Bewerbungsratgeber für Auszubildende Test

Schulabgänger haben es schwer auf dem Arbeitsmarkt und sind oft auf Hilfe angewiesen. Dass Zahl und Güte der erhältlichen Bewerbungsratgeber bescheiden sind, verwundert deshalb.

Wer eine Lehrstelle sucht, sollte sich gut vorbereiten. Gerade diejenigen, die sich zum ersten Mal bewerben, brauchen Hilfestellung bei Inhalt und Form. Umso erstaunlicher, dass der Büchermarkt für Ausbildungsplatzsuchende nur wenige Ratgeber bereitstellt. Wir haben sie getestet: Nur einer deckt alle Themen gut ab.

Schulabgänger haben es heute schwer auf dem Arbeitsmarkt. So schätzen Experten, dass allein im Jahr 2005 rund 160.000 Jugendliche keinen Ausbildungsplatz bekommen konnten, auch 2006 blieb die Lage ähnlich angespannt. Die Bundesagentur für Arbeit hat am häufigsten Jugendliche mit mittlerem Bildungsabschluss vermitteln können. Das liegt daran, dass Abiturienten sich eher für ein Studium interessieren, Hauptschülern wiederum schwer vermittelbar sind. Aber bei der Ausbildungsplatzsuche sollte sich niemand allein auf deren Vermittlung verlassen, sondern selbst aktiv werden. Bewerbungsratgeber informieren in der Regel nicht nur über die schriftliche Bewerbung und das Vorstellungsgespräch sondern auch über Arbeitsmarkt und Suchstrategien.

Alle Aspekte für Azubis abdecken

Die Arbeitsmarktsituation mit mehr Bewerbern als Lehrstellen ist nur eine von vielen Hürden, die zu nehmen sind. Jugendliche, die sich zum ersten Mal bewerben, haben bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz einiges zu klären: Sie müssen sich intensiv mit ihren Berufsvorstellungen auseinander setzen, sich ihrer Eignung und damit auch ihrer persönlichen Stärken und Schwächen bewusst werden, sich über die gängigen Bewerbungswege informieren und wissen, wie Bewerbungsunterlagen aussehen sollten. Haben sie diese Hürden erst genommen und sind in die engere Wahl des Arbeitgebers gekommen, so müssen sie vor dem Vorstellungsgespräch immer häufiger auch Einstellungstests oder gar Assessment Center bestehen. Diese ganze Bandbreite an Themen sollte ein guter Bewerbungsratgeber für Auszubildende abdecken. Doch die Recherchen der Abteilung Weiterbildungstests haben ergeben, dass der Büchermarkt zwar regelrecht mit Bewerbungsratgebern überflutet ist, die wenigsten sich aber speziell an Ausbildungsplatzsuchende richten.

Andere Anforderungen für Anfänger

Dabei sollten Bewerbungsratgeber für Schüler besondere Bedingungen erfüllen: Leichte Verständlichkeit und eine ansprechende Gestaltung spielen hier eine besonders große Rolle. Ein komplizierter Sprachstil, Fremdwörter und Fachbegriffe ohne Erklärungen wirken ebenso abschreckend wie ein unübersichtliches, unattraktives Layout. Allen von uns aufgestellten Kriterien (siehe „Was ein gutes Bewerbungsbuch für Auszubildende bieten muss“) ist leider nur der Ratgeber von Püttjer und Schnierda „Von der Schule zum Ausbildungsplatz“ gerecht geworden, die meisten verloren sich im Mittelmaß. Siegfried Krupp schnitt mit „Zukunft Beruf“ am schlechtesten ab - und dass, obwohl er sein Buch laut Klappentext für einen „unentbehrlichen Ratgeber“ hält.

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