Mietnebenkosten: Diese Posten dürfen Vermieter abrechnen

Öffentliche Lasten: Die Grundsteuer darf der Vermieter auf seine Mieter umlegen, nicht aber die Grunderwerbsteuer und auch keine Straßenausbaubeiträge, die einzelne Kommunen verlangen. Zahlt der Eigentümer für einen Gewerbebetrieb im Haus eine deutlich höhere Grundsteuer, muss er sie vorweg von der Gesamtsumme abziehen.

Wasser und Entwässerung: Umgelegt werden darf der Wasserverbrauch nach Zählerstand plus Grundgebühr, Wartung und Kosten der Abrechnung. Auch Entwässerungsgebühren und die Kosten für eine Entwässerungsanlage dürfen Vermieter mit den Mietern abrechnen, zum Beispiel Kanalgebühren oder die Kosten für die Reinigung der eigenen Klär- oder Sickergrube.

Warmwasser: Dieser Posten umfasst die Betriebskosten für die zentrale Wassererwärmung, Eichkosten sowie die Reinigung und Wartung der Warmwassergeräte.

Heizung: Hierunter fallen Brennstoffkosten, etwa für Öl, Gas oder Fernwärme, und Nebenkosten für Wartung, Betriebsstrom, die Verbrauchsabrechnung und Messgeräte. Die Heizkosten müssen zu mindestens 50 Prozent und dürfen bis zu 70 Prozent nach Verbrauch abgerechnet werden, übrige Kosten nach Wohn- oder Nutzfläche oder umbautem Raum: Mietet der Hausherr Messgeräte, darf er diese Kosten auf die Miete umlegen.

Beleuchtung: Die Stromkosten für das Licht im Fahrstuhl, im Hausflur oder im Hof können abgerechnet werden, aber nicht der Strom für eine Klingelanlage, es sei denn, der Vermieter hat das im Mietvertrag festgelegt.

Straßenreinigung und Müllabfuhr: Diese Kosten, auch für Schnee- und Eisbeseitigung (Winterdienst), darf der Eigentümer abrechnen, ebenso für einen Müllschlucker und -kompressoren. Aufwendungen für eine Entrümpelung darf er nur umlegen, wenn er den Verursacher nicht ermitteln kann.

Gebäudereinigung und Ungezieferbekämpfung: Für die Reinigung von Flur, Treppenhaus und anderen Gemeinschaftsflächen zahlen die Mieter. Putzt der Hausmeister, sind die Personalkosten dafür hier abzurechnen.

Gartenpflege: In diesen Posten gehören Sach- und Personalkosten für die Pflege von Grünanlagen hinein.

Schornsteinfeger: Das sind Kehrgebühren, sofern sie nicht unter „Heizungskosten“ abgerechnet wurden.

Aufzug: Die Kosten für den Betrieb und die Wartung eines Aufzugs können auf alle Mieter umgelegt werden, auch auf die Mieter, die im Erdgeschoss wohnen. Der Aufzug muss sich aber im gleichen Gebäudeteil wie die Wohnung eines Mieters befinden.

Sach- und Haftpflichtversicherungen: Hier stehen Beiträge für die Wohngebäudeversicherung, die Grundbesitzerhaftpflicht-, die Öltank- oder Glasbruchversicherung.

Hauswart: Umgelegt werden darf dessen Lohn inklusive Sozialabgaben. Übernimmt der Hauswart auch Reparaturen oder Verwaltungsaufgaben, muss die Summe gekürzt werden.

Kabel und Antenne: Monatliche Grundgebühren und Wartungskosten für die Anlage darf der Vermieter abrechnen, einmalige Anschlussgebühren nicht.

Wäschepflege: Strom, Wartung und Reinigung des gemeinsamen Waschkellers inklusive Trockner und Bügelautomaten dürfen hier hinein, Wasserkosten nur, sofern sie nicht unter „Wasserversorgung“ verbucht wurden.

Sonstige Kosten: „Sonstige Kosten“ sind nur zulässig, wenn sie regelmäßig anfallen und im Mietvertrag ausdrücklich genannt sind. Das können zum Beispiel die Kosten für die Reinigung einer Dachrinne oder den Betrieb einer Sauna oder eines Schwimmbads sein.

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