Bilanz Lebensmittelkontrolle 2009: Imitat und Hygienemängel

Bilanz Lebensmittelkontrolle 2009 Meldung

Im vergangenen Jahr untersuchten Lebensmittelkontrolleure rund 2 000 Restaurants und Imbisse in ganz Deutschland. Die häufigsten Funde: Schinkenimitate, Hygienemängel bei Sushi und in Krankenhausküchen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gab gestern die Ergebnisse bekannt.

Schinken: Imitat statt Original

Wer sich eine Pizza "Prosciutto" bestellt, geht davon aus, eine Schinkenpizza zu bekommen. Doch oft ist das, was nach Schinken riecht, schmeckt und aussieht nur billiges Imitat. Zu dem Ergebnis kamen amtliche Lebensmittel­kontrolleure: 40 Prozent der 1 345 untersuchten Gaststätten setzten auf Schinkenimitate, ohne diese korrekt und für den Verbraucher ersichtlich kenntlich zu machen. Bei den 743 Imbissen waren es sogar 70 Prozent.

Sushi belastet

Negativ fielen auch Sushi-Restaurants auf: In 44 der 136 untersuchten kleinhandwerklichen Sushi-Betriebe gab es Probleme mit der Hygiene, etwa nicht ausreichendes Händewaschen. Nahezu jeder fünfte Betrieb hielt die Kühlkette nicht ordnungsgemäß ein. Das ist gerade bei einem so leicht verderblichen Produkt wie rohem Fisch ein hohes Risiko: Die Kontrolleure fanden in 27 Prozent der Proben eine erhöhte Keimzahl, in 5 Prozent sogar in so hoher Menge, dass dies als Zeichen für beginnenden Verderb zu sehen ist. Demzufolge sprachen die Kontrolleure zahlreiche mündliche Verwarnungen aus, in drei Fällen leiteten sie Strafverfahren ein.

Hygiene-Probleme in Krankenhausküchen

Probleme mit der Hygiene zeigten sich ebenfalls in Krankenhaus-Küchen: Ein Fünftel der insgesamt 414 untersuchten Betriebe ließ keine mikrobiologischen Eigenkontrollen durchführen. Zudem entdeckten die Kontrolleure Mängel bei Temperaturkontrollen (9 Prozent) und Schädlingsbekämpfung (7 Prozent). Das BVL forderte, deswegen künftig das Hygienemanagement in Krankenhäusern stärker zu kontrollieren.

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