Alles wird teurer ­ aber eine betriebliche Altersversorgung wächst nicht automatisch mit. Ein Unternehmen muss seine laufenden Betriebsrenten nur dann an die gestiegenen Lebenshaltungskosten anpassen, wenn es dazu wirtschaftlich in der Lage ist.

Ein Berliner Ruheständler, der von seinem ehemaligen Arbeitgeber eine um 11,9 Prozent erhöhte Betriebsrente verlangt hatte, scheiterte vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG). Das Unternehmen hatte deutlich gemacht, dass es finanziell nicht dazu in der Lage war, mehr als die ursprünglich vereinbarten 1.941 Mark Rente im Monat zu zahlen (Az. 3 AZR 146/99).

Ob die Finanzsituation des Unternehmens es zulässt, mehr an seine Rentner auszuschütten, bestimmt die Firma allerdings nicht allein. Das BAG machte deutlich: Zur Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ist ausschlaggebend, ob das Unternehmen eine angemessene Eigenkapitalverzinsung erreicht. Die Höhe des Eigenkapitals wird dabei anhand des Jahresabschlusses festgestellt, als "angemessene Verzinsung" gilt der für festverzinsliche Wertpapiere langfristig erzielbare Basiszins plus 2 Prozent Risikozuschlag, also zurzeit rund 7 Prozent.

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