Rentner, die freiwillig Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung sind, müssen aufpassen: Lassen sie sich ihre betriebliche Direktversicherung auszahlen und stecken sie das Geld in eine private Sofortrente (Rente gegen Einmalbeitrag), müssen sie sowohl für die Kapitalleistung als auch für die spätere Sofortrente volle Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen. Das entschied das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz (Az. L 5 KR 84/15).
Der Fall
Der Arbeitgeber hatte 1975 für den Kläger eine Direktversicherung abgeschlossen. Im März 2013 ließ der Kläger sich statt einer Rente eine Kapitalabfindung von knapp 116 000 Euro auszahlen. Das Geld steckte er in eine private Sofortrente, die ihm offenbar eine höhere Rente brachte. Entsprechend der gesetzlichen Regelungen wurde die Kapitalabfindung in 120 Monatsbeiträge geteilt, aus denen die Kranken- und Pflegekasse monatliche Beiträge von rund 170 Euro verlangte. Zusätzlich forderte sie für die monatliche Sofortrente von rund 500 Euro 74 Euro Beitrag. Der Rentner klagte gegen die Beiträge auf die Kapitalabfindung, da er das Geld ja gleich in eine andere Rentenversicherung investiert habe. Das Landessozialgericht gab ihm aber nicht recht, da es sich um zwei verschiedene Versicherungen handele.
Doppelbeitrag bei Riester
Auch Arbeitnehmer, die einen Riester-Vertrag über den Betrieb abschließen, müssen später auf ihre Riester-Rente den vollen Krankenversicherungsbeitrag zahlen – egal ob sie als Rentner freiwillig gesetzlich versichert oder pflichtversichert sind. Dabei waren bereits ihre Beiträge zur Riester-Rente mit Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen belastet. Sie zahlen also zweimal.
Tipp: Schließen Sie nur eine betriebliche Riester-Rente ab, wenn der Gruppenvertrag günstig ist oder Ihr Chef dazuzahlt. Überlegen Sie vor der Auszahlung einer Direktversicherung, ob Sie eine Rente oder die Kapitalleistung wollen. Denken Sie dabei auch an die Sozialbeiträge.
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@muttlb: Bei einer monatlichen Auszahlung müssen auch die vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge entrichtet werden. Hat der Arbeitnehmer nach seinem Ausscheiden aus dem Betrieb nicht nur die Beiträge selbst gezahlt, sondern den ganzen Altersvorsorgevertrag vollständig übernommen, braucht er für Leistungen aufgrund von Beiträgen, die er danach selbst gezahlt hat, keinen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag zu zahlen. Begründung: Die rein private Altersvorsorge ist nicht krankenkassenbeitragspflichtig. Das muss laut Bundesverfassungsgericht auch dann gelten, wenn ein als betriebliche Altersvorsorge gestarteter Vertrag privat fortgesetzt wird. (PK)
Hallo,
ich habe eine Direktversicherung über meinen Arbeitgeber abgeschlossen. Bei Ablauf muss ich davon wohl KV-Beiträge zahlen. Die Versicherung bietet statt Kapitalauszahlung auch eine Rente an. Muss ich darauf auch KV-Beiträge zahlen ??
Stutzig machte mich folgender Beitrag eines Nutzers auf Ihrer Internet-Seite:
"Vollzeug schrieb am 29.02.2016 um 22:04 Uhr:
Doppelter Beitrag
Eine wesentliche Ergänzung zum Beitrag. Es genügt für die Doppelverbeitragung, wenn die Kapitalauszahlung erfolgt, auch o h n e weitere Verrentung! Das BSG hat schlank festgestellt, wenn der AG in der Kapital/Lebensversicherung als VN genannt wird und nicht der begünstigte Mitarbeiter, handelt es sich immer um eine Vorsorgeversicherung mit der bekannten folgenden Doppelverbeitragung. "
Ich habe für meinen Fall mal alle Vorsorgebeispiele mit Excel-Tabellen und allen relevanten Parametern durchgerechnet. Das war viel Arbeit - aber die Ergebnisse sind höchst erstaunlich:
Zunächst einmal: Die einzige Kennzahl, die bei der Altersvorsorge wirklich zählt, ist die Amortisationszeit: Das ist die Zeitdauer nach dem Renteneintritt, nach der man sein eingebrachtes Kapital wieder raus hat.
Verglichen werden: (1) Betriebsrente VBLextra, (2) Riesterrente DWS TopRente Balance, (3) Rüruprente DWS Basisrente Premium. Die Ergebnisse, bezogen auf die garantierte Rente, lauten:
(1) Betriebsrente: Amortisationszeit 11,9 Jahre,
(2) Riester: Amortisationszeit 19,4 Jahre,
(3) Rürup: Amortisationszeit 14,7 Jahre.
Fazit: Der größte "legale Betrug" ist die Riesterrente, und das, obgleich der Staat wirklich sehr viel Geld zuschießt. Ungünstige Sterbetafeln sorgen für Profit der Unternehmen mit Verlust beim Kunden. Betriebsrenten sind trotz doppelter Sozialabgabenbelastung am günstigsten.
Kommentar vom Autor gelöscht.
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