Bier Meldung

Etwa 105 Liter Bier trinkt jeder Deutsche jähr­lich.

Von Chili bis Wald­meister – viele brauen ihr Bier selbst. Ist das eigentlich legal? Wann wird eine Bier­steuererklärung fällig? Vom Bayerischen Rein­heits­gebot bis zum Vorläufigen Biergesetz – Wissens­wertes rund ums Bier, von den test-Experten erklärt.

Der Bier­konsum sinkt

Der Bier­absatz ist auf dem nied­rigsten Stand seit der Wieder­ver­einigung. Die Zahl der Privatbrau­stätten steigt hingegen. Immer mehr Deutsche brauen lieber selbst. Die Kombination immer neuer Malz- und Hopfenzüchtungen zu individuellen Biersorten ist für die einen Hobby, für andere Kunst. Lohnt der Selbst­versuch?

So gehts: Kochen, Gären, Abfüllen

In jedem Liter des Selbst­gebrauten steckt viel Zeit und Arbeit. Stark vereinfacht besteht Bierbrauen aus drei Schritten: Kochen, Gären, Abfüllen. Beim Kochen werden in mehreren Etappen Wasser, eine Malz­mischung sowie Hopfen zur Würze vermengt. Schritt zwei erfolgt unter Zugabe von Hefe in einem Gäreimer. Zuletzt wird die Mischung in Flaschen abge­füllt und bei verschiedenen Temperaturen gelagert. Der Prozess dauert bis zu vier Wochen. Zutaten und Utensilien sind im Internet oder auch in lokalen Brauereien zu bekommen.

Hopfen + Malz + X

Die Zutaten­liste aus dem Bayerischen Rein­heits­gebot von 1516 ist nicht mehr verpflichtend. Bundes­weit gültig ist heute das Vorläufige Biergesetz (VorlBierG) von 1993. Demnach dürfen in Bier Gers­tenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser verwendet werden. In einigen Bundes­ländern ist auch der Zusatz von Zucker erlaubt – allerdings nur in obergärigen Bieren. Sie heißen so, weil die Hefe während der Gärung nach oben steigt. Wer zuhause für den Selbst­verzehr braut, kann nach Belieben andere Zutaten beimischen.

Chili-Bier und Co.

Wem die Prozedur zu umständlich ist, der kann sich im Internet Fertigmischungen bestellen. Bierfans können Aromen von Chili bis Wald­meister wählen, den Stärkegrad des Hopfens und Malz­extrakt aussuchen. Später müssen sie alles nur noch mit Wasser im mitgelieferten Fäss­chen vermengen. Nach einer Woche ist das Bier trink­fertig.

Anteil des Finanz­ministers

Wer mehr als 200 Liter pro Jahr selbst braut, muss beim zuständigen Haupt­zoll­amt eine Bier­steuererklärung einreichen und eine Bier­steuer zahlen.

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