Nun können mehr Mieter als bisher die Lohn­kosten rund ums Haus aus ihrer Betriebs­kosten­abrechnung in der Steuererklärung angeben und so Steuern sparen. Nach einem Urteil des Land­gerichts Berlin muss der Vermieter eine Bescheinigung ausstellen, in der Lohn­kosten von Hauswart, Garten­arbeitern und Putz­kräften aufgeschlüsselt sind (Az. 18 S 339/16). Bisher fehlten diese Informationen oft.

Über ihre Betriebs­kosten­abrechnung bezahlen Mieter den Hauswart und vieles mehr rund ums Miets­haus. Den Lohn­kosten­anteil, der ihnen über die Betriebs­kosten­abrechnung in Rechnung gestellt wird, können sie steuerlich geltend machen. Finanztest schätzt, dass Mieter einer 100-Quadrat­meter-Wohnung in Deutsch­land im Schnitt 600 Euro Lohn­kosten über die Betriebs­kosten zahlen. Dafür ist ein Steuerbonus von 120 Euro drin.

Wermuts­tropfen: Für die aufgeschlüsselte Bescheinigung verlangen einige Vermieter Geld. Die Meinung der Gerichte ist uneinheitlich: Nach Ansicht des Amts­gerichts Lichten­berg muss die Bescheinigung kostenlos sein (Az. 105 C 394/10). Laut Amts­gericht Hamburg können Vermieter 25 Euro verlangen (Az. 49 C 157/09).

Die Lohn­kosten plus Fahrt­kosten und Umsatz­steuer lassen sich bei der Steuererklärung als haus­halts­nahe Dienst­leistungen (Zeile 71 bzw. 72 des Mantelbogens) geltend machen – wie bei einer Putz­kraft. 20 Prozent der Ausgaben bekommt der Steuerzahler von seiner Steuerschuld abge­zogen.

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