test-Kommentare: Soziale und ökologische Unter­nehmens­ver­antwortung

Tier­schutz: Undurch­sichtig

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Anbieter behaupten, keine Daunen von Lebendrupf zu verwenden. Belege fehlen.

Keiner der zehn Anbieter im Test hat belegt, von welcher Gänse- oder Entenfarm seine Daunen und Federn kommen. Damit ist nicht auszuschließen, dass die Daunen tierquälerisch von lebenden Gänsen gerupft wurden. Enten werden in der Regel nicht lebend gerupft, da es sehr viele Daunen aus Schlacht­rupf gibt. Gänse und Enten werden zum Teil in Stopfmast gehalten. Die Tiere werden über einen Trichter im Hals zwangs­gefüttert. Das führt zur krankhaft anschwellenden Fett­leber, die als kulinarische Spezialität verkauft wird („foie gras“, Stopfleber). Die Tiere leiden unter schweren Stoff­wechsel­störungen.

Auch über die Tierhaltung lässt sich nichts sagen, da die Anbieter nicht belegt haben, von welchen Höfen ihre Daunen kommen. Vor allem die Entenmast ist oft qualvoll. In der Intensivmast wird den Vögeln oft der für eine artgerechte Haltung notwendige Zugang zu ausreichend Wasser versagt. Die Tiere versuchen, angeborenes Verhalten wie Tauchen, Gründeln und Putzen auf dem Trockenen zu verrichten. Die Folge sind schmerzhafte Entzündungen, Gefiederschäden und Verletzungen der Schwimm­häute und Fußballen. Die Enge ist ein weiteres Problem in der Massentierhaltung. Oft drängeln sich Gänse und Enten zu tausenden in Hallen.

Nur zwei Anbieter zeigten uns den Schlacht­hof, der ihre Daunen geliefert hat – Kauff­mann in Polen, Wasch­bär in Ungarn. Beide­Betriebe sind beim Tier­schutz keine Vorreiter. Sie halten sich an die gesetzlichen Vorgaben.

Arbeit: Spärliche Belege

Die Arbeits­bedingungen in den Mast­betrieben sind unbe­kannt, da die Anbieter die Firmen nicht nach­weisen. Daunen werden oft in Polen, Ungarn, Russ­land und China gewonnen. Herkunfts­belege liefern die Anbieter nicht. Der Schlacht­hof für Kauff­mann ist im Arbeits­schutz gut aufgestellt, Löhne liegen meist über dem gesetzlichen Mindest­lohn, er beschäftigt aber viele Leih­arbeiter. Auch der Schlacht­betrieb für Wasch­bär bietet gute Arbeits­sicherheit, ermöglichte aber nicht die Einsicht von Belegen zu Lohn und Arbeits­zeit.

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Näherin bei der Konfektion der Decke.

Die Arbeits­bedingungen bei Daunen­ver­arbeitern und Konfektionären sind oft okay. Beim Lieferanten für Dänisches Betten­lager sind sie sogar gut, mit guter Gesund­heits­förderung und familiärem Umgang.

Umwelt­schutz: Kaum Engagement

Da uns kein Anbieter Zugang zu den Mast­betrieben ermöglichte, lässt sich über Umwelt­schutz dort nichts sagen. Probleme kann es vor allem bei Abfall- und Abwasser­entsorgung geben. Die Schlacht­höfe, die die Daunen für Kauff­mann und Wasch­bär liefern, zeigen wenig Engagement im Umwelt­schutz. Keiner hat ein Umwelt­management­system. Der polnische Schlachter für Kauff­mann hat seit kurzem zumindest eine eigene Klär­anlage. Acht Anbieter können den Schlacht­hof nicht belegen. Die Daunen­weiterver­arbeiter und Konfektionäre der Decken in Deutsch­land, Österreich und Ungarn halten sich lediglich an die Gesetze. Ein Umwelt­management­system hat keiner der besuchten Betriebe.

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