Bett­decken im Test Test

Seit Jahren werfen Tierschützer der Daunen­industrie vor, sie würde Gänse bei lebendigem Leib rupfen lassen. Jetzt hatten Anbieter die Chance, die Anschuldigungen zu widerlegen – und haben sie nicht genutzt. Das ist die traurige Erkennt­nis aus dem großen Daunen-Test der Stiftung Warentest. Die test-Experten haben 14 Bett­decken auf ihre Qualität hin getestet und zusätzlich über­prüft, inwiefern sich die Anbieter an die Kriterien für soziale und ökologische Unter­nehmens­führung (CSR) halten.

Bettdecken 11/2013 - Daunen­decken

  • Allnatura Figura Hauptbild Allnatura Figura
  • Aro Artländer Cocoon Hauptbild Aro Artländer Cocoon
  • Billerbeck Classic Nena Kassette II Hauptbild Billerbeck Classic Nena Kassette II
  • Centa Star Swiss Collection warm Hauptbild Centa Star Swiss Collection warm
  • Dänisches Bettenlager Greenfirst Hauptbild Dänisches Bettenlager Greenfirst
  • Galeria Kaufhof Masuren warm Hauptbild Galeria Kaufhof Masuren warm
  • Häussling Wilddream A Hauptbild Häussling Wilddream A
  • Kauffmann Best of Masuren warm Hauptbild Kauffmann Best of Masuren warm
  • Matratzen Concord Puszta Hauptbild Matratzen Concord Puszta
  • Sanders Climabalance Classic warm Hauptbild Sanders Climabalance Classic warm
  • Waschbär Fair Trade Winter-Steppbett Hauptbild Waschbär Fair Trade Winter-Steppbett

Bettdecken 11/2013 - Syn­thetik­decken

  • Billerbeck Exclusiv Concerto Duo Plus Hauptbild Billerbeck Exclusiv Concerto Duo Plus
  • Centa Star Famous Hauptbild Centa Star Famous
  • Traumina Novis Faser Duo WK 4 Hauptbild Traumina Novis Faser Duo WK 4

Daunendecken CSR 11/2013

  • Allnatura Figura Hauptbild Allnatura Figura
  • Billerbeck Classic Nena Kassette II Hauptbild Billerbeck Classic Nena Kassette II
  • Centa Star Swiss Collection warm Hauptbild Centa Star Swiss Collection warm
  • Dänisches Bettenlager Greenfirst Hauptbild Dänisches Bettenlager Greenfirst
  • Galeria Kaufhof Masuren warm Hauptbild Galeria Kaufhof Masuren warm
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  • Kauffmann Best of Masuren warm Hauptbild Kauffmann Best of Masuren warm
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TestBett­decken im Testtest 11/2013
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Auf die inneren Werte kommt es an

Best of Masuren, das Beste aus den Masuren, nennt Anbieter Kauff­mann seine Daunen­decke. Sie schmiegt sich perfekt an, hält mollig-warm und steckt voll hoch­wertiger Daunen. Ein Traum für 500 Euro. Doch nach dem Waschen ist der Traum vorbei: Die Füllung verrutscht, mehrere abge­steppte Kassetten leeren sich, hier kommt Kälte durch. Die Halt­barkeit ist mangelhaft. Kauff­mann ist nicht die einzige negative Über­raschung im Test von elf Daunen- und drei Synthetik­decken – von der preis­werten Aktions­ware für 80 Euro bis zur Luxus­decke für 500 Euro. Von außen erwecken fast alle einen hoch­wertigen Eindruck. Aber für erhol­samen Schlaf kommt es auf die inneren Werte an.

Wo Daunen drauf­steht, sind oft Federn drin

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Hoch­wertige Füllungen verheißen alle: mindestens 90 Prozent Daunen erster Klasse. Qualitäts­daunen sind teuer und knapp. Ist drin, was drauf­steht? In Klein­arbeit haben die Prüfer die Füllungen nach Daunen und Federn sortiert und fest­gestellt: In vielen Decken stecken minderwertige, kleine Daunen und mehr Federn als angegeben. Sie halten Wärme meist schlechter als bauschige Daunen. Im Labor mussten die Decken auch beweisen, wie sie Feuchtig­keit aufnehmen und vom Körper wegtrans­portieren. Auch drei Wasch­gänge waren Teil des Test­programms. Nicht alle Decken über­standen diese Prozedur heil.

