Betrug Meldung

Zwei Rollen Toilettenpapier für 49,95 Mark an den Mann bringen? Für gewiefte Betrüger ist das kein Kunststück. Sie klingeln, getarnt zum Beispiel als "SOS Versandservice", mit traurigem Blick an der Wohnungstür: "Wir möchten ein Päckchen für Ihre Nachbarn abgeben, doch die sind leider nicht da, können Sie helfen?"

Wer jetzt zögert, wird mit immer wieder neuen Argumenten systematisch überredet. Beispiele: Es gehe ja um keine große Summe, ein zweiter Ablieferungsversuch würde eine unangemessen hohe Gebühr kosten, außerdem müsse der Empfänger dann eine weitere Woche auf die Lieferung warten, das Päckchen enthalte leicht verderbliche Feinkost oder eiliges Expressgut, auf das der Besteller dringend warte. Und schließlich: Unter Nachbarn seien kleine Gefälligkeiten doch selbstverständlich. In allen anderen Fällen gebe es damit überhaupt keine Probleme ­ zumal es um einen guten Zweck gehe, denn man sei im Auftrag des Kinder- und Jugendstifts der Landesregierung unterwegs oder für eine Behindertenwerkstatt.

Natürlich hat der Nachbar gar kein Päckchen erwartet. Und was drin steckt, ist die "Nachnahmegebühr" nicht im Mindesten wert: Toilettenpapier, Küchenrollen oder einfach nur Putzlappen. Teils agieren die Gauner unter frei erfunden Vereinsnamen, mitunter geben sie auch vor, für bekannte Organisationen zu arbeiten. So oder so: Im Nachhinein ist es für die Polizei nahezu unmöglich, das Geld zurückzuholen.

Deshalb der Rat:

Kein Geld zahlen, nach dem Personalausweis fragen, das Kfz-Kennzeichen notieren.

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