Bewerbung Meldung

Ein Berliner Zahn­arzt, der eine Muslimin nicht einstellt, weil sie ein Kopf­tuch trägt, muss der jungen Frau nun drei Azubi-Monats­gehälter zu je 490 Euro zahlen. Im Bewerbungs­gespräch hatte er der Interes­sentin gesagt, er würde sie gern einstellen, aber nur, wenn sie in der Praxis das Kopf­tuch ablege.

Der Zahn­arzt hatte sich bei seiner Ablehnung auf die Kleider­ordnung in seiner Praxis berufen. Es werde einheitliche, weiße Kleidung getragen: weiße Hosen, weiße Hemden, T-Shirts oder Blusen.

Das Landes­arbeits­gericht Berlin sah in der Absage einen Verstoß gegen das Anti­diskriminierungs­gesetz. Das Kopf­tuch sei Teil der Religiosität.

Die Frau durfte als Bewerberin nicht abge­lehnt werden, weil sie den Islam auf ihre Art lebt. Auch medizi­nische Gründe sprächen nicht gegen das Tuch, das sich mit Haube, Mund­schutz und weißer Kleidung leicht kombinieren lasse (Az. 55 Ca 2426/12).

Ausnahmen sieht das Gesetz aber vor: Schulen dürfen religiöse Neutralität für Lehrer verlangen, kirchliche Arbeit­geber das Bekennt­nis zu ihrer Religion.

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