Fürs Alter sparen mit staatlicher Förderung: Grund­lagen der Riester-Rente

Zulage. Jeder Riester-Sparer erhält eine Grund­zulage vom Staat. Die beträgt seit 2018 maximal 175 Euro im Jahr. Pro Kind gibt es zudem jähr­lich 300 Euro, solange der Sparer Kinder­geld bezieht. Wurde das Kind vor 2008 geboren, sind es nur 185 Euro. Voraus­setzung für die volle Zulage ist, dass 4 Prozent des renten­versicherungs­pflichtigen Einkommens des Vorjahres abzüglich der Zulagen in den Vertrag fließen, mindestens jedoch 60 Euro. Eine Frau mit drei Kindern und einem Gehalt von 30 000 Euro muss 125 Euro im Jahr selbst einzahlen. Wer nicht die volle Summe einzahlt, bekommt die Förderung nur anteilig.

Steuer­förderung. Für Besserverdienende ist die Förderung über Steuererspar­nisse meist attraktiver als die Zulagen. Einzahlungen bis 2 100 Euro im Jahr erkennt das Finanz­amt als Sonder­ausgaben an. Ist die Steuerersparnis höher als die Zulagen, zahlt das Finanz­amt im Folge­jahr die Differenz aus. Eine Person, die 52 500 Euro verdient hat und im Vorjahr 1 946 Euro Eigenbeiträge plus 154 Euro Zulage in den Vertrag gezahlt hat, hätte 615 Euro Steuern gespart. Die spätere Riester-Rente wird allerdings voll mit dem persönlichen Steu­ersatz versteuert. Das lohnt sich oft, da der Steu­ersatz in Rente nied­riger ist als im Erwerbs­leben.

Anrechnung. Sparen mit der Riester-Förderung lohnt sich für Gering­verdiener mitt­lerweile mehr. Anders als früher wird nicht mehr die komplette Riester- oder Betriebs­rente auf die Grund­sicherung im Alter ange­rechnet. 100 Euro monatlich aus einer Alters­vorsorge dürfen Bezieher von Grund­sicherung immer behalten, von darüber hinaus­gehenden Einkünften 30 Prozent, höchs­tens jedoch rund 208 Euro. Dieser Betrag steigt jähr­lich.

Rente. Hat ein Arbeitnehmer Riester-Förderung für seine Alters­vorsorge erhalten, muss er die Auszahlung als monatliche Rente beziehen. Bei einer voll­ständigen Kapital­auszahlung muss er die Förderung zurück­zahlen. Je nach Tarif ist es möglich, zu Beginn der Rente 30 Prozent des Guthabens zu entnehmen, ohne dass die Förderung zurück­gezahlt werden muss.

Varianten. Im Betrieb gibt es die Riester-Förderung für Verträge des Arbeit­gebers mit Direkt­versicherungen, Pensions­kassen und Pensions­fonds. Diese Einrichtungen sind auf Betriebs­renten spezialisiert und garan­tieren später monatliche Rentenzah­lungen. Spart jemand privat mit Riester, hat er mehr Möglich­keiten: Er kann zum Beispiel ein Riester-Darlehen zur Finanzierung seiner Immobilie nutzen (Wohn-Riester) oder mit einem Fonds­sparplan in Aktien- und Misch­fonds investieren.

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