Betriebs­rente Test

Viele Arbeit­geber machen es schon jetzt: Sie steuern Geld für die Betriebs­rente ihrer Angestellten bei. Demnächst müssen das alle Chefs tun. So will es ein neues Gesetz. Unser Test von 45 Direkt­versicherungs-Angeboten zeigt: Ein Beitrag der Arbeit­geber ist auch dringend nötig. Sonst lohnt sich die Betriebs­rente nicht. Je nach Tarif erhält unser Modell­kunde für 100 Euro Monats­beitrag eine garan­tierte monatliche Bruttorente, die zwischen 88 Euro und 113 Euro beträgt.

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TestBetriebs­rente19.06.2017
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Mit Förderung vom Staat

Eine sichere Bank ist die staatliche Förderung: Wer von seinem Brutto­lohn Geld abzweigt und in Beiträge für eine Betriebs­rente „umwandelt“ spart Steuern und Sozial­abgaben. Bis zu einem Betrag von 3 048 Euro jähr­lich (254 Euro monatlich) bleibt die Entgelt­umwandlung steuer- und sozial­abgabenfrei. Dies gilt für alle fünf Formen der Betriebs­rente, also auch die von uns getesteten Direkt­versicherungen. Ihr besonderes Kenn­zeichen: Ein Arbeitnehmer hat Anspruch auf einen Vertrag, wenn es in seiner Firma kein anderes Alters­vorsorgeangebot gibt und er fürs Alter sparen will. Dann muss die Firma für Sie eine Direkt­versicherung abschließen.

Auch der Arbeit­geber profitiert

Von der Steuer- und Abgaben­ersparnis profitiert auch der Arbeit­geber. Da ist es nur folge­richtig, wenn der Chef dem Arbeitnehmer mit dem Gesparten unter die Arme greift. In 60 Prozent aller Privatfirmen, die eine betriebliche Alters­vorsorge anbieten, gibt es eine solche Misch­finanzierung. In den nächsten Jahren müssen nach und nach alle Arbeit­geber ihre gesparten Sozial­abgaben in den Vertrag einbringen. So verlangt es das vor kurzem vom Bundes­tag beschlossene Betriebs­renten­stärkungs­gesetz.

Der Staat gibt, der Staat nimmt

Der Steuer­erlass und die Ersparnis bei den Sozial­abgaben in der Anspar­phase ist aller­dings nur die eine Seite der Medaille. In der Renten­phase muss der Rentner seine Betriebs­rente komplett mit dem Finanz­amt abrechnen. Außerdem zahlt er volle Kranken- und Pflege­versicherungs­beiträge – das sind aktuell gut 18 Prozent, die allein dafür jeden Monat von der Rente abgehen. Ein weiterer Nachteil ist die anteilige Kürzung der gesetzlichen Rente. Logisch: Wer auf den Anteil seines Brutto­lohns, der in eine betriebliche Alters­vorsorge fließt, keine Rentenbeiträge zahlt, bekommt weniger gesetzliche Rente. Beim ledigen Gutverdiener mit 58 000 Euro Jahres­brutto­gehalt macht dies im Monat rund 16 Euro aus. So viel gesetzliche Rente bekommt er netto weniger, wenn er in seiner aktiven Zeit jeden Monat 100 Euro sozial­abgabenfrei in eine Betriebs­rente steckt. Außerdem gehen von der Betriebs­rente Steuern und Kranken­versicherungs­beitrag ab.

Große Unterschiede bei der Rente

Wir haben 45 Angebote von 26 Versicherern geprüft. Je nach Tarif erhält der Modell­kunde für 100 Euro Monats­beitrag eine garan­tierte monatliche Bruttorente, die zwischen 88 Euro und 113 Euro beträgt. Über­schüsse können diese Rente noch steigern. Ihre Höhe hängt davon ab, wie gut der Versicherer für seine Kunden wirt­schaftet. Planungs­sicherheit für das Alter gibt es jedoch nur mit der Garan­tierente. Zwischen dem besten und dem schlechtesten Angebot im Test liegen 25 Euro Unterschied. Wer das beste Angebot abschließt und nach Renten­beginn noch 20 Jahre lebt, kommt so im Vergleich auf insgesamt 6 000 Euro mehr Rente. Der Chef sollte sich also Mühe geben bei der Auswahl. Die Betriebs­rente wird lebens­lang gezahlt. Sie ist beides: ein sicheres Zusatz­einkommen bis zum Lebens­ende und eine Wette auf ein langes Leben. Läuft die Rente nur 20 Jahre, ist die Wette nicht aufgegangen.

Direkt­versicherungen mit zahlreichen Zusatz­leistungen

Wir haben nicht nur die Geld­leistungen verglichen, sondern auch geschaut, welche Leistungen die Verträge noch haben. Zusatz­schutz bei Berufs­unfähigkeit ist fast über­all abschließ­bar. Bei allen Anbietern im Test ist es auch möglich, Hinterbliebene abzu­sichern. Wer diese Absicherung aber nicht wünscht, hat bei einigen Anbietern Pech: die Leistung lässt sich nicht über­all abwählen.

Das bietet der Finanztest-Artikel

Test-Tabellen. Sie zeigen die güns­tigsten Angebote für Einzel­verträge und Verträge mit Gruppen­rabatt (in letzterem Fall müssen mindestens zehn Beschäftigte die Versicherung abschließen). Eine weitere Tabelle zeigt, welche Zusatz­leistungen die getesteten Versicherungen noch bieten, etwa Teil­kapital­abfindungen zur Renten­beginn, Leistungen im Pflegefall und die Absicherung von Hinterbliebenen nach dem Tod des Versicherten.

Muster­rechnungen. Wir rechnen für drei verschiedene Jahres­einkommen vor, wie hoch die Förderung in der Anspar­phase ist und wie viel Steuern und Kranken­versicherungs­beitrag von der Rente abge­zogen werden.

Infografik. Sie zeigt, wie die Direkt­versicherung funk­tioniert

Tipps. Wenn Sie ihren Job wechseln, können Sie Ihre Direkt­versicherung zur neuen Firma mitnehmen. Wir sagen, wann sich das lohnt und wann nicht. Und wir erklären, warum es sich lohnt, die Versicherungs­beiträge jähr­lich statt monatlich zu zahlen.

Nutzer­kommentare, die vor dem 20. Juni 2017 gepostet wurden, beziehen sich noch auf die Vorgänger-Unter­suchung aus Finanztest 8/2012.

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