Bett­decken Special

Daune oder Kunst­faser, Wolle oder Baumwolle – Bett­decken gibt es mit unterschiedlichsten Füllungen. Die Stiftung Warentest zeigt deren Stärken und Schwächen auf, erklärt, was Etiketten verraten, welche Siegel eine tierfreundliche Daunen­produktion belegen sollen und für welche Stan­dards die Daunen-Zertifikate stehen.

Synthetik­decken verkaufen sich am besten

Daunen und Federn haben etwas Märchenhaftes – nicht nur bei Frau Holle: „Federleicht und anschmieg­sam“, heißt es in der Werbung für Daunen­decken, „kuschelig, weich und angenehm wärmend“. Der Flausch im Schlaf­zimmer verkauft sich übers Gefühl. In die Läden kommen vor allem Synthetik­decken: Etwa die Hälfte der im vergangenen Jahr produzierten Bett­decken war nach Branchen­angaben mit Kunst­fasern gefüllt, rund 38 Prozent mit Daunen oder Federn, der Rest mit Naturfasern wie Wolle, Baumwolle oder Kamel­haar. Jedes Material hat Stärken und Schwächen.

Daunen halten den Schläfer warm und trocken

Vor fünf Jahren hat die Stiftung Warentest zuletzt Daunen- und Synthetikdecken untersucht. Die besseren Schlaf­eigenschaften zeigten damals Daunen: Sie hielten den Schlafenden meist wärmer als Kunst­stoff­fasern und zugleich trockener, weil sie Feuchtig­keit besser abführten. Jeder Mensch gibt nachts bis zu einem halben Liter Flüssig­keit ab, meist als dampf­förmigen Schweiß. Daunen­decken speichern ihn und befördern ihn vom Körper weg. Das Gefieder von Gans oder Ente nimmt dabei bis zu 15-mal so viel Feuchtig­keit auf wie Polyester und bis zu 3-mal so viel wie Polyamid. Synthetik­decken lassen dagegen mehr Wärme entweichen und trans­portieren Feuchtig­keit schlechter.

Tipp: Lüften Sie Bett­decken morgens gut aus, am besten an der frischen Luft. So kann die Feuchtig­keit aus der Decke entweichen. Schütteln Sie insbesondere Daunen­decken gut auf.

Kaschmir, Kamel­haar, Kapok

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Pflanzlich. Decken aus Baumwolle sind pflegeleicht und eignen sich als Sommerbett.

Auch andere Naturmaterialien können gut Feuchtig­keit aufnehmen. Sie eignen sich besonders für Menschen, die viel schwitzen. Kaschmir und Kamel­haar wärmen zudem ähnlich gut wie Daune, sind allerdings bei gleicher Wärmeleistung schwerer. Baumwolle und Seide haben ähnlich gute feuchtig­keits­regulierende Eigenschaften, halten aber nicht so warm. Sie sind vor allem für leichtere Sommer­decken geeignet. Einige Hersteller bieten als Alternative Decken mit Kapok an. Die sogenannte Pflanzendaune stammt von der flaumigen Hohlfaser der Schoten des Kapokbaums. Sie ist allerdings nicht besonders stabil und in Bett­decken nur einge­schränkt zu empfehlen.

Tipp: Wählen Sie Bett­decken nach Ihren Bedürf­nissen. Wer stark schwitzt, sollte auf eine gute Feuchte­regulierung achten. Leicht­gewichte brauchen Decken mit gutem Wärmehalte­vermögen, da sie oft schneller frieren als schwere Personen. Oft steht im Etikett eine Wärmeklasse. Das Stan­dard­maß 135 mal 200 Zenti­meter passt für Menschen bis 1,80 Meter Körperlänge. Größere Menschen liegen besser unter der Komfort­größe 155 mal 220 Zenti­meter.

Die Bausch­kraft der Daune kann man messen

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Tierisch. Mit Daunen und Federn von Gans und Ente gefüllte Decken wärmen oft gut.

