Auf Zigarettenschachteln wird gewarnt: "Rauchen gefährdet die Gesundheit." Weil sein Lieblingsbier Warsteiner nicht ebenso vor seiner Gefährlichkeit warnte, wollte ein Alkoholiker die Brauerei verklagen. Mindestens 30.000 Mark Schmerzensgeld forderte der Mann und die Zusage, ihm alle künftig entstehenden Schäden zu ersetzen. Schließlich sei er durch den Biergenuss über 17 Jahre hinweg süchtig geworden. Die Folge seien das Ende seiner Ehe und der Verlust von Arbeitsplatz und Führerschein gewesen.

Doch die Prozesskostenhilfe zur Finanzierung des Prozesses wurde ihm nun auch in zweiter Instanz verweigert. Die Begründung der Richter des Oberlandesgerichts Hamm: Die Gefahren durch den Alkoholgenuss sind "der Sphäre der eigenen Lebensführung zuzuordnen und können auf der Suche nach Verantwortlichen nicht ohne weiteres auf die Hersteller von Produkten abgewälzt werden, die von der Gesellschaft nicht nur toleriert, sondern auch als gesellschaftsfähig akzeptiert werden" (Az. 9 W 23/00).

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