Bewerber mit Migrationshintergrund, Behinderung, dem „falschen“ Geschlecht oder Alter haben jetzt bessere Chancen, sich gegen Diskriminierung bei der Jobvergabe zu wehren. Wenn der Arbeitgeber keine überzeugende Begründung für die Ablehnung liefert, können Gerichte das als Indiz für eine verbotene Diskriminierung werten. Dann ist eine Entschädigung fällig. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden (Az. C- 415/10). Geklagt hatte Galina M. Die damals 45-jährige russischstämmige Systemtechnik-Ingenieurin hatte sich vor sechs Jahren um eine Stelle als Software-Entwicklerin bei einem bayerischen Unternehmen beworben. Sie erhielt nicht einmal eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Arbeitsrechtsanwälte empfehlen nach dem EuGH-Urteil: Bewerber sollten bei Verdacht auf Diskriminierung zum Anwalt. Auch ohne konkrete Indizien für eine rechtswidrige Benachteiligung haben sie Chancen auf eine Entschädigung. Über den Fall von Galina M. muss jetzt das Bundesarbeitsgericht entscheiden und dabei das EuGH-Urteil beachten.

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