Tierschützer erheben schwere Vorwürfe

Tier­schutz­organisationen wie zum Beispiel Soko Tierschutz oder Vier Pfoten zeigen im Internet eine Vielzahl von Filmen und Fotos, die Tierquälerei auf Gänsefarmen dokumentieren. Zu sehen ist, wie Arbeiter den schreienden Tieren brutal das Gefieder heraus­reißen, wie Maschinen zum Einsatz kommen, die eigentlich für das Entfedern toter Vögel gedacht sind, und wie den Gänsen abge­rissene Hautfetzen ohne Betäubung wieder angenäht werden. Die Anbieter von Daunen­decken wiegeln ab und reden von Einzel­fällen. Seit Jahren erklären sie unisono, dass ihre Daunen nur von geschlachteten, toten Tieren stammen – als Neben­produkt der Geflügel­industrie. An der fertigen Bett­decke lässt sich nicht mehr erkennen, ob Daunen und Federn von lebenden Tieren stammen. Einmal gewaschen, sind sie nicht mehr von Schlacht­rupf zu unterscheiden.

Kein Anbieter hat belegt, woher seine Daunen kommen

test wollte sich ein eigenes Bild machen und bat zehn Anbieter von Daunen­decken aus dem Warentest, Herkunft und Wege ihrer Daunen offen­zulegen. Auf welcher Farm haben die Tiere gelebt? Wo wurden sie geschlachtet? Wie steht es um den Tier­schutz, den Umwelt­schutz und die sozialen Belange der Mitarbeiter? Seit zehn Jahren macht die Stiftung Warentest solche Studien zur Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR). So zäh wie diesmal war es noch nie. Trotz monate­langen Nach­fragens kamen die Belege nur zögerlich, vereinzelt – und oft auch gar nicht. Kein einziger Anbieter hat belegt, von welchen Höfen seine Daunen kommen – nicht einmal jene, die dem Verbraucher mit Brief und Siegel garan­tieren, dass die verwendeten Daunen und Federn nicht von lebenden Tieren stammen.

Nur zwei Anbieter zeigten den Testern die Schlacht­höfe

Nur zwei der zehn Anbieter öffneten die Tore zu den Schlacht­höfen – Kauff­mann in Polen und Wasch­bär in Ungarn. Beide sind beim Tier- und Umwelt­schutz nur ausreichend. Mehr Trans­parenz als in den Mast- und Schlacht­betrieben zeigten die Anbieter erst, als es ums Nähen und Befüllen der Decken mit sauberen Daunen ging. Da waren die meisten bereit, den Testern Zutritt zu ihren Betrieben zu gewähren. Matratzen Concord hat sich jedoch komplett verweigert.

Siegel und Selbst­verpflichtungen erweisen sich als wert­los

Die voll­mundigen Werbe­versprechen und Selbst­verpflichtungen der Branche entpuppen sich so als leere Wort­hülsen. Auch das vom Verband VDFI immer wieder hoch­gehaltene Kontroll­siegel, der „Traumpass“, erweist sich als wert­los. Das Zertifikat, ausgestellt von DIN Certco, verspricht neben einer hohen Produktqualität den Verzicht auf Lebendrupf. Mehrere Anbieter oder deren Produzenten lassen sich nach Traumpass-Vorgaben zertifizieren. Trotzdem bleiben sie den Beleg schuldig, woher ihre Daunen stammen – können also Lebendrupf nicht ausschließen.

Preis für Daunen stark gestiegen

Die Branche steht unter Druck. Der Preis für Daunen ist in den vergangenen drei Jahren drastisch gestiegen. Die Gründe: Es werden weniger Gänse gegessen, zugleich werden sie oft so früh geschlachtet, dass die Daunen noch nicht ausgereift sind. Hinzu kommt, dass die Nach­frage in China stark steigt. Immer mehr Chinesen kaufen Luxus­produkte wie Daunenja­cken. Gleich­zeitig ist der Preis für Fleisch im Keller. In dieser Gemengelage spricht viel dafür, dass ein Mäster für die Daunen seiner Gänse gern mehr­mals kassiert – nicht nur einmal nach dem Schlachten. Entkräften konnte die Branche diesen Vorwurf nicht.

Die test-Experten im Chat

Am Mitt­woch, 13.11.2013 von 13 bis 14 Uhr stehen Ihnen die test-Experten Thomas Müller und Stephan Scherfen­berg im Chat zum Thema Daunen und Tierschutz Rede und Antwort. Sie können jetzt schon Ihre Fragen stellen.

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