So verhindern Sie Reinfälle: Tipps

Ebay bietet reichlich Chancen. Über das Internet-Auktionshaus lassen sich Dinge kaufen, die sonst einfach nicht aufzutreiben wären und sind erstaunliche Schnäppchen möglich. Doch keine Chance ohne Risiko: Immer wieder lockt Ebay auch Betrüger an. test.de hat aktuelle Tipps gesammelt, um Reinfälle zu verhindern.

Infos aus dem Netz

Wichtige Informationsquelle für Ebay-Schnäppchen-Jäger: www.falle-internet.de und das Sicherheitsforum bei Ebay selbst. Internetaktivist Burkhard Müller (Foren-Alias: bubu_m) beobachtet das Internetauktionshaus seit Jahren. Er verfügt dazu über ein spezielles Computerprogramm zur Erfassung aller Aktivitäten einzelner Anbieter. Bereits in rund 50 Fällen warnte er vor Verkäufern, die später tatsächlich insolvent wurden und reichlich Schaden hinterließen. Die folgenden Tipps beruhen auf seinen Erfahrungen.

  • Schnäppchen. Besonders skeptisch sollten Sie sein, wenn Ihnen Wertsachen oder kostspielige Neuware gegen Vorkasse weit unter dem sonst üblichen Preis angeboten werden. Googeln Sie in solchen Fällen unbedingt den Namen des Anbieters und schauen Sie gezielt bei www.falle-internet.de und dem Ebay-Sicherheitsforum nach. Aber Achtung: Selbst wenn Sie dort nicht fündig werden, kann das Angebot unseriös sein. Prüfen Sie Angebote stets auch auf Plausibilität. Kein Ebay-Anbieter macht Ihnen Geschenke. Beispiel: Angebote zum Kauf von Gold oder Münzen. Wenn der aktuelle Ankaufspreis der Banken für die angebotenen Barren oder Münzen höher ist, kann das Angebot nicht seriös sein.
  • Vorkasse. Vor Erhalt der Ware zu zahlen, ist immer riskant. Wenn der Anbieter zwischenzeitlich verschwindet oder insolvent wird, bleibt die Lieferung aus und bekommen Sie allenfalls einen kleinen Teil des Geldes wieder zurück.
  • Lieferzeit. Akzeptieren Sie bei Vorkasse auf keinen Fall verlängerte Lieferzeiten. Mit Verzögerung der Lieferung steigt das Ausfallrisiko exponentiell. Lange Lieferzeiten ermöglichen so genannte Schneeball- oder Pyramiden-Betrügereien. So funktioniert es: Der Anbieter bietet Ware, die er noch gar nicht hat, unter Einstandspreis an. Die Vorkasse des ersten Kunden reicht nicht aus, um die Ware zu finanzieren. Dafür nimmt der Anbieter einen Teil des Geldes, das ein zweiter Käufer für seine Ware überwiesen hat. Die Ware für den zweiten Käufer finanziert er mit Geld des dritten Käufers und so weiter. Solche Schneeballsysteme können eine ungeheure Dynamik entwickeln und ermöglichen dem Verkäufer, mit dem Geld seiner Kunden die Ausgaben fürs Unternehmen und seinen Lebensstil zu finanzieren. Das System bricht zusammen, sobald es dem Verkäufer nicht mehr gelingt, die Zahl der Neukunden zu steigern. Das Geld reicht dann sehr schnell nicht mehr aus, bereits verkaufte Ware zu beschaffen. Die Kunden, die zuletzt gekauft und bezahlt haben, gehen leer aus.
  • Gutscheine. Ähnliche Risiken sind mit Gutscheinen aller Art verbunden. Vor allem bei Hotels, Wellness-Anbietern und Restaurants, die Gutscheine in großer Zahl anbieten, sollten Sie skeptisch sein. Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten nutzen den Verkauf von Gutscheinen zuweilen, um sich akut fehlendes Geld zu beschaffen. Wenn der Betrieb die Schwierigkeiten nicht bewältigt und insolvent wird, sind seine Gutscheine praktisch wertlos. Variante: Der Hotel-Gutschein stammt von einem Vermittler. Der spekuliert auf eine hohe Quote von Gutscheinen, die nicht eingelöst werden. Das Geld fürs Hotel überweist er erst, wenn der Gutschein tatsächlich eingelöst wird. Wird der Vermittler insolvent, bleibt die Bezahlung aus und weigert sich das Hotel, den Gutschein zu akzeptieren. Oft wird es trotzdem in der Pflicht sein. Wenn der Vermittler den Gutschein mit Zustimmung des Hotels angeboten hat, muss das Hotel ihn in der Regel akzeptieren - auch wenn der Vermittler das Hotel nicht mehr bezahlt.
  • Möbel. Beim Ebay-Kauf von Möbeln mit langer Lieferfrist ist bei der Forderung nach Vorkasse ebenfalls Vorsicht angebracht.
  • Bewertungen. Schauen Sie sich die Bewertungen anderer Käufer an, bleiben Sie aber skeptisch. Vor allem Bewertungen, bei denen Art der Ware und Preis nicht (mehr) zu erkennen sind, können auf ganz anderen Angeboten als den aktuellen beruhen. Zuweilen bieten Händler zunächst massenhaft einwandfreie Billigware an, um gezielt gute Bewertungen zu sammeln. Gar nicht selten beim Kauf hochwertiger Möbel oder sonstiger Wertgegenstände über Ebay ist die Bewertungsfrist abgelaufen, bevor das Scheitern einer Lieferung feststeht und kann der Käufer später gar keine negative Bewertung mehr abgeben.
  • Paypal. Verlassen Sie sich nicht blind auf den Käuferschutz bei Bezahlung mit Paypal. Er gilt nur unter engen Voraussetzungen und erfordert die Einhaltung bestimmter Verfahrensregeln. Außerdem behält Paypal sich vor, den Käuferschutz jederzeit zu ändern und zu streichen. Schauen Sie sich die Paypal-Käuferschutzrichtlinie genau an, bevor Sie hochwertige Waren oder Dienstleistungen im Vertrauen auf zusätzliche Sicherheit ersteigern.
  • Treuhandservice. Nutzen Sie beim Kauf hochwertiger Waren wenn möglich den Ebay-Treuhandservice.
  • Hacker. Seien Sie misstrauisch, wenn Sie Geld auf ein Konto überweisen sollen, dessen Inhaber nicht mit dem Ebay-Verkäufer identisch ist. Fragen Sie vor der Überweisung gezielt nach und googeln Sie den Namen des Inhabers und die Nummer des Kontos, auf das Sie zahlen sollen. Grund: Gar nicht selten gelingt es Hackern, das Passwort für einen fremden Ebay-Account oder die E-Mail-Adresse dazu zu erbeuten. Sie können dann über den fremden Account hochwertige Geräte anbieten und den Kaufpreis dafür kassieren. Die Lieferung bleibt selbstverständlich aus. Gehackte Accounts sperrt Ebay so schnell wie möglich, aber zumindest für einige Käufer ist es dann schon zu spät. Im Ebay-Sicherheitsforum gibts detaillierte Informationen zu Konten, die solche Hacker meist mit gestohlenen oder gefälschten Papieren eröffnet haben.

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