Ihre guten klimatischen Eigenschaften verdankt die Daunen­decke der Natur. Eine hoch­wertige Daune hat etwa zwei Millionen flauschige Ästchen, die ineinander­greifen und Körperwärme einschließen. Dabei sind Daunen erstaunlich elastisch. Sie lassen sich auf einen Bruch­teil ihres Volumens zusammendrücken und plustern sich wieder auf. Diese Eigenschaft heißt Bausch­kraft oder Loft und wird in der anglo­amerikanischen Einheit Cubic Inches pro Unze (Cuin) gemessen. Sie gilt als Qualitäts­merkmal bei Schlafsä­cken und wird gelegentlich auch bei Decken angegeben. Je höher der Wert, desto besser isoliert die Daune gegen Kälte. Hoch­wertige Daunen erreichen bis zu 900 Cuin.

Synthetik ist leicht zu reinigen

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Synthetisch. Die Kunst­faser ist wasch­bar. Sie lässt Schlafende aber oft schwitzen.

Kunst­fasern haben andere Stärken. Zum einen stehen sie nicht in der Kritik von Tierschützern, die der Branche vorwerfen, die Gewinnung von Daunen oft mit dem Leid von Gänsen und Enten zu erkaufen (siehe Daunenproduktion: Geflügel als Ware). Der größte Vorteil von Synthetik­decken ist ganz hand­fester Natur: Sie können ohne Probleme nass werden, während Daunen dazu neigen, bei Nässe zu verklumpen. Decken aus Kunststoff sind daher leichter zu reinigen – einfach in der Maschine waschen und anschließend an der Luft trocknen lassen. Daunen­decken, insbesondere Winterbetten, lassen sich zu Hause nur mit einer sehr großen Wasch­maschine und einem geräumigen Trockner richtig reinigen. Sonst ist der Gang zum Wasch­salon oder Fachhändler erforderlich. Hersteller empfehlen, Daunen­decken alle ein bis zwei Jahre zu waschen, Synthetik­decken häufiger.

Tipp: Beachten Sie die Wasch­anleitung. Für Synthetik­decken eignen sich Fein­wasch­mittel. Benutzen Sie für Daunen spezielle, rück­fettende Daunen­wasch­mittel oder flüssige Wasch­mittel, die für Wolle und Seide geeignet sind. Schleudern Sie Daunen­decken nach der Wäsche nur vorsichtig, lassen Sie sie im Trockner, bis sie ganz trocken sind. Ein Tennis­ball in der Trommel schüttelt die Decke auf und macht Daunen wieder flauschig.

Daunen auf Wanderschaft

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Wanderdaune. Verrutschte Daunen nach dem Waschen, Decke aus test 11/2013.

Die Wasch­versuche in unserem vorherigen Test über­standen viele Daunen­decken nicht. Bei jeder zweiten ging die Füllung auf Wanderschaft, sodass die Daunen ungleich­mäßig in den Kassetten der Decke verteilt waren (siehe Foto oben). Selbst kräftiges Aufschütteln bewegte sie nicht zur Umkehr. Die Folge: Durch die leeren Kassetten entweicht Wärme – die Decke verliert ihre Qualität. Einziger Ausweg: beim Fachhändler teuer auffüllen lassen.

Wasch­barkeit wichtig für Allergiker

Gut wasch­bares Bett­zeug ist vor allem für Menschen wichtig, die allergisch gegen Hausstaubmilben reagieren. Die kleinen Spinnentierchen leben zwar vor allem gern in der Matratze, können sich aber auch in der Bett­decke tummeln – egal ob Daune, Synthetik oder Wolle. Neben milbendichten Bezügen, sogenannten Enca­sings, bietet regel­mäßiges Waschen bei 60 Grad Celsius den besten Schutz.

Tipp: Lassen Sie hoch­wertige Daunen­decken alle fünf bis zehn Jahre im Fach­geschäft aufarbeiten. Dort wird Bruch aussortiert, der Rest gereinigt und mit frischen Daunen aufgefüllt. Schließ­lich kommt die Füllung in eine neue Hülle.

Nackenkissen können bei speziellen Schlaf­problemen helfen. Test­ergeb­nisse finden Sie in unserem Test Nackenkissen.

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