Bezahlen mit Handy Klappt der Einkauf mit der Netto-App?

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Bezahlen mit Handy - Klappt der Einkauf mit der Netto-App?

In den Filialen von Netto-Marken­discount können Kunden jetzt bundes­weit mit dem Smartphone bezahlen. Nötig ist dafür nur die Netto-App, die Kunden auf ihr Handy laden müssen. test.de hat im Schnell­test über­prüft, ob das bequeme Bezahlen auch tatsäch­lich reibungs­los klappt.

Inhalt
  1. Überblick
  2. Test­kommentar

Einkaufliste, Angebote, Rabatte und Geldbörse

Der Lebens­mittel­händler Netto bietet bereits seit gut zwei Jahren eine App für Smartphones an. Damit können Kunde Filialen finden, eine Einkaufs­liste erstellen, Angebote abrufen oder auch Coupons einlösen. Jetzt hat der zur Edeka-Gruppe gehörende Discounter seine App um die Funk­tion „Bezahlen“ erweitert. Wer die App auf das Smartphone geladen hat, muss sich einmalig für das „Mobile-Payment“ registrieren und kann dann das Portemonnaie in der Tasche lassen. Die App und die Registrierung sind kostenlos. Das Programm funk­tioniert unabhängig vom Geräte­typ und Netz­betreiber. Das Handy muss auch nicht über die neue Nahfunk­technik (NFC) verfügen zum Schnelltest „Kontaklos bezahlen“.

Einfach runter­laden und registrieren

Zum Testen haben zwei Mitarbeite­rinnen von Finanztest die App auf Ihr Smartphone herunter­geladen: Auf ein iPhone und ein Samsung-Gerät. Das funk­tionierte problemlos. Für die Bezahl­funk­tion mussten sie sich online registrieren und ein Benutzer­konto anlegen. Dafür werden die persönlichen Daten wie Name, Anschrift, Geburts­datum, Ausweis­nummer und die Konto­verbindung erfragt. Schließ­lich wählten die Teste­rinnen selbst eine persönliche Geheimzahl, mit der die Bezahl­funk­tion später freigegeben wird.

Zwei Frei­schalt­codes sind nötig

Nachdem sich die Experten registriert hatten, bekamen sie per SMS einen Frei­schalt­code. Damit ist unmittel­bar ein Verfügungs­rahmen für Einkäufe von zunächst 150 Euro verbunden. Ein zweiter Frei­schalt­code erreichte die Test­kundinnen dann per 1-Cent-Über­weisung auf das angegebene Konto. Damit können sie die Zahl­funk­tion dauer­haft frei­schalten und dann pro Woche Waren für bis zu 250 Euro bei Netto mit dem Handy bezahlen. Werden die beiden Zahlencodes nicht inner­halb von sieben Tagen einge­geben, verfällt die Registrierung. Das alles klingt komplizierter, als es ist und hat bei den Teste­rinnen etwa 20 Minuten gedauert.

Bezahlen an der Kasse klappt flott

Nur Stunden nach der Registrierung erfolgte dann der Praxis­test in einer Berliner Netto-Filiale. Bananen, Grapefruits, Muffins und Bacon kamen in den Einkaufs­korb. Während die Teste­rinnen in der Warte­schlange standen, öffneten sie die Netto-App, wählten die Funk­tion „Bezahlen“ und die Filiale, in der sie sich gerade befanden. Nächster Schritt: Die Eingabe muss mit der selbst gewählten Pin bestätigt werden. Im Praxis­test generierte die App darauf­hin sofort einen vierstel­ligen Zahlencode, der für etwa fünf Minuten gültig ist. Wer an der Reihe ist, sagt der Kassiererin, dass er mit Handy bezahlen will und nennt ihr die vierstel­lige Zahl. Der Einkauf ist bezahlt. So klappte das auch bei den beiden Teste­rinnen.

