Unser Rat

Kündigungsschutzklage. Gegen eine betriebsbedingte Kündigung können Sie ­innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung Klage erheben. Achtung: In der ersten Instanz tragen Sie die Prozesskosten auf jeden Fall selbst, auch wenn Sie gewinnen. Die Kosten richten sich nach Ihrem Einkommen. Verdienen Sie 3 000 Euro brutto pro Monat, zahlen Sie rund 1 700 Euro Anwalts- und Gerichtskosten.

Sozialauswahl. Sie können mit einer Kündigungsschutzklage auch eine fehlerhafte Sozialauswahl angreifen. Wenn Sie nicht die Daten der mit Ihnen verglichenen ­Kollegen kennen, wie Alter, Betriebs­zugehörigkeit, Unterhaltspflichten und Schwerbehinderung, genügt zunächst ein pauschaler Vorwurf. Danach muss Ihr Chef die Gründe für seine Entscheidung darlegen. Tut er das nicht, gilt die Sozialauswahl als falsch. Legt der Arbeitgeber seine Gründe jedoch nachvollziehbar dar, müssen Sie beweisen, dass die Sozialauswahl falsch ist, etwa weil es einen weniger schutzwürdigen Kollegen gibt, der an ­Ihrer Stelle hätte gekündigt werden müssen.

Punkteschema. Fragen Sie sich vor einer Klage, wie die Sozialauswahl läuft. Viele rechnen mit einem Punkteschema. Das Bundesarbeitsgericht lässt das zu. Zum Beispiel kann es für jedes Dienst- und ­Lebensjahr je einen Punkt, für die Unterhaltspflicht gegenüber dem Ehepartner acht Punkte und pro Kind vier Punkte ­geben (Az. 2 AZR 357/89). Informationen geben auch Betriebsrat und Gewerkschaft.

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