Man muss nicht immer eine Warmmiete zahlen, um in einer geheizten Wohnung leben zu dürfen. Diese Erfahrung durfte eine Mieterin machen, der das Landgericht Berlin nach ihrem Auszug die Rückzahlung sämtlicher bis dahin gezahlter Betriebskostenvorschüsse zusprach (Az. 64 S 534/99).

Die Begründung der Richter: Die Vermieter hatten es während der gesamten Mietzeit versäumt, die Betriebskosten abzurechnen. Zwar müssten Mieter in solchen Fällen zunächst versuchen, die tatsächlich angefallenen Betriebskosten zu schätzen. Anhaltspunkte dafür seien vor allem frühere Abrechnungen für diese Wohnung oder die von den Nachbarn erhobenen Kosten. Wenn es solche Indizien nicht gebe, etwa weil im ganzen Haus noch nie abgerechnet wurde, dürfe der Mieter jedoch sämtliche Abschlagszahlungen zurückfordern.

Mit diesem Urteilsspruch folgten die Berliner Richter dem Oberlandesgericht Braunschweig, das kurz zuvor in einem Parallelfall ebenso entschieden hatte (Az. 1 RE-Miet 1/99).

Dieser Artikel ist hilfreich. 283 Nutzer finden das hilfreich.