu den Auswirkungen der Tests bei Verbrauchern, Anbietern und Angeboten vorzustellen, zu prüfen, zu bewerten. Auf die Ergebnisse von Herrn Kuwan und seinem Team, die er im Auftrag der Stiftung in Kooperation mit Infratest und dem Bundesinstitut für Berufsbildung herausgefunden hat, sind wir deshalb alle sehr gespannt. Weiterhin wollen wir gemeinsam mit Ihnen eine Bilanz der bisherigen Arbeit ziehen und Überlegungen anstellen, welchen Stellenwert wir den Bildungstests zukünftig geben.

Lassen Sie mich dazu abschließend einige persönliche Anmerkungen machen: Ich denke, die Stärke der Tests der Stiftung Warentest ist, dass sie sich an Verbrauchern orientieren. Nicht bei jedem Bereich unseres Bildungssystems können wir in vergleichbarer Weise von Bildungsmärkten sprechen. Die Grundschule spätestens entzieht sich nach meiner Auffassung solchen Kriterien. Und wir müssen abwägen, ob die Eltern, die ihre Kinder zur Schule schicken, mit dem Erwachsenen, der selbst vor der Frage steht, in seine Weiterbildung zu investieren, vergleichbar sind. Das müsste man auf jeden Fall diskutieren. Sie merken, ich bin da etwas skeptisch.

Außerdem gibt es natürlich auch andere Instrumente der Qualitätssicherung in unserem Bildungssystem, denken Sie an den Hochschulbereich oder an den Schulbereich, wo wir sorgfältig prüfen müssen, mit welchen Instrumenten, mit welchen Schritten in den verschiedenen Bildungsbereichen voranzugehen ist und ob sich die Instrumente auch gegenseitig ergänzen können.

Eine strategische Entscheidung steht an

Kurzfristig schreit es auf jeden Fall danach, eine strategische Entscheidung zu treffen für den gesamten Weiterbildungsbereich inklusive der beruflichen Weiterbildung, die bewährten Instrumente der Bildungstests der Stiftung Warentest auch zu einer strategischen Bedeutung zu erhöhen. Das heißt, dass die Stichproben flächendeckender werden, die die verschiedensten Bereiche erfassen. Und da wir hier auch im engsten Sinne von Markt sprechen, denn auch hier sind die Anbieter ja marktorientiert, überwiegend privat, während wir beim staatlichen Schulsystem – mit Verlaub gesagt – vor der Frage stehen, ob wir mit dem Stiftung Warentest-Modell auch wirklich das staatliche Schulsystem ergänzen, aus der Sicht der Kunden – aus der Sicht der Schüler, aus der Sicht der Eltern – kontrollieren können.

Ich glaube, das sollte auf jeden Fall längerfristig in der Diskussion bleiben, denken Sie auch an das Ranking-System im Hochschulbereich. Ich bin der Meinung, dass wir nicht unbedingt gut daran tun, nun zu sagen: Das ist der Königsweg für alles und jedes. Aber wir sollten aus den Stärken, die sich aus der jetzigen Arbeit im Bereich Bildungstests ergeben, zumindest überlegen, wie wir die Bildungstests zu einer strategischen Bedeutung, zu einer strategischen und orientierenden Kraft für Verbraucher, zu einer orientierenden Kraft für Erfordernisse von der Anbieterseite her im gesamten Weiterbildungsbereich in der allgemeinen wieweit beruflichen Weiterbildung erheben können. Das ist ein sehr großer Markt.

Wenn wir das als nächsten Schritt schaffen könnten, meine Damen und Herren, wäre das, glaube ich, schon eine Anstrengung und auch eine Investition des Staates wert. In diesem Sinne wünsche ich der Tagung einen guten Verlauf und spannende Ergebnisse.

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