Betriebs­kosten Drucker Tinte unterbietet Toner

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Betriebs­kosten Drucker - Tinte unterbietet Toner
© Stiftung Warentest; Thinkstock (M)

Lange galt: Tinten­strahl­drucker sind in der Anschaffung güns­tiger als Laser­drucker, dafür sind ihre Ausdrucke teurer. Die Druckertests der Stiftung Warentest zeigen, dass diese Aussage so pauschal nicht mehr gilt. Im aktuellen Druckertest waren die Tinten­kosten im Schnitt sogar erst­mals güns­tiger als die Toner­kosten.

Mehr als 80 000 Blatt Papier verdruckt

Neben der Druck­qualität ist beim Druckerkauf vor allen Dingen entscheidend, wie hoch die Folge­kosten für Tinte oder Toner ausfallen. Um zu ermitteln, wie hoch diese Kosten sind, führt die Stiftung Warentest ein aufwendiges Testverfahren durch. Mehr als 80 000 Blatt Papier haben die Tester beim jüngsten Druckertest verbraucht. Aufeinander­gelegt ergibt das einen etwa acht Meter hohen Papier­stapel. Zirka 300 Tinten­patronen und Tonerkartuschen leerten die Drucker, um diesen Stapel mit Text­seiten, Fotos und Grafiken aufzutürmen. Jeder Drucker war im Test etwa 25 Stunden im Einsatz. Um den Tinten- und Tonerverbrauch zu ermitteln, lassen die Tester jedes Gerät drei Durch­gänge mit den jeweils größten Original­patronen der Hersteller drucken. Ein Durch­gang für Text­seiten, einen für Farb­grafiken und einen für A4-Fotos. Vor dem Start – und sobald die Patrone leer ist – wiegen die Prüfer die Patrone. Über den Gewichts­unterschied können sie fest­stellen, wie viel Tinte oder Toner der Drucker verbraucht hat.

Tinte schlägt Toner um 0,5 Cent

Betriebs­kosten Drucker - Tinte unterbietet Toner
Vergleich: Tinten- und Toner­kosten beim Fotodruck © Stiftung Warentest, Corel Stock Photo Library (M)
Betriebs­kosten Drucker - Tinte unterbietet Toner
Vergleich: Tinten- und Toner­kosten beim Text­druck ©  Stiftung Warentest

Erst­mals kostet die gedruckte Text­seite bei Tintengeräten mit 3,0 Cent im Schnitt weniger als bei Laser­druckern mit 3,5 Cent. Ähnliches gilt auch für die A4-Fotos. Bereits in den vergangenen Tests hatte sich dieser Trend angekündigt (siehe Grafik links). Das kann verschiedene Ursachen haben: Traditionell eher teurere Anbieter wie zum Beispiel Lexmark sind vom Markt verschwunden. Zudem sind die Patronen oft größer und güns­tiger geworden und Einzel­farb­tanks setzen sich durch. Inner­halb der jeweiligen Produkt­gruppen gilt allerdings immer noch die Faust­regel: Billigere Geräte drucken meist etwas teurer, während teurere Drucker oft geringere Folge­kosten haben.

Tipp: Welche Drucker am güns­tigsten drucken, erfahren Sie im Produktfinder Drucker. Zu 88 Geräten finden Sie detaillierte Tinten- oder Toner­kosten für Text-, Grafik-, und Foto-Druck, sowie alle weiteren wichtigen Test­ergeb­nisse und Ausstattungs­merkmale.

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ink-discount-koeln am 09.03.2015 um 11:53 Uhr
@cortex: Wenigdrucker

Ich rate prinzipiell ältere Drucker zu benutzen, sind oft sparsamer und robuster als neue Drucker trotz Stromverbrauch. Ich drucke im Büro selber mit Brother Fax 2820 . Oder den ganz alten Kyocera FS-2200D ein echtes Maultier als Netzwerkdrucker.
Für wenig Drucker lohnt sich doch ein Laserdrucker mit kleinen Füllungen 1500 Seiten oder 800 Seiten. Gibt es von Brother und Samsung.
Da gibt es das Problem nicht mit dem Druckkopf und Reinignung . Toner Original gibt es bei ebay für 40 euro zu kaufen.
Was noch helfen könnte, wäre die Patrone in eine Halteklammer oder Halterbox in einem Schrank aufbewahren. Der Druckkopf sollte für wenigdrucker an der Patrone sein z.B.HP und Lexmark Modelle. Brother und Epson, Canon sind separate Druckopf Syteme, lohnt sich eher für Vieldrucker.(ag)

Tschepe am 01.11.2013 um 21:32 Uhr
Laser besser für Wenigdrucker?

