Betrug im Baumarkt Meldung

Die Umweltorganisation Greenpeace warnt vor falsch etikettiertem Fichtenholz in deutschen Baumärkten. Das Holz mit dem Siegel „Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft - Gewachsen in Deutschlands Wäldern“ stamme tatsächlich aus Russland. Dort werde einer der letzten europäischen Urwälder abgeholzt. Umweltschützer sehen darin eine ökologische Katastrophe.

Von Bauhaus bis Toom

Greenpeace entdeckte das Holz aus Russland in vielen deutschen Baumärkten. Betroffen sind demnach Filialen der Baumarktketten Bauhaus, BayWa, Hagebau, Marktkauf, Obi, Praktiker und Toom in sieben Bundesländern. Greenpeace-Aktivisten kennzeichneten die gefundenen Hölzer am Sonnabend in verschiedenen Städten mit Aufklebern wie „Betrug“ und „Finger weg – Urwaldzerstörung. Die Umweltschützer protestieren gegen die Rodung des Dvinsky-Urwalds - einer der letzten Urwälder in Europa. Die dort abgeholzten Bäume sind zum Teil mehrere hundert Jahre alt. Greenpeace erstattete zudem Anzeige wegen Verdacht auf Betrug.

Falsches Siegel

Verkauft wird das Urwaldholz aus Russland offenbar unter falschem Etikett. Das monierte Fichtenholz trägt das Siegel „Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft - Gewachsen in Deutschlands Wäldern“. Tatsächlich stamme es aber aus Russland - wie die Sägewerks-Markierungen an der Stirnseite belegen. Die rote Markierung „AR“ stehe für das Sägewerk Archangelsk im europäischen Teil Russlands. Importiert und an die Baumärkte geliefert wird das Holz nach Angaben von Greenpeace von der bayrischen Firma Rettenmeier. Die Umweltschützer verdächtigen die Firma, das Holz dabei mit dem falschen Etikett zu versehen. „Das ist Betrug und doppelte Verbrauchertäuschung. Das Holz ist weder ökologisch erzeugt, noch stammt es aus Deutschland“, sagt Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge.

Besser mit FSC-Siegel

Das Siegel „Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft - Gewachsen in Deutschlands Wäldern“ wird vom Holzabsatzfonds (HAF) vergeben. Der Holzabsatzfonds ist eine staatlich geförderte Marketingeinrichtung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft. Er steht unter der Aufsicht des Ministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Offenbar wurde das Siegel für das Urwaldholz missbraucht. Das Ministerium für Verbraucherschutz untersucht den Fall. Greenpeace rät Verbrauchern stattdessen, Bauholz, Möbel, Fenster, Türen und Parkett mit dem Öko-Siegel FSC zu kaufen. Das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) steht für Holz aus sozial und ökologisch nachhaltiger Waldnutzung.

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