Kassenzettel aufs Handy und als E-Mail

Unmittel­bar nach dem Einkauf konnten die Tester mit der App den Einkauf nach­voll­ziehen. Und Minuten später verschickte Netto den Kassenzettel auch per E-Mail. Das Geld wird wie bei einer Kartenzahlung vom Konto abge­bucht. Zum Zeit­punkt des Schnell­test bot der Netto-Marken­discounter auch exklusive Rabatte für App-Nutzer an. Sofern eine betroffene Ware einge­kauft wird, gibt es den Rabatt auto­matisch. Die Ersparnis wird gesondert auf dem Kassenzettel ausgewiesen.

[Ergän­zung 11. Juni 2013]: Händler weiß, was Kunde kauft

Nicht nur der Kunde kann den Einkauf auf dem Handy detailliert nach­voll­ziehen. Auch Netto selbst hat immer einen Über­blick, wer, was, wann und wo einge­kauft hat. Darüber muss sich der App-Nutzer im Klaren sein. Wer das nicht will, sollte die App nicht nutzen und immer bar bezahlen. Ob und an wen die Software Daten des Nutzers sendet, die für die Funk­tion nicht notwendig sind, konnten wir für diesen Schnell­test nicht unter­suchen. Auch nicht, ob die Gerätekennung über­mittelt wird.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

BÄRENHOF32 am 30.05.2013 um 08:13 Uhr
@ Haeby

Hallo Haeby,
auf der EC-Karte stehen nur die Daten von meiner Kontonummer und bei
welcher Bank ich mein Konto habe.Sicher kann sich Netto die Mühe machen,anhand des Kassenbons meine gekauften Artikel anzusehen.
Da ich aber,- wie schon geschrieben,- kein Handy,Smartphone o.ä. besitze,kann mir NETTO auch keine APPS oder sonstige Werbung
zusenden! Und meine Adresse darf die Bank nur bei einer Rücklast-
Schrift,bzw. nicht erfolgter Zahlung herausgeben!
Daß die Zahlung erfolgt ist,wird aber schon am Gerät kontrolliert.

stromrichter am 29.05.2013 um 19:07 Uhr
Gläserner Kunde

@BÄRENHOF32: Interessante Argumentation. Wenn Sie mit EC-Karte bezahlen, ist dem Händler dann nicht auch Ihr Name bekannt und er kann alle Ihre Einkäufe mit Ihnen in Verbindung bringen?

BÄRENHOF32 am 28.05.2013 um 16:07 Uhr
UNNÖTIG!

Ich gebe meinen Vorrednern Recht. Durch diese APP werden wir zum gläsernen Kunden! Da zahle ich doch lieber noch mit EC-Karte oder bar.
Ausserdem gehöre ich zu den wenigen,die weder ein Handy noch ein
Smarthphone oder sonstige Nerv tötenden Geräte besitzen.Und diese sind ja Voraussetzung für solch eine Zahlung!

WETTLAEUFER am 28.05.2013 um 11:29 Uhr
kunden-App´s lösen die Kunden-Karten ab?

Bisher war ich zu bequem "die vielen Vorteile" von Kundenkarten mitzunehmen. Ich will keine große Anzahl von Karten mitschleppen und mir auch keine Gedanken über den Einsatz Dieser machen.
Jetzt kommen wohl die Kunden-App´s... und müllen mein Smatphone zu.
Wie MorsCerta bereits schrieb sind einfache Zahlsysteme bereits in Planung, oder z.B. in Polen bereits verfügbar.
Welches System sich am Markt durchsetzen wird ist ungewiss.
Aber: wer bereits ein Smartphone benutzt ist eh allen "Dateninteressierten" ausgeliefert, also wozu die Aufregung? Dann lieber Konsequent auf diese Technik, sowie u.a. W-Lan verzichten. Das wäre praktizierter Datenschutz!

MorsCerta am 28.05.2013 um 11:13 Uhr
EC Karte für Smartphones

Besser wäre doch eine allgemeingültige elektronische EC Karten App der Banken. Die notwendige Sicherheit und Anonymität vorausgesetzt. Ich bin mir sicher, sowas gibt es schon oder es wird bereits mit Hochdruck daran gearbeitet. Darauf warte ich.