Ich habe mir 2004 einen viel zu großen Abteilungs-Farblaserdrucker mit Duplexeinheit und Netzwerk für 1.244 EUR gekauft, obwohl ich ein Wenigdrucker bin: In den meisten Monaten drucke ich nur 1 bis 4 Seiten, nur sporadisch auch höhere Auflagen, insgesamt 3.800 Seiten, ein Drittel mit Farbe, in 9 Jahren.
Ich bereue nichts. Ich habe einmal schwarzen Originaltoner für 40 EUR nachgekauft, sonst läuft mein Drucker seit neun Jahren mit der Erstbefüllung ohne irgendwelche Mucken. Laut Zählwerken stehen die Verschleißteile bei höchstens 50% Abnutzung. Der Papiereinzug mit vernünftiger Kassette arbeitet sauber und zuverlässig, Papierstaus kenne ich nicht. So eine Zuverlässigkeit kenne ich von keinem Tintendrucker. Ferner mag ich die wasserfesten Ausdrucke ohne Streifen.
Schwer abzuschätzen, ob ich mit Tintendruckern billiger weggekommen wäre. Stressfreier bestimmt nicht.
Ich bin aber schon beeindruckt, was aktuelle Multifunktions(tinten)drucker für 90 EUR heute alles können.

Gelöschter Nutzer am 30.10.2013 um 21:31 Uhr
Gilt wohl nur für Farbdrucker

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Aussage auch für Schwarz-Weiß-Laserdrucker gilt. Die sind meist unschlagbar günstig. Meiner hat bspw. Tonerkosten von nem halben Cent je Seite und produziert auch auf Billig- bzw. Umweltpapier ein scharfes Schriftbild. Der höhere Stromverbrauch wird bestimmt nicht so stark zu Buche schlagen.
Wenn hier also Farbdrucker verglichen wurden, sollte man explizit drauf hinweisen. Ich halte Farbdrucker für Unsinn. Meist reicht Schwarzweiß, und Fotoabzüge kann man online oder im Fotoladen um die Ecke drucken lassen. Dafür braucht man kein eigenes Gerät zu unterhalten. Auch würde mich die Lebensdauer von den Tintenstrahlern interessieren. Glaube nicht, dass die so viel Drucke mitmachen wie ein für den Büroeinsatz konzipierter Laser.

Profilbild Stiftung_Warentest am 30.10.2013 um 14:46 Uhr
@cortex: Wenigdrucker

Um Düsenverstopfungen vorzubeugen, müssen Tintenstrahldrucker immer wieder die Düsen mit Tinte spülen. Schon beim kontinuierlichen Drucken, der unserer Verbrauchsmessung zu Grunde liegt, wird schon ein merklicher Anteil für Reinigungszyklen verbraucht. Dieser erhöht sich umso mehr je seltener man druckt. Leider lässt sich das seltene Drucken nicht innerhalb einer typischen Prüfdauer simulieren. Die Ergebnisse könnten oft erst vorliegen, wenn das Druckermodell schon wieder durch einen Nachfolger ersetzt wurde.

Zu dieser Problematik haben wir in test 4/13 berichtet und folgende Tipps gegeben:
Eintrocknen vermeiden: Teuer wird es, wenn das Gerät nicht regelmäßig druckt. Tinte trocknet nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Druckkopf. Einzelne Düsen verstopfen, oder der ganze Kopf wird unbrauchbar. Deshalb gilt: Hauptsache die Tinte bleibt flüssig. Wer sein Gerät nur selten benutzt, sollte ab und an eine Seite drucken, um es fit zu halten. Dann reinigen sich die Drucker auch seltener selbst. Bei dieser automatischen Reinigung wird der Druckkopf mit wertvoller Tinte aus der Patrone durchspült, um die Düsen vor dem Austrocknen zu schützen. Das geht ins Geld.
Nicht den Stecker ziehen: Stromsparen kann teuer werden. Beim Tintenstrahldrucker ist es ratsam, nicht den Stecker zu ziehen oder die Steckerleiste auszuschalten. Wird der Drucker wieder in Betrieb genommen, spülen viele Geräte erst einmal ihren Druckkopf – mit Tinte! Meist sind die Spülkosten deutlich höher als die Stromersparnis. (Bu)

cortex am 30.10.2013 um 14:03 Uhr
Wenigdrucker?

Leider scheint mir der "Gelegenheitsdrucker" dabei völlig aussen vor zu bleiben. Wer im Privathaushalt nur sporadisch was zu drucken hat, wird häufig feststellen, dass die Tinte (im Gegensatz zum Toner) wie von Geisterhand immer weniger wird und die Selbstreinigung die Kosten pro Seite in teilweise absurde Höhen treiben kann.